Kategorie: Finnland

90 Jahre Unabhängigkeit Finnlands

12.02.2014 2007, Finnland Keine Kommentare

90 Jahre FinnlandFinnland feiert im Jahr 2007 den 90. Jahrestag seiner Unabhängigkeit mit der Herausgabe  einer 2-Euro-Gedenkmünze.

Wie andere europäische Nationen war auch Finnland in seiner Geschichte lange Zeit ein  Zankapfel zwischen zwei benachbarten Großmächten und stand dementsprechend lange unter  fremder Herrschaft. Fast sieben Jahrhunderte wurden die Finnen so von Stockholm aus regiert. Die Expansion Schwedens nach Osten sorgte von Beginn an für Unruhe bei Russland und seinen  Vorgängerstaaten. In zahlreichen Kriegen wurde die Grenze zwischen den beiden Großmächten mal nach Osten und mal nach Westen verschoben. Die schwedische Niederlage im Großen Nordischen Krieg von 1700 bis 1721 setzte Stockholms Expansionspolitik ein Ende. Es musste seinen Besitzungen im nördlichen Baltikum und auch Gebiete im Südosten des damaligen  Finnland an Russland abtreten. Im Finnischen Krieg 1808-1809 schließlich gelang es Russland, sich ganz Finnland einzuverleiben.

1 Finnische Mark von 1866Der russische Zar Alexander, nun neuer Herrscher über Finnland, erklärte zwar, dieses sei  nunmehr „für immer“ Teil Russlands, legte aber unfreiwillig den Grundstein für die spätere  Eigenstaatlichkeit seiner neu erworbenen Provinz. Um nämlich den andauernden Widerstand  gegen die neuen Herren zu befrieden, sah sich Russland zu Zugeständnissen an die Finnen  gezwungen. War ihr Land zuvor integraler Bestandteil des schwedischen Kernstaates gewesen,  so war es jetzt nominell ein eigenständiges Großfürstentum – freilich in Personalunion mit  dem Zarenreich. Viele Regelungen aus schwedischer Zeit blieben bestehen. So etwa die  Entsendung von Abgeordneten ins Parlament – mit dem feinen aber entscheidenden Unterschied,  dass dieses Parlament nun natürlich nicht mehr das schwedische war und in Stockholm tagte,  sondern in Helsinki zusammenkam und nur noch aus finnischen Delegierten bestand. Auf diese  Weise kamen die Finnen zu ihren eigenen politischen Institutionen. Ab 1860 kam auch eine eigene Währung in Umlauf – die Finnische Mark.

Natürlich aber änderte all das nichts an dem Umstand, dass die Unabhängigkeit fehlte und die  Finnen unter russischer Herrschaft auch Zeiten heftiger Unterdrückung erleben mussten. Wohl  und Wehe hingen stets vom jeweiligen Regenten in St. Petersburg ab. Während Alexander II.  als Unterstützer der finnischen Autonomie galt, dem auf dem Helsinkier Senatsplatz ein bis  heute bestehendes Denkmal gesetzt wurde, verantworteten vor allem seine Nachfolger Alexander  III. und Nikolaus II. eine Politik der Russifizierung, die die Unabhängigkeitsbestrebungen  in Finnland noch anheizen sollten.

Finnlands neues Parlament 1907Wie die Russische Revolution von 1905 den Anfang vom Ende des Zarenreiches einläutete, so  bedeutete sie auch den Anfang vom Ende der russischen Herrschaft über Finnland. Mit einem  umfassenden Generalstreik rang man dem politisch geschwächten Zaren Zugeständnisse ab. So  wurde das alte, nur bei Bedarf auf Geheiß des Monarchen zusammengerufene  Vierkammernparlament abgeschafft und durch ein neues, ständig tagendes Parlament, das auf  Grundlage eines allgemeinen und gleichen Wahlrechts gebildet wurde, ersetzt. Hier, im  Herrschaftsgebiet des ansonsten als rückständig geltenden Russischen Reiches, wurde so  erstmals in Europa den Frauen das gleiche Wahlrecht zugestanden wie ihren Landsmännern.

