Kategorie: Portugal

Portugiesische EU-Ratspräsidentschaft 2007

02.11.2013 2007, Portugal Keine Kommentare

EU Ratspräsidentschaft PortugalPortugal brachte 2007 die erste 2-Euro-Gedenkmünze heraus, die dem Vorsitz eines Landes im Rat der Europäischen Union gewidmet ist. Die Ratspräsidentschaft wechselt halbjährlich unter den Mitgliedsstaaten der EU. José Sócrates, damaliger Ministerpräsident des Landes am südwestlichen Ende des Kontinents, führte den Vorsitz vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2007.

Die Ratspräsidentschaft Portugals war geprägt von den Anstrengungen zur Lösung der europäischen Verfassungskrise. Diese war entstanden, da Referenden über die Annahme der 2004 unterzeichneten Europäischen Verfassung in zwei Mitgliedsstaaten gescheitert waren. Die Verfassung sah wichtige Änderungen der Organisationsstrukturen der EU vor. Der durch die Osterweiterung deutlich gewachsene Staatenbund sollte damit für seine neue Größe fit gemacht werden. Diese Änderungen sollten nun – unter Umgehung des Reizwortes „Verfassung“ – in einen neuen Vertrag einfließen, der möglichst ohne Referenden in den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden sollte. Dieser Vertrag von Lissabon wurde schließlich im Dezember 2013 in der portugiesischen Hauptstadt unterzeichnet. Er trat 2009 in Kraft. Damit wurden die bisher bestehenden verschiedenen organisatorischen Säulen der EU unter einem Dach zusammengefasst.

KorkeicheEin weiteres Projekt der portugiesischen Ratspräsidentschaft war die so genannte Lissabon-Strategie. Diese hatte zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union gegenüber den Konkurrenten Japan und USA zu steigern und setzte dabei vor allem auf die Förderung von Wissen und Innovation.

Das Motiv

Die Münze zeigt eine Korkeiche, ein in er portugiesischen Heraldik weit verbreitetes Symbol. In diesem Fall steht sie mit ihrer knorrigen, verästelten Baumkrone für die aus 27 Nationen bestehende Europäische Union. Links neben dem Stamm der Korkeiche ist das Wappen Portugals (das eigentliche Wappen vor dem Hintergrund der stilisierten Armillarsphäre) zu sehen, rechts neben dem Stamm der Schriftzug PORTUGAL. Unterhalb des Motivs steht im Halbrund zunächst das Zeichen der Gestalterin Maria Irene Vilar, die Jahreszahl 2007, das Zeichen der Münzprägestätte „INCM“ und dann der Ausgabeanlass „PRESIDÊNCIA DO CONSELHO DA UE“ („EU-Ratspräsidentschaft“). Die Münze erschien am 2. Tag der portugiesischen Präsidentschaft, dem 2. Juli 2007 mit einer Auflage von 1,275 Millionen Stück.

Bildnachweis: Korkeiche von wikimedia commons / Hannes Grobe

50 Jahre Römische Verträge

26.10.2013 2007, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien Keine Kommentare

Vertrag_von_RomDie erste Gemeinschaftsausgabe aller Mitglieder der Eurozone erschien am 25. März 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichung der Römischen Verträge. Jene zwischen den Benelux-Staaten, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik geschlossenen Abkommen können als Ursprung der heutigen Europäischen Union betrachtet werden.

Es handelt sich dabei um drei verschiedene Vertragsdokumente, die am 25. März 1957 im Senatorenpalast in Rom unterzeichnet wurden und am 1. Januar des Folgejahres in Kraft traten. Der EWG-Vertrag besiegelte die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die – später nur noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – das Hauptelement der europäischen Vertragsinstitutionen bilden sollte. Wegweisend war auch das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften. Dieses sah vor, dass die bestehenden europäischen Organisationen ein Parlament, einen Gerichtshof und einen Wirtschafts- und Sozialausschuss als gemeinsame Institutionen haben sollten. Schon hier wurde also die Weiche gestellt, die den Weg zur letztlichen Vereinigung der meisten europäischen Organisationen unter dem Dach der Europäischen Union wies. Der EURATOM-Vertrag schließlich sah die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft vor. Ziel dieser bis heute bestehenden Organisation ist einerseits die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie und andererseits die Organisation von Schutzmaßnahmen vor möglichen negativen Auswirkungen dieser umstrittenen Technologie.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt im Vordergrund den Vertrag in Form eines aufgeschlagenen Buches. Den Hintergrund bildet das markante Bodenmuster des Kapitolsplatzes in Rom (siehe Bild). An diesem Platz befindet sich der Senatorenpalast, der Ort der Unterzeichung der Verträge. Die auf die Münze geprägten Schriftteile unterscheiden sich von Ausgabeland zu Ausgabeland. In der Regel sind diese in der jeweiligen Amtssprache gehalten. Oberhalb des Motivs steht so der Anlass der Ausgabe, darunter die Landesbezeichnung. In der Mitte, gleich über dem stilisierten Vertrag, das Wort „Europa“. Auf der belgischen Ausgabe ist der Ausgabeanlass in lateinischer Sprache zu lesen, um eine Prägung in allen drei Amtssprachen Belgiens zu umgehen. Auf der finnischen Münze ist der Ausgabeanlass in der zweiten Amtssprache Schwedisch als Randprägung zu finden.

Eine weitere Besonderheit ist die luxemburgische Ausgabe. Das Großherzogtum ist gesetzlich verpflichtet, auf jede seiner Münzen das Konterfei des Monarchen zu prägen. Im linken Bildbereich, knapp unterhalb der Mitte, befindet sich auf der luxemburgischen Ausgabe so ein Medaillon, auf dem das Profil von Großherzog Henri zu erkennen ist.

Drei EU-Mitglieder, die 2007 den Euro (noch) nicht als Zahlungsmittel nutzten, beteiligten sich mit Münzprägungen in ihren jeweiligen Landeswährungen an der Gemeinschaftsausgabe: Zypern mit einer 1-Lira-Münze, Rumänien mit einer 10-Lei-Münze sowie Ungarn mit einer 50-Forint-Münze.

Bildquellenachweis: wikimedia commons / Manfred Heyde (Kapitolsplatz)

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