Kategorie: San Marino

200. Geburtstag von Giuseppe Garibaldi

05.01.2014 2007, San Marino Keine Kommentare

Giuseppe GaribaldiSan Marino widmet seine Gedenkmünze des Jahres 2007 dem italienischen Guerillakämpfer Giuseppe Garibaldi, dessen Geburtstag sich 2007 zum 200. Male jährt.

Giuseppe Garibaldi wurde am 4. Juli 1807 in Nizza geboren. Die Riviera-Stadt gehörte damals zum Königreich Sardinien und somit zum italienischen Kulturkreis. Jedoch stand sie zur Zeit von Garibaldis Geburt unter französischer Besatzung. Die Fremdherrschaft, gegen die in den Bergen der Seealpen auch mit der Waffe in der Hand gekämpft wurde, mag für den kleinen Giuseppe zu einem prägenden Kindheitserlebnis geworden sein. Er sollte praktisch sein ganzes Leben dem Kampf für ein freies und geeintes Italien widmen.

Um ein Haar wäre dieses jedoch nur ein kurzes Leben gewesen. Im Jahr 1833 lernte Garibaldi in Marseille den Revolutionär Giuseppe Mazzini kennen und schloss sich dessen Bewegung „Junges Italien“ an. Mazzini plante einen Anschlag auf das piemontesische Waffenarsenal in Genua. Als der Plan aufflog, verurteilte man Garibaldi wegen seiner Beteiligung daran zum Tode. Es gelang ihm jedoch die Flucht und er setzte sich nach Südamerika ab.

Anita Garibaldi stirbt auf der FluchtAuch in der Neuen Welt betätigte sich Garibaldi als Revolutionär. Er stieß zu den Separatisten der südbrasilianischen Provinz Rio Grande do Sul und kämpfte mit ihnen gegen die kaiserliche Zentralregierung. 1838 lernt er hier seine Frau Ana Maria de Jesus Ribeiro kennen. Er geht mit ihr nach Uruguay, wo sie heiraten und vier Kinder bekommen. Doch auch hier bleibt er sich treu und kämpft mit einer kleinen italienischen Legion, meist aus ebenso ins Exil geflohenen Mitgliedern des „Jungen Italien“, im uruguayischen Bürgerkrieg.

Als Garibaldi im Revolutionsjahr 1848 von den Ereignissen in seiner Heimat erfuhr, drängte es ihn danach, nach Italien zurückzugehen und auf Seiten der Aufständischen zu kämpfen. Diese hatten im Februar 1849 unter Führung von Giuseppe Mazzini in Rom, der Hauptstadt des Kirchenstaates, die Römische Republik ausgerufen und den Papst in die Flucht geschlagen. Garibaldi wurde zum Anführer der Revolutionsarmee. Eine Intervention französischer und österreichischer Truppen bereitete der Republik jedoch schon im Juli desselben Jahres ein Ende. Giuseppe Garibaldi schlug sich über San Marino zunächst nach Norditalien. Seine schwangere Frau Anita starb auf der Flucht. Garibaldi setzt sich erneut nach Amerika ab, diesmal in die USA.

Garibaldi landet auf SizilienIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollte sich schließlich Garibaldis Traum vom geeinten Italien erfüllen. Schon 1854 kehrte er nach Europa zurück und lebte auf der Insel Caprera vor Sardinien mit seinen Kindern und seiner neuen Frau. Im Mai 1859 begann der Sardinische Krieg, in dessen Verlauf Österreich die Lombardei abgetrotzt werden konnte. Von diesem Erfolg beflügelt segelte Garibaldi mit einer Truppe aus Freiwilligen nach Sizilien. Binnen weniger Monate gelang es ihm, das damalige Königreich beider Sizilien und dessen Hauptstadt Neapel zu erobern. Garibaldi, der sich zunächst zum „Diktator von Sizilien“ ausgerufen hatte, übergab seine Eroberungen im Oktober 1860 an Viktor Immanuel II., König von Sardinien-Piemont, der der erste Monarch des neugeschaffenen Königreichs Italien werden sollte.