Dieser Liberalisierungsperiode folgte noch eine letzte Phase der Unterdrückung der  finnischen Autonomie, die faktisch erst mit der Februarrevolution 1917 enden sollte. Diese erschütterte auch Finnland und führte zu einer Auflösung der öffentlichen Ordnung. Die im Lande stehenden russischen Armeeeinheiten bildeten Arbeiter- und Soldatenräte. Gewerkschaften und Sozialdemokratische Partei erhielten auch durch die mit der politischen einhergehende wirtschaftliche Krise regen Zulauf. Die konservativ gesinnte Bevölkerung reagierte darauf ihrerseits mit der Bildung bewaffneter Schutzkorps – ein Vorspiel zum Bürgerkrieg.

Die UnabhängigkeitserklärungDie UnabhängigkeitserklärungAm 6. November 1917 schließlich wurde die wankende russische Monarchie durch die Oktoberrevolution endgültig hinweggerafft. Damit war auch die Personalunion, die Finnland an Russland band, nicht mehr vorhanden. Einen Monat später, am 6. Dezember, verabschiedete das finnische Parlament die Unabhängigkeitserklärung – gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Erst die Anerkennung der finnischen Eigenstaatlichkeit durch die sowjetrussische Regierung am 4. Januar 1918 machte jedoch den Weg für eine Aufnahme des neuen Landes in die internationale Staatengemeinschaft frei. Nur drei Wochen später jedoch hatte die junge Republik ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen. Ein Umsturzversuch der Sozialisten, die den Süden des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten, führte zu einem blutigen Bürgerkrieg. Dieser endete im Mai 1918 mit dem Sieg der bürgerlichen Kräfte.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt ein nordisches Langschiff mit 9-köpfiger Besatzung auf einem durch stilisierte Wellen dargestellten Gewässer. Darüber findet sich das Jahr der Prägung „2007“, darunter das Unabhängigkeitsjahr „1917“. Das Boot rudert nach links, geografisch also nach Westen, was die Loslösung von Russland symbolisiert. Die neun Ruderer wiederum könnten für die vergangenen neun Jahrzehnte finnischer Eigenstaatlichkeit stehen – oder aber für die neun historischen Provinzen Finnlands. Am rechten Rand des Münzinnenteils ist das Länderkürzel „FI“ zu erkennen, am linken Rand das Signet der finnischen Prägeanstalt. Die Münze zum Jahrestag der Unabhängigkeit wurde von Reijo Juhani Paavilainen gestaltet und erschien am 3. Dezember 2007 mit einer Auflage von 2 Millionen Stück.

50 Jahre Römische Verträge

26.10.2013 2007, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien Keine Kommentare

Vertrag_von_RomDie erste Gemeinschaftsausgabe aller Mitglieder der Eurozone erschien am 25. März 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichung der Römischen Verträge. Jene zwischen den Benelux-Staaten, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik geschlossenen Abkommen können als Ursprung der heutigen Europäischen Union betrachtet werden.

