Kategorie: Deutschland

Freie und Hansestadt Hamburg

14.02.2014 2008, Deutschland Keine Kommentare

HamburgDeutschland setzt 2008 seine Bundesländerserie fort. Die diesjährige Ausgabe ist dem Land Hamburg gewidmet.

Idealer kann eine Stadt eigentlich nicht liegen: an der Mündung der Alster in den von Hochseeschiffen befahrbaren Elbestrom, an der Kreuzung mehrerer Verkehrswege, zentral in der norddeutschen Tiefebene – von hier aus erstreckt sich die Jütische Halbinsel über 400 km nach Norden. Kein Wunder also, dass sich hier die unangefochtene Metropole Norddeutschlands entwickelt hat: die Freie und Hansestadt Hamburg.

Schon im 4. Jahrhundert vor Christus soll es hier eine Ansiedlung namens Treva gegeben haben, wobei heute nicht mehr unumstritten ist, ob diese wirklich im heutigen Stadtgebiet lag. Das eigentliche Hamburg verdankt seine Entstehung der Missionierung der heidnischen Sachsen durch Karl den Großen. Der Frankenkönig ließ hier 810 eine Taufkirche errichten und zu deren Schutz ein Kastell namens „Hammaburg“. Schon zwanzig Jahre später wurde der Ort, der sich mehrerer Angriffe durch Wikinger und Slawen erwehren musste, erstmals Bischofssitz.

Hamburger Jungfernstieg um die JahrhundertwendeIn der Nähe gründete der holsteinische Graf Adolf III. im 12. Jahrhundert eine Handelssiedlung am westlichen Alsterufer. Befördert durch Handelsprivilegien und das von Kaiser Friedrich I. Barbarossa verliehene Hafenrecht erfuhr die Stadt einen regen Aufschwung. Als eine der ersten Mitgliedsstädte des Hansebundes stieg Hamburg vom regionalen zum internationalen Handelszentrum auf. Es war Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen Nord- und Ostsee.

Schon damals war die Stadt das bedeutendste Wirtschaftszentrum Norddeutschlands. 1558 wurde hier eine der ersten Börsen Deutschlands gegründet. Auch kulturell hatte die „Bürgerrepublik“ eine Vorreiterrolle inne: Die 1678 eröffnete Oper am Gänsemarkt war die erste Oper Deutschlands.

RathausDen Dreißigjährigen Krieg überstand die Hansestadt unbeschadet, durchlebte Zeiten dänischer und französischer Herrschaft. Nach Napoleons Niederlage trat Hamburg dem Deutschen Bund bei und wurde schließlich 1871 Gliedstaat des Deutschen Reiches. Seine Eigenständigkeit konnte es sich bis heute bewahren. Die heutige territoriale Ausdehnung des Stadtgebiets geht auf das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 zurück. Aus einem 415 qkm umfassenden Flickenteppich wurde so ein zusammenhängendes Gebiet von nun 755 qkm. Mehrere bis dahin zu Preußen gehörende Nachbarorte, darunter die Großstädte Altona/Elbe und Harburg-Wilhelmsburg wurden eingemeindet. Einige Territorien wurden im Gegenzug an Preußen abgetreten.

KriegszerstörungenIm heutigen Stadtbild Hamburgs sind die vom Krieg geschlagenen Wunden deutlich erkennbar. Vor allem die Serie von Luftangriffen unter dem Namen „Operation Gomorrha“ 1943 führte zur Zerstörung weiter Teile der Stadt. Nur 20% des Wohnraumes überstanden den 2. Weltkrieg unbeschadet. Als Mahnmal „den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“ erinnert noch heute die Ruine der Nikolaikirche an jene schreckliche Zeit.

Im Nachkriegsdeutschland entwickelte sich Hamburg zu einem bedeutenden Medienstandort. Mit der „Tagesschau“ wird hier vom NDR die älteste und beliebteste deutsche Fernsehnachrichtensendung produziert. Hier erscheinen mit dem „Spiegel“ und dem „Stern“ zwei der wichtigsten Nachrichtenmagazine der Bundesrepublik. Der Springer-Verlag produzierte hier bis 2008 mit „Bild“ die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes.

Blick auf den HafenNatürlich aber ist Hamburg auch heute noch vor allem für seinen seit 1189 bestehenden Hafen bekannt. Eine Hafenrundfahrt gehört zum obligatorischen Programmpunkt jeder Hamburgreise. Knapp 131 Millionen Tonnen pro Jahr wurden im Hafen zuletzt umgeschlagen. Er ist damit der größte Seehafen Deutschlands und – nach Rotterdam – der zweitgrößte Europas. Jährlich um den 7. Mai feiern die Hamburger ihren Hafen mit einem Volksfest, dem sogenannten „Hafengeburtstag“. Dem Hafen verdankt die Stadt auch das wohl bekannteste Vergnügungs- und Rotlichtviertel der Republik – die Reeperbahn.