Karikatur der britischen Satirezeitschrift "Punch": Garibaldi hilft Viktor Emmanuel II. in den italienischen StiefelIm Deutschen Krieg zwischen Österreich und Preußen 1866 erklärte warf auch Italien den Habsburgern den Fehdehandschuh hin. Auch an dieser Schlacht war Garibaldi beteiligt. Zwar konnte man die österreichischen Truppen auf heimischem Boden nicht schlagen. Österreichs Niederlage gegen Preußen erzwang aber dennoch die Abtretung Venetiens an Italien. Ein Jahr später versuchte der nunmehr bereits 60-jährige, mit einer Freischärlertruppe Rom einzunehmen, das immer noch Hauptstadt des Kirchenstaates war. Die vatikanische Armee schlug den Angriff jedoch zurück. Erfolg hatte erst ein Heer unter General Raffaele Cadorna im Jahr 1870.

Giuseppe Garibaldi auf einer Fotografie um 1866Die Einheit Italiens war so einstweilen vollendet. Dass seine Heimatstadt Nizza jedoch Teil Frankreichs bleiben sollte, konnte Garibaldi nicht verwinden. Im Krieg gegen Österreich 1859 hatte Sardinien-Piemont das Gebiet um die Stadt ebenso wie Savoyen endgültig an Frankreich abgetreten und sich damit die Unterstützung französischer Truppen erkauft. Dennoch kämpfte Garibaldi seine letzte Schlacht ausgerechnet an der Seite Frankreichs – im Krieg gegen Deutschland 1870/71. Danach zog er sich auf die Insel Caprera zurück, wo er 1882 knapp 75-jährig starb.

Das Motiv

Vorlage für die Gestaltung der Münze war eine Fotografie Garibaldis aus der Zeit um 1866, das ihn in Hut und Umhang gekleidet zeigt. Die Hände stützt er dabei auf einen Stock. Links vom Porträt des Freiheitskämpfers ist entlang dem Münzrand der Name des Ausgabelandes „SAN MARINO“ zu lesen, rechts davon die Jahreszahl „2007“. Zwischen Porträt und Landesname steht das Münzzeichen „R“ der Prägestätte Rom. Links unten finden sich die Initialen des Gestalters Ettore Lorenzo Frapiccini, „E.L.F.“ Die Münze erschien am 9. Oktober 2007 mit einer Auflage von 130.000 Stück.

Bildnachweis: Karikatur Garibaldi mit Viktor Emmanuel II. von Pramzan / Wikimedia Commons

500. Todestag von Christoph Kolumbus

12.08.2013 2006, San Marino Keine Kommentare

2-Euro-Münze Christoph KolumbusSan Marino widmet seine 2-Euro-Gedenkmünze im Jahr 2006 dem 500. Todestag des wohl berühmtesten Seefahrers der Menschheitsgeschichte. Christoph Kolumbus, der gemeinhin als Entdecker Amerikas gilt, starb am 20. Mai 1506 55-jährig im spanischen Valladolid.

Mit dem „Kolumbus-Tag“ feiert man in Nord- und Südamerika gleichermaßen jedes Jahr die Landung von Christoph Kolumbus in Amerika. 1992 wurde groß der 500. Jahrestag der Entdeckung der „Neuen Welt“ begangen. Dabei ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass der Titel des Entdeckers von Amerika im Grunde nicht Kolumbus gebührt, sondern jemand anderem. Denn die ersten Europäer, die ihren Fuß auf amerikanischen Boden setzten, waren Isländer. Inzwischen gibt es archäologische Beweise dafür, dass jene Nordeuropäer, deren bekanntester Seefahrer Leif Eriksson war, damals die Ostküste des heutigen Kanada besiedelten.