Es handelt sich dabei um drei verschiedene Vertragsdokumente, die am 25. März 1957 im Senatorenpalast in Rom unterzeichnet wurden und am 1. Januar des Folgejahres in Kraft traten. Der EWG-Vertrag besiegelte die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die – später nur noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – das Hauptelement der europäischen Vertragsinstitutionen bilden sollte. Wegweisend war auch das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften. Dieses sah vor, dass die bestehenden europäischen Organisationen ein Parlament, einen Gerichtshof und einen Wirtschafts- und Sozialausschuss als gemeinsame Institutionen haben sollten. Schon hier wurde also die Weiche gestellt, die den Weg zur letztlichen Vereinigung der meisten europäischen Organisationen unter dem Dach der Europäischen Union wies. Der EURATOM-Vertrag schließlich sah die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft vor. Ziel dieser bis heute bestehenden Organisation ist einerseits die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie und andererseits die Organisation von Schutzmaßnahmen vor möglichen negativen Auswirkungen dieser umstrittenen Technologie.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt im Vordergrund den Vertrag in Form eines aufgeschlagenen Buches. Den Hintergrund bildet das markante Bodenmuster des Kapitolsplatzes in Rom (siehe Bild). An diesem Platz befindet sich der Senatorenpalast, der Ort der Unterzeichung der Verträge. Die auf die Münze geprägten Schriftteile unterscheiden sich von Ausgabeland zu Ausgabeland. In der Regel sind diese in der jeweiligen Amtssprache gehalten. Oberhalb des Motivs steht so der Anlass der Ausgabe, darunter die Landesbezeichnung. In der Mitte, gleich über dem stilisierten Vertrag, das Wort „Europa“. Auf der belgischen Ausgabe ist der Ausgabeanlass in lateinischer Sprache zu lesen, um eine Prägung in allen drei Amtssprachen Belgiens zu umgehen. Auf der finnischen Münze ist der Ausgabeanlass in der zweiten Amtssprache Schwedisch als Randprägung zu finden.

Eine weitere Besonderheit ist die luxemburgische Ausgabe. Das Großherzogtum ist gesetzlich verpflichtet, auf jede seiner Münzen das Konterfei des Monarchen zu prägen. Im linken Bildbereich, knapp unterhalb der Mitte, befindet sich auf der luxemburgischen Ausgabe so ein Medaillon, auf dem das Profil von Großherzog Henri zu erkennen ist.

Drei EU-Mitglieder, die 2007 den Euro (noch) nicht als Zahlungsmittel nutzten, beteiligten sich mit Münzprägungen in ihren jeweiligen Landeswährungen an der Gemeinschaftsausgabe: Zypern mit einer 1-Lira-Münze, Rumänien mit einer 10-Lei-Münze sowie Ungarn mit einer 50-Forint-Münze.

Bildquellenachweis: wikimedia commons / Manfred Heyde (Kapitolsplatz)

100 Jahre Frauenwahlrecht in Finnland

11.08.2013 2006, Finnland Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze 100 Jahre Frauenwahlrecht in FinnlandFinnland widmete 2006 eine 2-Euro-Sondermünze dem 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts. Das nordeuropäische Land war damit ein Vorreiter bei der Gewährung gleicher politischer Rechte für Frauen und Männer.

Nicht ohne Grund wurde das 20. Jahrhundert rückblickend manchmal als das „Jahrhundert der Frauen“ bezeichnet. Schließlich hat die Gleichberechtigung der Geschlechter niemals zuvor solch große Fortschritte gemacht wie in jenen 100 Jahren. Am Beginn dieses Jahrhunderts stand der Kampf für das Frauenwahlrecht, der nun zum Sieg geführt werden sollte. Die französische Revolution von 1789 als die Mutter aller Demokratisierungs- und Emanzipationsbewegungen in Europa brachte mit der Frauenrechtlerin Olympe de Gouges die erste Kämpferin für das Frauenwahlrecht hervor. Mehr als ein Jahrhundert danach waren die sogenannten Suffragetten, die Frauenrechtlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts, schließlich am Ziel. Das Wahlrecht für die Frau wurde in den meisten europäischen Ländern durchgesetzt.

Miina Sillanpää - eine der ersten Frauen im ParlamentUnd Finnland spielte dabei eine Vorreiterrolle. Noch im „Großfürstentum Finnland“, das Teil des russischen Zarenreichs war, wurde 1906 das Frauenwahlrecht eingeführt. Finnland war damit die erste Region in Europa, in dem Frauen gleiche politische Rechte auf nationaler Ebene gewährt wurden. Der Kampf für ein allgemeines, beide Geschlechter einschließendes Wahlrecht war in Finnland, wie auch in anderen europäischen Nationen, eingebettet in den Kampf für die nationale Unabhängigkeit. Mit einem von den Sozialdemokraten organisierten Generalstreik forderten die Finnen 1905 neben dem Wahlrecht auch die Auflösung der kaiserlichen Regierungsbehörde, die Abschaffung der Zensur, ein Ende der von der zaristischen Regierung betriebenen Russifizierungspolitik und die Wiederherstellung der 1899 faktisch aufgehobenen Autonomie Finnlands.

