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EU-Osterweiterung 2004

03.07.2013 2004, Finnland Keine Kommentare

Euro-Sondermünze EU-OsterweiterungDie erste finnische 2-Euro-Gedenkmünze hat ein für eine nationale Münze eher ungewöhnliches Thema: die EU-Osterweiterung im Jahr 2004. Dazu hätte man wohl eher eine Gemeinschaftsausgabe aller Euro-Teilnehmerstaaten erwartet.

Mit dieser fünften EU-Erweiterung traten zum 1. Mai 2004 zehn Staaten dem Staatenbund bei: die drei Länder des Baltikums – Estland, Lettland und Litauen – , die ostmitteleuropäischen Länder Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, sowie die Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern. Wenn man vom Beitritt der DDR zum EU-Mitglied Deutschland absieht, wurden so erstmals Länder des ehemaligen sowjetisch dominierten „Ostblocks“ der EU bei. Dieses auch als „Osterweiterung“ bezeichnete Ereignis wird als bedeutender Schritt auf dem Weg zur Wiederherstellung der europäischen Einheit betrachtet.

Ansichten der estnischen Hauptstadt TallinnDiese wohl bedeutendste Erweiterung in der Geschichte der Europäischen Union wurde mit einer Unbeschwertheit gefeiert, die heute – im Lichte der Eurokrise – schon fast etwas fremd wirken mag. Die zentrale Zeremonie fand in Dublin statt, da Irland zu diesem Zeitpunkt die EU-Ratspräsidentschaft innehatte. Gefeiert wurde aber besonders auch an den Grenzen zwischen alten und neuen EU-Mitgliedern. So etwa an der Oderbrücke zwischen Frankfurt und dem polnischen Słubice. In Görz, jener Stadt, die seit 1947 zwischen Italien und Slowenien geteilt ist, wurden zum Tag der Erweiterung Grenzzäune durch Rosenbüsche ersetzt. Für das Ausgabeland Finnland mag der Beitritt des kleinen Nachbarn Estland am wichtigsten gewesen sein. Tallinn, die malerische Hauptstadt der ehemaligen Sowjetrepublik (siehe Bild rechts), liegt mit dem Schiff nur einen Katzensprung von Helsinki entfernt und wird von vielen Finnen gern und häufig besucht – nicht zuletzt, so behaupten es böse Zungen, wegen der in Estland noch moderaten Preise für Spirituosen. Beide Nationen verbindet jedoch viel mehr. Ihre für andere Europäer nicht zu entschlüsselnden finno-ugrischen Landessprachen ähneln einander so sehr, dass ihnen die Kommunikation untereinander recht leicht fällt.

Das Motiv

Die am 28. Juli 2004 erschienene 2-Euro-Sondermünze zeigt einen stilisierten Zweig mit zehn Blättern. Diese symbolisieren die zehn neuen Mitglieder der Europäischen Union. Das Bild des aufstrebenden Zweiges, der mit einer einzigen Linie gezeichnet ist, steht für Dynamik und Wachstum. Darunter liest man die Buchstaben „EU“ gefolgt vom griechischen Buchstaben Rho (ρ), wodurch sich das Wort „Euro“ ergibt. Das ausgefallene Design der in einer Auflage von 1 Million Stück ausgegebenen Euro-Sondermünze stammt von Pertti Mäkinen.


Bildnachweis: Tallinn-Collage von Wikimedia Commons-User „The Emirr“

Großherzog Henri von Luxemburg

02.07.2013 2004, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Sondermünze Großherzog Henri von Luxemburg

Die zweite 2-Euro-Gedenkmünze kommt aus dem kleinsten Gründungsstaat der Europäischen Währungsunion – Luxemburg. Abgebildet ist darauf Großherzog Henri, der Monarch des Landes. Die Zentralbank von Luxemburg begründete damit am 26. Juli 2004 die Serie „Großherzogliche Dynastie“, in der weitere 2-Euro-Sondermünzen erscheinen.

Die heutige luxemburgische Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg, geht zurück auf Großherzog Adolph I. Seine Regentschaft (1890 bis 1905) beendete die Personalunion Luxemburgs mit den Niederlanden. Als sein Vorgänger Wilhelm III. von Nassau-Oranien starb, war keiner seiner drei Söhne noch am Leben. Den niederländischen Thron erbte so seine Tochter Wilhelmina. Die luxemburgische Erbfolgeregelung sah eine weibliche Thronfolge nicht vor. Gemäß einem zwischen verschiedenen Zweigen des Hauses Nassau geschlossenen Vertrag ging der Titel des Großherzogs von Luxemburg auf den nächsten männlichen Verwandten – Adolph von Nassau-Weilburg – über. Dies besiegelte nicht nur das Ende der Personalunion, sondern auch die vollständige Unabhängigkeit Luxemburgs.