Nachbau von Kolumbus' Schiff Santa MariaEtwa 500 Jahre später brachten zwischen 1492 und 1504 insgesamt vier Seereisen Kolumbus nach Amerika, bei denen er im Wesentlichen die vorgelagerten karibischen Inseln erforschte. Tragisch dabei: bis zu seinem Tod 1506 wusste Kolumbus nichts von der wahren Tragweite seiner Entdeckung. Er war überzeugt, nur einige Inseln vor der chinesischen Küste entdeckt zu haben. Denn er hatte ja nicht nach einem neuen Kontinent, sondern nach einem alternativen Seeweg nach China gesucht. Die landläufig erzählte Variante, nach der er nach Indien wollte, beruht auf einem Missverständnis. Zu Kolumbus‘ Zeiten umschloss der Begriff „Indien“ nämlich weit mehr als nur den Subkontinent südlich des Himalaya.

Christoph Kolumbus (Porträt von Sebastiano del Piombo, 1530)Während die Siedlungen der Isländer letztlich zugrundegingen und sich die Kunde von der Entdeckung eines unbekannten Landes nicht weiter auszubreiten vermochte, war dies bei Kolumbus gänzlich anders. Der Erfolg seiner Expedition war der Startschuss für die Eroberung und Besiedlung des gesamten amerikanischen Doppelkontinents durch die Europäer, eine Kolonisierung, die in ihrem Ausmaß wohl ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte bleiben wird und der die heutigen amerikanischen Nationen ihre Existenz verdanken.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt links das Konterfei Christoph Kolumbus‘ und rechts daneben seine drei Schiffe Nina, Pinta und Santa Maria, mit denen er 1492 den Atlantik überquerte. Rechts oben ist eine Sonne in Form einer Windrose zu sehen. Am unteren Bildrand sind im Halbrund die Jahreszahlen 1506-2006 und darunter die Initialen der Designerin Luciana de Simoni (LDS) zu lesen, gegenüber, am oberen Bildrand der Landesname SAN MARINO. Das Münzzeichen „R“, rechts neben dem Kolumbus‘ Kopf, verweist auf die Prägestätte Rom. Die 2-Euro-Gedenkmünze wurde am 17. Oktober 2006 mit einer Auflage von 120.000 Stück ausgegeben.

Bildnachweis: Santa Maria von Parpan05 / wikimedia commons

Jahr der Physik 2005

11.07.2013 2005, San Marino Keine Kommentare

Euromünze zum Jahr der Physik EinsteinjahrDer Kleinstaat San Marino widmet seine zweite Ausgabe einer 2-Euro-Gedenkmünze dem Weltjahr der Physik 2005. Jenes wurde von der UNESCO gemeinsam mit der Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik ausgerufen.

Albert Einstein 1921Das Jahr der Physik dürfte in Deutschland – wenn überhaupt – eher unter der Bezeichnung „Einsteinjahr“ im Gedächtnis geblieben sein. Und in der Tat wurde mit dem Jahr der Physik das 100. Jubiläum jenes „annus mirabilis“ (Wunderjahr) der Physik gefeiert, in dem Albert Einstein (siehe Bild rechts) den grundlegenden Artikel zu seiner Speziellen Relativitätstheorie veröffentlichte.

Die Theorie setzte der zuvor bestehenden Vorstellung vom sogenannten „Äther“ ein Ende. Jener Äther sollte eine Art feststehendes Basisraster des Universums sein. Versuche, die Bewegung der Erde im Raum gegenüber diesem feststehenden Raster nachzuweisen, scheiterten. Nach Einsteins Theorie sollte solch ein Nachweis unmöglich zu erbringen sein, da sich die Naturgesetze demnach immer gleich darstellten, unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Beobachter durch den Raum bewegt.

Weiterhin versetzt Einstein bis heute Wissenschaftslaien in Erstaunen mit der Erkenntnis, dass Raum und Zeit keineswegs absolute Größen sind, sondern eben relativ. Dass etwa in einem fahrenden Zug die Zeit langsamer voranschreitet als auf dem feststehenden Bahnsteig ist inzwischen bewiesen. Als Konstante bei all dem Relativen bleibt die Geschwindigkeit des Lichts, die immer bei knapp 300.000 km/Sek. liegt.

