Kategorie: Luxemburg

Großherzogliche Residenz Schloss Berg

15.02.2014 2008, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Schloss BergIn der Reihe „Großherzogliche Dynastie“ bringt Luxemburg auch 2008 wieder eine 2-Euro-Gedenkmünze heraus. Sie ist Schloss Berg, der Hauptresidenz der luxemburgischen Großherzöge gewidmet.

Schloss Berg, in der Gemeinde Colmar Berg im Herzen des Großherzogtums Luxemburg gelegen, ist die Residenz des Großherzogs Henri. Seine Geschichte als Sitz der luxemburgischen Landesherren ist verhältnismäßig jung. Sie geht zurück ins Jahr 1845. Damals war Luxemburg noch in Personalunion mit den Niederlanden verbunden gewesen. Die Abspaltung Belgiens jedoch hatte 1830 die territoriale Verbindung zwischen beiden Ländern durchbrochen. Luxemburg, das bisher de facto wie eine niederländische Provinz regiert worden war, erlangte so eine größere Eigenständigkeit.

Um seinen Anspruch auf das nunmehr abgelegene Territorium zu unterstreichen und die dortigen Untertanen ihm gewogen zu stimmen, suchte König Wilhelm II. eine Zweitresidenz in Luxemburg. So erwarb er 1845 von dem Industriellen Baron du Pasquier Schloss Berg. 1848 wurde das Anwesen als exklusive Residenz des Großherzogs in der Verfassung festgeschrieben.

Schloss BergAls Wilhelm III. 1890 kinderlos starb, endete die Personalunion mit den Niederlanden. Der luxemburgische Thron und somit auch Schloss Berg gingen an das Haus Nassau-Weilburg über. Erster Hausherr aus der neuen Herrscherdynastie war Großherzog Adolph. Dessen Sohn Wilhelm IV. verfügte 1906 Abriss und Neubau des Familiensitzes. Die Arbeiten am neuen Schloss dauerten bis 1911 an und wurden von den Architekten Max Ostenrieder aus München und Pierre Funck-Eydt aus Luxemburg geleitet. Der markante Turm wurde nach dem Vorbild des Turms von Schloss Kospoda in Thüringen errichtet, dessen Urheber ebenfalls Max Ostenrieder war.

Die Weltwirtschaftskrise ab Ende der 1920er Jahre brachte auch die luxemburgische Herrscherfamilie in finanzielle Nöte. Großherzogin Charlotte erreichte daraufhin eine Übereinkunft, die einen Verkauf u. a. von Schloss Berg an den luxemburgischen Staat vorsah. Das Nutzungsrecht der Familie sollte von dem 1934 geschlossenen Abkommen nicht beeinträchtigt werden.

Das Schloss aus der VogelperspektiveIn der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1940 überfielen deutsche Truppen Luxemburg. Die hoffnungslos unterlegenen Luxemburger leisteten kaum Widerstand. Die großherzogliche Familie floh einstweilen nach Frankreich und später weiter. Schloss Berg fiel so in die Hände der Deutschen. Die Nazis richteten hier eine sogenannte „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ (NAPOLA) für Mädchen ein, die faktisch bis zur Befreiung durch die Alliierten Bestand hatte.

Die Schäden am Gebäude waren danach so groß, dass es erst unter Großherzog Jean ab 1964 wieder genutzt werden konnte. Die deutschen Besatzer sollen außerdem zahlreiche Kunstwerke aus dem Schloss gestohlen haben.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt – wie alle luxemburgischen Münzen – das Antlitz des amtierenden Großherzogs. In diesem Fall befindet sich das Halbrofil Henris in der linken Münzhälfte. Rechts daneben ist das Schloss mit seinem markanten Turm zu sehen. Am unteren Rand des Münzkerns ist das Ausgabeland zu lesen: „LËTZEBUERG“. Am oberen Rand etwas links von der Mitte steht die Jahrezahl „2008“ ebenso wie das Zeichen der französischen Prägestätte. Die Sondermünze erschien am 1. Februar 2008 mit einer Auflage von 1,042 Millionen Stück.

