Kategorie: Slowenien

50 Jahre Römische Verträge

26.10.2013 2007, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien Keine Kommentare

Vertrag_von_RomDie erste Gemeinschaftsausgabe aller Mitglieder der Eurozone erschien am 25. März 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichung der Römischen Verträge. Jene zwischen den Benelux-Staaten, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik geschlossenen Abkommen können als Ursprung der heutigen Europäischen Union betrachtet werden.

Es handelt sich dabei um drei verschiedene Vertragsdokumente, die am 25. März 1957 im Senatorenpalast in Rom unterzeichnet wurden und am 1. Januar des Folgejahres in Kraft traten. Der EWG-Vertrag besiegelte die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die – später nur noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – das Hauptelement der europäischen Vertragsinstitutionen bilden sollte. Wegweisend war auch das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften. Dieses sah vor, dass die bestehenden europäischen Organisationen ein Parlament, einen Gerichtshof und einen Wirtschafts- und Sozialausschuss als gemeinsame Institutionen haben sollten. Schon hier wurde also die Weiche gestellt, die den Weg zur letztlichen Vereinigung der meisten europäischen Organisationen unter dem Dach der Europäischen Union wies. Der EURATOM-Vertrag schließlich sah die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft vor. Ziel dieser bis heute bestehenden Organisation ist einerseits die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie und andererseits die Organisation von Schutzmaßnahmen vor möglichen negativen Auswirkungen dieser umstrittenen Technologie.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt im Vordergrund den Vertrag in Form eines aufgeschlagenen Buches. Den Hintergrund bildet das markante Bodenmuster des Kapitolsplatzes in Rom (siehe Bild). An diesem Platz befindet sich der Senatorenpalast, der Ort der Unterzeichung der Verträge. Die auf die Münze geprägten Schriftteile unterscheiden sich von Ausgabeland zu Ausgabeland. In der Regel sind diese in der jeweiligen Amtssprache gehalten. Oberhalb des Motivs steht so der Anlass der Ausgabe, darunter die Landesbezeichnung. In der Mitte, gleich über dem stilisierten Vertrag, das Wort „Europa“. Auf der belgischen Ausgabe ist der Ausgabeanlass in lateinischer Sprache zu lesen, um eine Prägung in allen drei Amtssprachen Belgiens zu umgehen. Auf der finnischen Münze ist der Ausgabeanlass in der zweiten Amtssprache Schwedisch als Randprägung zu finden.

Eine weitere Besonderheit ist die luxemburgische Ausgabe. Das Großherzogtum ist gesetzlich verpflichtet, auf jede seiner Münzen das Konterfei des Monarchen zu prägen. Im linken Bildbereich, knapp unterhalb der Mitte, befindet sich auf der luxemburgischen Ausgabe so ein Medaillon, auf dem das Profil von Großherzog Henri zu erkennen ist.

Drei EU-Mitglieder, die 2007 den Euro (noch) nicht als Zahlungsmittel nutzten, beteiligten sich mit Münzprägungen in ihren jeweiligen Landeswährungen an der Gemeinschaftsausgabe: Zypern mit einer 1-Lira-Münze, Rumänien mit einer 10-Lei-Münze sowie Ungarn mit einer 50-Forint-Münze.

Bildquellenachweis: wikimedia commons / Manfred Heyde (Kapitolsplatz)

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