Galileo Galilei - Porträt von Justus Sustermans (1597-1681)Das Motiv

Trotz des mit Einstein verbundenen Jubiläums, das Anlass für die Ausrufung des Jahrs der Physik war, zeigt die Münze den italienischen Astronomen Galileo Galilei (Bild links). Er ist dargestellt mit einem Teleskop und einem Globus. Im Hintergrund ist die schematische Darstellung von Umlaufbahnen zu erkennen, die die zum Thema passenden 12 Europasterne auf dem Münzrand wunderbar ins Gesamtbild integriert. Oben ist im Halbrund der Name des Ausgabelandes zu lesen, unten der Anlass der Prägung „ANNO MONDIALE DELLA FISICA“ („Weltjahr der Physik“). Die Jahreszahl 2005 befindet sich unter dem Globus. Die Münze erschien am 14. Oktober 2005 mit einer Auflage von 130.000 Stück.

Dass San Marino lieber den toskanischen Gelehrten Galilei auf der Münze abbildet, liegt wohl an der räumlichen Nähe und der selbstverständlichen Affinität des Kleinstaates zum großen Nachbarn Italien. Galilei hatte aber in der Tat einen Anteil am Entstehen der Relativitätstheorie. Er gilt als der erste, der das sogenannte „Relativitätsprinzip“ formulierte, jene Theorie, dass Bewegungen von Körpern im Raum nur relativ zu einander bestimmt werden können, nicht aber gegenüber einer feststehenden Basis.

Der Numismat und Altertumsforscher Bartolomeo Borghesi

05.07.2013 2004, San Marino Keine Kommentare

Der Altertumsforscher und Numismat Bartolomeo BorghesiMit einer Münze zu Ehren eines Altertumsforschers und Münzkundlers begründet der Kleinstaat San Marino seine Ausgabehistorie von 2-Euro-Sondermünzen. Der auf der Münze abgebildete Bartolomeo Borghesi  wurde 1781 nahe Rimini geboren. Nach einem Studium in Bologna und Rom widmete er sich der Epigraphik, der Wissenschaft von den Inschriften auf Holz, Stein etc., sowie der Numismatik. In Rom befasste er sich mit der Pflege und Katalogisierung verschiedener Münzsammlungen, darunter auch der Sammlungen des Vatikan. Ferner machte er sich einen Namen durch seine Arbeiten zur Geschichte des antiken Rom.

1821 übersiedelt Borghesi in den unweit seines Geburtsortes gelegenen Kleinstaat San Marino. Hier arbeitet er größtenteils als Münzkundler. Resultat seines Schaffens sind die Osservazioni numismatiche, umfangreiche Schriften zur Münzprägung in der Römischen Republik. Auch heute noch wird dieses Werk Borghesis in der Fachwelt hoch geschätzt. Von seinem Ansehen weit über die Grenzen San Marinos und Italiens hinaus zeugt seine Mitgliedschaft in vielen Akademien der Wissenschaften Europas. 1842 wurde er Mitglied des preußischen Ordens „Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste“.

Borghesi als Toga-Träger, Darstellung von 1891

In der Republik San Marino übernahm der Wissenschaftler zeitweise auch politische Ämter. 1838 etwa reiste er als Repräsentant San Marinos zur Krönungsfeier des österreichischen Kaisers nach Mailand.

Das Motiv

Die Münze schmückt das Halbprofil des Gelehrten, der nach rechts aus dem Bild herausblickt. Rechts daneben folgt der Schriftzug des Landesnamens der Rundung des Münzrands, links ist es der Name des Abgebildeten. Ferner findet sich ein „R“ für die Prägestätte Rom, sowie die Initialen des Graveurs Ettore Lorenzo Frapiccini (E.L.F.). Die Münze erschien am 16. Dezember 2004 in kleiner Auflage, nur 110.000 Stück wurden geprägt. Entsprechend teuer wird die Münze heute gehandelt.


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