Bildnachweis: Wikimedia Commons / Nikilux (Schloss Berg), flickr.com / fs999 (Vogelperspektive)

50 Jahre Römische Verträge

26.10.2013 2007, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien Keine Kommentare

Vertrag_von_RomDie erste Gemeinschaftsausgabe aller Mitglieder der Eurozone erschien am 25. März 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichung der Römischen Verträge. Jene zwischen den Benelux-Staaten, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik geschlossenen Abkommen können als Ursprung der heutigen Europäischen Union betrachtet werden.

Es handelt sich dabei um drei verschiedene Vertragsdokumente, die am 25. März 1957 im Senatorenpalast in Rom unterzeichnet wurden und am 1. Januar des Folgejahres in Kraft traten. Der EWG-Vertrag besiegelte die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die – später nur noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – das Hauptelement der europäischen Vertragsinstitutionen bilden sollte. Wegweisend war auch das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften. Dieses sah vor, dass die bestehenden europäischen Organisationen ein Parlament, einen Gerichtshof und einen Wirtschafts- und Sozialausschuss als gemeinsame Institutionen haben sollten. Schon hier wurde also die Weiche gestellt, die den Weg zur letztlichen Vereinigung der meisten europäischen Organisationen unter dem Dach der Europäischen Union wies. Der EURATOM-Vertrag schließlich sah die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft vor. Ziel dieser bis heute bestehenden Organisation ist einerseits die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie und andererseits die Organisation von Schutzmaßnahmen vor möglichen negativen Auswirkungen dieser umstrittenen Technologie.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt im Vordergrund den Vertrag in Form eines aufgeschlagenen Buches. Den Hintergrund bildet das markante Bodenmuster des Kapitolsplatzes in Rom (siehe Bild). An diesem Platz befindet sich der Senatorenpalast, der Ort der Unterzeichung der Verträge. Die auf die Münze geprägten Schriftteile unterscheiden sich von Ausgabeland zu Ausgabeland. In der Regel sind diese in der jeweiligen Amtssprache gehalten. Oberhalb des Motivs steht so der Anlass der Ausgabe, darunter die Landesbezeichnung. In der Mitte, gleich über dem stilisierten Vertrag, das Wort „Europa“. Auf der belgischen Ausgabe ist der Ausgabeanlass in lateinischer Sprache zu lesen, um eine Prägung in allen drei Amtssprachen Belgiens zu umgehen. Auf der finnischen Münze ist der Ausgabeanlass in der zweiten Amtssprache Schwedisch als Randprägung zu finden.

Eine weitere Besonderheit ist die luxemburgische Ausgabe. Das Großherzogtum ist gesetzlich verpflichtet, auf jede seiner Münzen das Konterfei des Monarchen zu prägen. Im linken Bildbereich, knapp unterhalb der Mitte, befindet sich auf der luxemburgischen Ausgabe so ein Medaillon, auf dem das Profil von Großherzog Henri zu erkennen ist.

Drei EU-Mitglieder, die 2007 den Euro (noch) nicht als Zahlungsmittel nutzten, beteiligten sich mit Münzprägungen in ihren jeweiligen Landeswährungen an der Gemeinschaftsausgabe: Zypern mit einer 1-Lira-Münze, Rumänien mit einer 10-Lei-Münze sowie Ungarn mit einer 50-Forint-Münze.

Bildquellenachweis: wikimedia commons / Manfred Heyde (Kapitolsplatz)

Großherzogliches Palais zu Luxemburg

16.08.2013 2007, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

2-Euro-Münze Großherzogliches PalaisAls vierte Gedenkmünze der Reihe „Großherzogliche Dynastie“ erscheint 2007 eine Münze, die dem Großherzoglichen Palais gewidmet ist. Auch auf dieser luxemburgischen Münze ist der Kopf des derzeitigen Großherzogs Henri im Halbprofil zu sehen.

Das Großherzogliche Palais ist die offizielle Residenz des luxemburgischen Monarchen. Es befindet sich unmittelbar in der verkehrsberuhigten Innenstadt von Luxemburg und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Einst diente es als Rathaus der Stadt Luxemburg. Es entstand im 16. Jahrhundert, nachdem der Vorgängerbau bei einer Pulverexplosion zerstört worden war. Der Renaissancebau wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erweitert und umgebaut. Während der napoleonischen Herrschaft richtete sich die französische Verwaltung in dem Haus ein.