Das vom verlorenen Krieg mit Japan und der Revolution von 1905 geschwächte Russland war zu Zugeständnissen bereit. Eines davon war die Einrichtung eines auf Grundlage von allgemeinen Wahlen gebildeten Parlaments. Dieses trat im März 1907 erstmals zusammen. 19 der 200 Abgeordneten waren Frauen. Die bekannteste dieser Pionierinnen war die Sozialdemokratin Miina Sillanpää (1866-1952, Bild rechts). Die Kleinbauerntochter und ehemalige Dienstmagd wurde 1926 die erste Ministerin des nun bereits unabhängigen Finnlands.

Staatspräsidentin Tarja HalonenWas die Besetzung politischer Ämter durch Frauen angeht, war Finnland 2003 übrigens erneut Vorreiter: als erster europäischer Staat wurde es mit Tarja Halonen (links) als Staatspräsidentin und Anneli Jäätteenmäki als Ministerpräsidentin von zwei Frauen regiert.

Das Motiv

Die Münze zeigt zwei Gesichter, die die beiden Geschlechter repräsentieren – eines im linken oberen Viertel, das andere – auf dem Kopf stehend – im rechten unteren Viertel. Links unten ist das Datum der Einführung des Frauenwahlrechts zu lesen: „1.10.1906“, rechts oben das Jahr der Ausgabe, unterbrochen von der Landeskennung für Finnland: „20FI06“. Die von Pertti Mäkinen entworfene Münze erschien am 4. Oktober 2006 in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren.

Bildnachweis: Tarja Halonen von Stockholm Environment Institute (SEI)

60 Jahre UNO, 50 Jahre Mitgliedschaft Finnlands

12.07.2013 2005, Finnland Keine Kommentare

Sondermünze 60 Jahre UNO, 50 Jahre Finnland in der UNOFinnland feiert mit seiner ersten 2-Euro-Gedenkmünze 60 Jahre Vereinte Nationen sowie das 50-jährige Jubiläum der eigenen Mitgliedschaft.

Noch vor Ende des 2. Weltkriegs in Asien und nicht einmal zwei Monate nach der Kapitulation Deutschlands wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco das Gründungsdokument der Vereinten Nationen unterzeichnet. Die Eile, die man hier an den Tag legte, zeigt, wie überzeugt die 51 Gründerstaaten von der dringenden Notwendigkeit dieser Organisation waren. Nachdem der Völkerbund den Ausbruch des 2. Weltkriegs nicht hatte verhindern können, sollte nun an seine Stelle eine schlagkräftigere, weil alle wichtigen Mächte der Welt vereinende Institution geschaffen werden. Wie nötig eine solche, dem Frieden verpflichtete, Organisation in der Tat gebraucht wurde, stellte sich schon kurze Zeit später heraus, als es zu den ersten Konflikten des sich entwickelnden „Kalten Krieges“ zwischen der UdSSR und den USA kam.

Plakat zur Gründung der Vereinten Nationen 1945Finnland gehörte nicht zu den Gründungsstaaten der UNO. Der Beitritt erfolgte erst 1955. Das nordeuropäische Land, das selbst eine aktive Rolle im Weltkrieg gespielt hatte, schien seine historische Lektion gelernt zu haben. Es entwickelte sich mit seiner engagierten Beteiligung – etwa an Blauhelmmissionen – zu einem Musterschüler unter den UNO-Mitgliedern. Das besondere Interesse der Finnen an den Vereinten Nationen war dabei durchaus nachvollziehbar. Als direkter Nachbar der mächtigen Sowjetunion setzten sie auf Ausgleich statt Polarisierung und verpflichteten sich zu Neutralität. Der die UNO prägende multilaterale Charakter passte da gut zum außenpolitischen Konzept der Regierungen in Helsinki.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt ein scheinbar unfertiges Puzzlespiel. Die einzelnen Teile ergeben zusammen das Bild einer Taube mit Zweig im Schnabel – jenes klassische Symbol des Friedens. Links unten ist steht im Halbrund „FINLAND – UN“, rechts das Jahr der Prägung. Auf dem Rand der Münze ist zu lesen „YK 1945 – 2005 FN“. Die Initialen stehen für die Abkürzung von „Vereinte Nationen“ in den Landessprachen Finnisch und Schwedisch. Die von Tapio Kettunen entworfene Münze erschien am 25. Oktober 2005 in einer Auflage von 2 Millionen Stück.