Der Hamburger MichelDas Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zu Ehren der Freien und Hansestadt Hamburg zeigt die Hauptkirche Sankt Michaelis – im Volksmund „Hamburger Michel“ genannt – in der Seitenansicht. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und die bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands. Das heutige Gotteshaus wurde 1912 eingeweiht und ist eine Rekonstruktion des Vorgängerbaus von 1750, der bei einem Brand 1906 vollständig zerstört wurde. Der dominante, dunkle Turm mit der großen Uhr ist weithin sichtbar. Im Innenraum beeindrucken vor allem die breiten, geschwungenen Emporen. Unter dem Bild der Kirche ist der Name des Bundeslandes „HAMBURG“ zu lesen. Im Münzring ist unten „BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND“ geprägt, oben die Jahreszahl „2007“. Die Gedenkmünze erschien am 1. Februar 2008 mit einer Auflage von 30.513.630 Stück. Die Gestaltung besorgte Erich Ott.

Bildquellennachweis: Wikimedia Commons / Daniel Schwen (Rathaus); Olaf1541, Slader (Hafen); Thomas Wolf, www.foto-tw.de (Michel)

50 Jahre Römische Verträge

26.10.2013 2007, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien Keine Kommentare

Vertrag_von_RomDie erste Gemeinschaftsausgabe aller Mitglieder der Eurozone erschien am 25. März 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichung der Römischen Verträge. Jene zwischen den Benelux-Staaten, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik geschlossenen Abkommen können als Ursprung der heutigen Europäischen Union betrachtet werden.

Es handelt sich dabei um drei verschiedene Vertragsdokumente, die am 25. März 1957 im Senatorenpalast in Rom unterzeichnet wurden und am 1. Januar des Folgejahres in Kraft traten. Der EWG-Vertrag besiegelte die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die – später nur noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – das Hauptelement der europäischen Vertragsinstitutionen bilden sollte. Wegweisend war auch das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften. Dieses sah vor, dass die bestehenden europäischen Organisationen ein Parlament, einen Gerichtshof und einen Wirtschafts- und Sozialausschuss als gemeinsame Institutionen haben sollten. Schon hier wurde also die Weiche gestellt, die den Weg zur letztlichen Vereinigung der meisten europäischen Organisationen unter dem Dach der Europäischen Union wies. Der EURATOM-Vertrag schließlich sah die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft vor. Ziel dieser bis heute bestehenden Organisation ist einerseits die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie und andererseits die Organisation von Schutzmaßnahmen vor möglichen negativen Auswirkungen dieser umstrittenen Technologie.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt im Vordergrund den Vertrag in Form eines aufgeschlagenen Buches. Den Hintergrund bildet das markante Bodenmuster des Kapitolsplatzes in Rom (siehe Bild). An diesem Platz befindet sich der Senatorenpalast, der Ort der Unterzeichung der Verträge. Die auf die Münze geprägten Schriftteile unterscheiden sich von Ausgabeland zu Ausgabeland. In der Regel sind diese in der jeweiligen Amtssprache gehalten. Oberhalb des Motivs steht so der Anlass der Ausgabe, darunter die Landesbezeichnung. In der Mitte, gleich über dem stilisierten Vertrag, das Wort „Europa“. Auf der belgischen Ausgabe ist der Ausgabeanlass in lateinischer Sprache zu lesen, um eine Prägung in allen drei Amtssprachen Belgiens zu umgehen. Auf der finnischen Münze ist der Ausgabeanlass in der zweiten Amtssprache Schwedisch als Randprägung zu finden.

Eine weitere Besonderheit ist die luxemburgische Ausgabe. Das Großherzogtum ist gesetzlich verpflichtet, auf jede seiner Münzen das Konterfei des Monarchen zu prägen. Im linken Bildbereich, knapp unterhalb der Mitte, befindet sich auf der luxemburgischen Ausgabe so ein Medaillon, auf dem das Profil von Großherzog Henri zu erkennen ist.

Drei EU-Mitglieder, die 2007 den Euro (noch) nicht als Zahlungsmittel nutzten, beteiligten sich mit Münzprägungen in ihren jeweiligen Landeswährungen an der Gemeinschaftsausgabe: Zypern mit einer 1-Lira-Münze, Rumänien mit einer 10-Lei-Münze sowie Ungarn mit einer 50-Forint-Münze.