Ab 1817 wurde aus dem ehemaligen Rathaus der Sitz des Monarchen. 1859 erfolgte der Anbau eines Parlamentsgebäudes, in dem bis heute die luxemburgische Abgeordnetenkammer zu Hause ist. Während der niederländisch-luxemburgischen Personalunion beherbergte das Haus den in Den Haag ansässigen Landesherrn naturgemäß eher selten. Dies änderte sich mit dem Übergang des luxemburgischen Throns auf das Haus Nassau-Weilburg 1890, der dem Land wieder ein eigenes Herrscherhaus bescherte.

Das Großherzogliche Palais mit angrenzendem ParlamentsgebäudeBei Einmarsch der deutschen Truppen 1940 ging die großherzogliche Familie ins Exil. Das somit verwaiste Palais wurde von der nationalsozialistischen Besatzungsmacht genutzt, wobei zahlreiche Einrichtungsgegenstände beschädigt oder gar zerstört wurden. 1945 kehrte die Großherzogin Charlotte mit ihrer Familie nach Luxemburg zurück. Seitdem dient das Großherzogliche Palais wieder als Residenz und Amtssitz des Monarchen.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze ist zweigeteilt: links bzw. im Hintergrund ist das Großherzogliche Palais zu sehen, rechts bzw. im Vordergrund der amtierende Großherzog Henri. Luxemburgischem Recht zufolge muss das Konterfei des Landesvaters auf jeder Münze abgebildet sein. Der Landesname „LËTZEBUERG“ ist am unteren Rand des Münzkerns zu lesen. Die Jahreszahl „2007“ steht links, ebenso wie die Münzzeichen der französischen Prägestätte. Due von Alain Hoffmann gestaltete Münze erschien am 2. Februar 2007 mit einer Auflage von 1,031 Millionen.

Bildnachweis: Großherzogliches Palais von Cayambe / Wikipedia LB

25. Geburtstag von Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg

15.07.2013 2006, Luxemburg Keine Kommentare

2 euro gedenkmünze guillaume von luxemburgSelten ist es wohl jemand in so jungen Jahren vergönnt, auf einer Münze abgebildet zu werden – es sei denn, er ist bereits durch seine Abstammung zu Ehren gekommen. So ist es der Fall bei Guillaume, dem Thronfolger des Großherzogtums Luxemburg, der 2006 seinen 25. Geburtstag feierte. Neben seinem Gesicht im Profil durfte natürlich das seines Vaters auf der 2-Euro-Sondermünze nicht fehlen.

Der älteste Sohn von Großherzog Henri und seiner Frau Maria Teresa wurde am 11. November 1981 in Luxemburg geboren. Seine offiziellen Titel lauten seit 2000 „Erbgroßherzog von Luxemburg“, „Erbprinz von Nassau“ und „Prinz von Bourbon-Parma“. Wie es in diesen Kreisen zum guten Ton gehört, besuchte der Kronprinz eine Privatschule in der Schweiz, wo er das französische Abitur machte. Ebenso den Gepflogenheiten royaler Familien entsprechend, genoss er eine militärische Ausbildung – und zwar an der bekannten Akademie Sandhurst in England. Per Erlass wurde er zum Oberstleutnant der luxemburgischen Armee ernannt. Später studierte er Politikwissenschaft und Geschichte in Durham (England), London und Angers (Frankreich).

Am 18. Dezember 2000 wurde Guillaume der Titel „Erbgroßherzog“ verliehen. Seitdem tritt er verstärkt bei offiziellen Anlässen in Erscheinung. Er ist Mitglied im Staatsrat, einem politischen Organ des Großherzogtums, das nur beratende Funktion hat. Außerdem vertrat er den luxemburgischen Hof mehrfach bei Geburtstagen, Taufen und anderen Festen des europäischen Hochadels. Auch engagiert er sich im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich als Schirmherr verschiedener Organisationen und Veranstaltungen.

Anlässlich seiner Hochzeit mit der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy wurde er 2012 erneut auf einer luxemburgischen 2-Euro-Münze abgebildet.