Das Motiv

Die 2-Euro-Münze, geprägt in einer Auflage von 2.501.800 Exemplaren, zeigt Großherzog Henri im Profil. Dieses Motiv ziert auch alle regulären Kursmünzen Luxemburgs. Ergänzt wird es auf der Sondermünze jedoch durch sein gekröntes Monogramm (ein großes „H“). Neben Jahreszahl und Landesbezeichnung („LËTZEBUERG“) trägt der Münzrand die Schrift „HENRI – Grand-Duc de Luxembourg“ („Henri – Großherzog von Luxemburg“). Der Entwurf der Münze stammt von Patrice Bernabei.

Henri von Nassau-Weilburg, Großherzog von Luxemburg

Großherzog Henri (siehe Bild rechts) wurde am 16. April 1955 auf Schloss Betzdorf geboren. Nach dem Schulbesuch in Luxemburg und Frankreich studierte er Politikwissenschaften an der Universität Genf. Eine militärische Ausbildung erhielt er an der bekannten britischen Militärakademie Sandhurst. Den luxemburgischen Thron bestieg er am 7. Oktober 2000, nachdem sein Vater Jean zu seinen Gunsten abgedankt hatte.

Auf einer Liste der reichsten Monarchen Europas rangiert der Herrscher des kleinen Großherzogtums mit einem Vermögen von knapp über 1 Milliarde Euro auf dem respektablen 4. Platz. Was die Abbildung auf Euromünzen angeht, belegt Henri mit 19 Münzen den Spitzenplatz. Niemand ist auf so vielen verschiedenen Münzen der Europäischen Währungsunion zu sehen. Kein Wunder, denn bislang ist auf jeder luxemburgischen 2-Euro-Sondermünze – die Gemeinschaftsausgaben der Währungsunion ausgenommen – neben anderen Motiven auch das Gesicht Henris geprägt.

Olympische Sommerspiele 2004 in Athen

01.07.2013 2004, Griechenland 1 Kommentar

Griechenland 2004: Olympische Sommerspiele in Athen

Die erste 2-Euro-Gedenkmünze kommt ausgerechnet aus dem Land, das sich in der Eurokrise zum größten Sorgenkind der Währungsunion entwickelt hat. Griechenland war noch kurz vor Einführung des Euro-Bargelds auf den schon seit 1999 rollenden Euro-Zug aufgesprungen und konnte so gemeinsam mit den 11 Gründungsmitgliedern am 1. Januar 2002 seine eigenen Münzen in Umlauf bringen.

Am 14. Mai 2004 erschien mit einer Auflage von 35 Millionen Stück die erste 2-Euro-Sondermünze. Anlass war die Veranstaltung der XXVIII. Olympischen Sommerspiele in Athen. Nach der ersten neuzeitlichen Olympiade kehrte das sportliche Großereignis so nach über 100 Jahren wieder an die Stätten seines antiken Vorbildes zurück. Dabei war die Ausrichtung der Sommerolympiade 2004 stark umkämpft. Mit 11 Nationen gab es mehr Bewerber als je zuvor. In der fünften Abstimmungsrunde setzte sich die griechische Hauptstadt schließlich mit 66 zu 41 Stimmen gegen Mitbewerber Rom durch.

Schlechte Presse gab es im Vorfeld der Spiele: Mehrfach wurde über Verzögerungen beim Bau der Wettkampfstätten berichtet. Mancher fürchtete gar, dass diese nicht rechtzeitig fertiggestellt würden. Am Ende löste sich jedoch alles in Wohlgefallen auf. Einzig das olympische Schwimmstadion musste – wegen Zeitmangel beim Bau – ohne Dach auskommen.

Bronze-Kopie des Diskobolos von Myron im Botanischen Garten Kopenhagen

Neben der hohen Bewerberzahl um die Ausrichtung stellte Olympia 2004 weitere Rekorde auf: mit 202 Nationen traten mehr Mannschaften an als je zuvor. Der Fackellauf vor den Spielen führte erstmals über alle Kontinente und machte dabei an allen bisherigen Austragungsorten der Olympischen Spiele Station.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zur Sommerolympiade 2004 schmückt die Abbildung eines antiken Diskuswerfers (Diskobolos). Vorbild ist die bekannte Statue des griechischen Bildhauers Myron, der im 5. Jahrhundert vor Christus lebte. Das Werk wurde unzählige Male kopiert und findet sich in vielen Gärten und Parkanlagen wieder. So auch in Kopenhagens Botanischem Garten, wo der Diskobolos in Bronze gegossen steht (siehe Abbildung). Neben dem Diskuswerfer sind auf der Münze die olympischen Ringe zu sehen, sowie – wie bei griechischen Euromünzen üblich – noch einmal die Wertangabe in griechischen Lettern.



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