EU-Osterweiterung 2004

03.07.2013 2004, Finnland Keine Kommentare

Euro-Sondermünze EU-OsterweiterungDie erste finnische 2-Euro-Gedenkmünze hat ein für eine nationale Münze eher ungewöhnliches Thema: die EU-Osterweiterung im Jahr 2004. Dazu hätte man wohl eher eine Gemeinschaftsausgabe aller Euro-Teilnehmerstaaten erwartet.

Mit dieser fünften EU-Erweiterung traten zum 1. Mai 2004 zehn Staaten dem Staatenbund bei: die drei Länder des Baltikums – Estland, Lettland und Litauen – , die ostmitteleuropäischen Länder Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, sowie die Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern. Wenn man vom Beitritt der DDR zum EU-Mitglied Deutschland absieht, wurden so erstmals Länder des ehemaligen sowjetisch dominierten „Ostblocks“ der EU bei. Dieses auch als „Osterweiterung“ bezeichnete Ereignis wird als bedeutender Schritt auf dem Weg zur Wiederherstellung der europäischen Einheit betrachtet.

Ansichten der estnischen Hauptstadt TallinnDiese wohl bedeutendste Erweiterung in der Geschichte der Europäischen Union wurde mit einer Unbeschwertheit gefeiert, die heute – im Lichte der Eurokrise – schon fast etwas fremd wirken mag. Die zentrale Zeremonie fand in Dublin statt, da Irland zu diesem Zeitpunkt die EU-Ratspräsidentschaft innehatte. Gefeiert wurde aber besonders auch an den Grenzen zwischen alten und neuen EU-Mitgliedern. So etwa an der Oderbrücke zwischen Frankfurt und dem polnischen Słubice. In Görz, jener Stadt, die seit 1947 zwischen Italien und Slowenien geteilt ist, wurden zum Tag der Erweiterung Grenzzäune durch Rosenbüsche ersetzt. Für das Ausgabeland Finnland mag der Beitritt des kleinen Nachbarn Estland am wichtigsten gewesen sein. Tallinn, die malerische Hauptstadt der ehemaligen Sowjetrepublik (siehe Bild rechts), liegt mit dem Schiff nur einen Katzensprung von Helsinki entfernt und wird von vielen Finnen gern und häufig besucht – nicht zuletzt, so behaupten es böse Zungen, wegen der in Estland noch moderaten Preise für Spirituosen. Beide Nationen verbindet jedoch viel mehr. Ihre für andere Europäer nicht zu entschlüsselnden finno-ugrischen Landessprachen ähneln einander so sehr, dass ihnen die Kommunikation untereinander recht leicht fällt.

Das Motiv

Die am 28. Juli 2004 erschienene 2-Euro-Sondermünze zeigt einen stilisierten Zweig mit zehn Blättern. Diese symbolisieren die zehn neuen Mitglieder der Europäischen Union. Das Bild des aufstrebenden Zweiges, der mit einer einzigen Linie gezeichnet ist, steht für Dynamik und Wachstum. Darunter liest man die Buchstaben „EU“ gefolgt vom griechischen Buchstaben Rho (ρ), wodurch sich das Wort „Euro“ ergibt. Das ausgefallene Design der in einer Auflage von 1 Million Stück ausgegebenen Euro-Sondermünze stammt von Pertti Mäkinen.


Bildnachweis: Tallinn-Collage von Wikimedia Commons-User „The Emirr“

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