Das Motiv

Die Münze zeigt das Profil des Erbgroßherzogs Guillaume im Hintergrund sowie das Profil seines Vaters, Großherzog Henri im Vordergrund. Darüber ist im Halbrund der Landesname „LËTZEBUERG“ zu lesen, darunter die Jahreszahl 2006. Die Münze erschien am 1. Februar 2006 mit einer Auflage von 1.059.000 Stück. Das Design der Sondermünze übernahm Patrice Bernabei.

Großherzöge Henri und Adolph von Luxemburg

07.07.2013 2004, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Euromünze Großherzöge Henri und Adolph von LuxemburgDer Euro-Sondermünzen-Jahrgang 2005 beginnt mit einer luxemburgischen Ausgabe – wiederum aus der Serie „Großherzogliche Dynastie“. Und wieder ist darauf Großherzog Henri abgebildet, dieses Mal gemeinsam mit seinem Urahn Adolph I. Gleich drei Jubiläen sind Anlass dieser Prägung: der 50. Geburtstag des amtierenden Monarchen, der 5. Jahrestag seiner Thronbesteigung und der 100. Todestag von Großfürst Adolf. Die Sondermünze erschien am 15. Februar 2005 in einer Auflage von 2.774.000.

Henri, der derzeitige Großherzog, bestieg am 7. Oktober 2000 den luxemburgischen Thron. Zuvor hatte er bereits 2 Jahre lang die Amtsgeschäfte für seinen Vater Großherzog Jean geführt, der schließlich zu Gunsten seines Sohnes abdankte. Auch Jean kam übrigens auf diese Weise ins Amt, als seine Mutter, die Großherzogin Charlotte von Luxemburg, ihm 1964 den Thron überließ.

Ein einschneidendes Ereignis in Henris bisheriger Amtszeit bildet die Staatskrise vom Dezember 2008 (also drei Jahre nach Ausgabe der Sondermünze). Henri weigerte sich damals ein vom Parlament beschlossenes Gesetz zur Regelung der Sterbehilfe zu unterzeichnen. Es war das erste Mal seit 1912, dass der Großherzog einem Gesetz seine formelle Billigung verwehrte. Das Parlament beschloss daraufhin kurzerhand eine Verfassungsänderung. Der entsprechende Passus, der eine Bestätigung der Gesetze durch den Monarchen vorsieht, wurde gestrichen. Seither obliegt es dem Großherzog lediglich, die Gesetze zu verkünden.

Henris Vorfahr Adolf ist der Begründer der Dynastie des Hauses Nassau-Weilburg. Er wurde am 24. Juli 1817 auf Schloss Biebrich, heute Wiesbaden, geboren. Ab 1839 war er Herzog von Nassau. Fünf Jahre später heiratete er die russische Großfürstin und Zarennichte Elisabeth Michailowna Romanowa. Nur ein Jahr später kamen seine Frau und seine Tochter bei deren Geburt ums Leben. Adolf errichtete Elisabeth zu Ehren eine russisch-orthodoxe Kirche auf dem Wiesbadener Neroberg.

Adolph und Adelheid von Luxemburg

In zweiter Ehe war Adolf ab 1851 mit Adelheid Marie von Anhalt-Dessau verheiratet. Fünf Kinder bekam Adelheid von Adolf, darunter auch der spätere Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg (*1852, †1912). Den Thron des Großherzogtums erlangte Adolf jedoch erst später. Zunächst ereilte ihn ein weit unerfreulicheres Schicksal. Im Deutschen Krieg hatte Adolf sich auf die Seite der Gegner Preußens geschlagen. Nach der Niederlage wurde nunmehr das Herzogtum Nassau von den siegreichen Preußen annektiert – der nassauische Thron war somit verloren. Um sein Amt gekommen reiste Adolf viel und hielt sich überwiegend – jenseits der nassauischen Grenzen – in Wien und Frankfurt auf.

1890 schließlich fiel Adolf durch den Tod des niederländischen Königs Wilhelm III., der in Personalunion auch Großherzog von Luxemburg war, der luxemburgische Thron zu. Abweichende Erbfolgeregelungen beendeten die niederländisch-luxemburgische Personalunion. Als Protestant wurde Adolph Herrscher über das katholische Luxemburg und erster Großherzog aus dem Hause Nassau-Weilburg. Aus der Tagespolitik im liberalen Luxemburg hielt sich der als reaktionär geltende Adolph weitgehend heraus. Er starb 1905 mit 88 Jahren als damals ältester regierender Monarch Europas. Adolph liegt ebenso wie sein Sohn Wilhelm IV. im heute hessischen Weilburg begraben. Die dortige Fürstengruft in der Schlosskirche gilt als luxemburgisches Territorium und wird gelegentlich von Hoheiten aus dem kleinen Großherzogtum besucht.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt die beiden Großherzöge im Profil, den Blick nach rechts gerichtet. Das Konterfei Adolfs befindet sich etwas verkleinert im Hintergrund, das seines Nachfahren im Vordergrund. Gemäß den Anlässen der Ausgabe ist darunter der Name („HENRI“) mit dem Geburtsjahr (*1955) bzw. der Name („ADOLPHE“) mit dem Todesjahr („†1905“) zu lesen. Im Halbrund über den Köpfen ist auf Französisch zu lesen „GRAND-DUCS DE LUXEMBOURG“ („Großherzöge von Luxemburg“).

Großherzog Henri von Luxemburg

02.07.2013 2004, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Sondermünze Großherzog Henri von Luxemburg

Die zweite 2-Euro-Gedenkmünze kommt aus dem kleinsten Gründungsstaat der Europäischen Währungsunion – Luxemburg. Abgebildet ist darauf Großherzog Henri, der Monarch des Landes. Die Zentralbank von Luxemburg begründete damit am 26. Juli 2004 die Serie „Großherzogliche Dynastie“, in der weitere 2-Euro-Sondermünzen erscheinen.

Die heutige luxemburgische Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg, geht zurück auf Großherzog Adolph I. Seine Regentschaft (1890 bis 1905) beendete die Personalunion Luxemburgs mit den Niederlanden. Als sein Vorgänger Wilhelm III. von Nassau-Oranien starb, war keiner seiner drei Söhne noch am Leben. Den niederländischen Thron erbte so seine Tochter Wilhelmina. Die luxemburgische Erbfolgeregelung sah eine weibliche Thronfolge nicht vor. Gemäß einem zwischen verschiedenen Zweigen des Hauses Nassau geschlossenen Vertrag ging der Titel des Großherzogs von Luxemburg auf den nächsten männlichen Verwandten – Adolph von Nassau-Weilburg – über. Dies besiegelte nicht nur das Ende der Personalunion, sondern auch die vollständige Unabhängigkeit Luxemburgs.

Das Motiv

Die 2-Euro-Münze, geprägt in einer Auflage von 2.501.800 Exemplaren, zeigt Großherzog Henri im Profil. Dieses Motiv ziert auch alle regulären Kursmünzen Luxemburgs. Ergänzt wird es auf der Sondermünze jedoch durch sein gekröntes Monogramm (ein großes „H“). Neben Jahreszahl und Landesbezeichnung („LËTZEBUERG“) trägt der Münzrand die Schrift „HENRI – Grand-Duc de Luxembourg“ („Henri – Großherzog von Luxemburg“). Der Entwurf der Münze stammt von Patrice Bernabei.

Henri von Nassau-Weilburg, Großherzog von Luxemburg

Großherzog Henri (siehe Bild rechts) wurde am 16. April 1955 auf Schloss Betzdorf geboren. Nach dem Schulbesuch in Luxemburg und Frankreich studierte er Politikwissenschaften an der Universität Genf. Eine militärische Ausbildung erhielt er an der bekannten britischen Militärakademie Sandhurst. Den luxemburgischen Thron bestieg er am 7. Oktober 2000, nachdem sein Vater Jean zu seinen Gunsten abgedankt hatte.

Auf einer Liste der reichsten Monarchen Europas rangiert der Herrscher des kleinen Großherzogtums mit einem Vermögen von knapp über 1 Milliarde Euro auf dem respektablen 4. Platz. Was die Abbildung auf Euromünzen angeht, belegt Henri mit 19 Münzen den Spitzenplatz. Niemand ist auf so vielen verschiedenen Münzen der Europäischen Währungsunion zu sehen. Kein Wunder, denn bislang ist auf jeder luxemburgischen 2-Euro-Sondermünze – die Gemeinschaftsausgaben der Währungsunion ausgenommen – neben anderen Motiven auch das Gesicht Henris geprägt.

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