Bildquellenachweis: wikimedia commons / Manfred Heyde (Kapitolsplatz)

Bundesland Mecklenburg-Vorpommern

15.08.2013 2007, Deutschland Keine Kommentare

2-Euro-Münze Mecklenburg-VorpommernAls zweites Land ehrt Deutschland 2007 Mecklenburg-Vorpommern mit einer Gedenkmünze der Bundesländerserie.

Kreidefelsen auf RügenMecklenburg-Vorpommern, im Volksmund auch salopp als „Meck-Pomm“ bezeichnet, ist eines jener Bundesländer, die 1945 aus dem Zusammenschluss ehemaliger Teilstaaten des deutschen Reiches entstanden sind. In diesem Fall bildeten der westliche Teil der preußischen Provinz Pommern sowie das erst 1934 gebildete Land Mecklenburg zusammen das neue Land Mecklenburg-Vorpommern. Im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR wurde es jedoch schon 1952 wieder aufgelöst und sein Territorium im Wesentlichen auf die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt.

Die Wiedervereinigung 1990 führte schließlich zur Neugründung Mecklenburg-Vorpommerns mit Schwerin als Hauptstadt. Das an der Elbe gelegene und historische zu Hannover gehörende Amt Neuhaus wurde dabei an Niedersachsen abgegeben und auch der Grenzverlauf zum benachbarten Brandenburg wurde teilweise neu festgelegt.

Mecklenburg-Vorpommern ist heute bei 1,6 Millionen Einwohnern auf 23.180 qkm das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland. Nur Bremen und das Saarland haben weniger Einwohner. Einzige Großstadt des Bundeslandes ist Rostock. Entsprechend ist Mecklenburg-Vorpommern weitgehend landwirtschaftlich geprägt. Die Bedeutung der maritimen Wirtschaftszweige, etwa des Schiffbaus, ging in der Nachwendezeit spürbar zurück. Zugleich erlebte der Tourismus einen rasanten Aufschwung mit einem bis heute anhaltenden Wachstum. Kein Wunder, denn das an der Ostsee gelegene Bundesland mit den Urlaubsinseln Rügen, Hiddensee und Usedom ist nach Bayern das beliebteste deutsche Bundesland.

Die Müritz bei RöbelAn der Ostseeküste sind faszinierende Landschaften zu finden, so etwa die Steilküste im Norden Rügens (siehe oben). In den Städten, von denen viele Mitglieder des Hansebundes waren, sind Zeugnisse der für Norddeutschland typischen Backsteinarchitektur zu finden. Die Schlösser in Residenzstädten wie Güstrow oder Ludwigslust bilden weitere Anziehungspunkte. Eine touristisch bedeutende Region ist auch die Mecklenburgische Seenplatte, die nicht nur bei Wassersportlern und Bootstouristen beliebt ist. Mit der Müritz (links) beheimatet sie den größten vollständig auf deutschem Gebiet liegenden Binnensee.

Das Motiv

Das Schweriner SchlossDie Sondermünze zeigt das Wahrzeichen der Landeshauptstadt: das Schweriner Schloss. Als Parlamentssitz ist dieses auch das politische Zentrum des Bundeslandes. Der ehemalige Sitz der Mecklenburger Herzöge liegt auf einer Insel im Schweriner See. Um 965 entstand hier eine slawische Burg, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Das heutige Aussehen des Schlosses im Stil des romantischen Historismus entstand in den Jahren 1845 bis 1857. Die Münze zeigt das Schloss von der Altstadt aus gesehen. Im Vordergrund ist die stilisierte Schlossbrücke zu erkennen. Die Wellen darunter symbolisieren den Schweriner See. Unter der Abbildung ist der Name des Bundeslandes zu lesen, darunter wiederum die Initialen des Designers Heinz Hoyer. Die Gedenkmünze wurde am 9. November 2006 mit einer Auflage von 30 Millionen Stück herausgegeben.

Bildnachweise: Kreidefelsen von Richard Peter / wikimedia commons, Müritz von Leibnitz2610 / wikimedia commons, Schweriner Schloss von Хрюша / wikimedia commons

Bundesland Schleswig-Holstein

16.07.2013 2006, Deutschland Keine Kommentare

Gedenkmünze Bundesland Schleswig-HolsteinDeutschland begann 2006 seine „Bundesländerserie“ mit einer Schleswig-Holstein gewidmeten Münze. Das Thema der Münzen in der Serie richtet sich bekanntermaßen danach, welches Bundesland im Bundesrat den jährlich wechselnden Vorsitz innehat.

Häuser auf SyltSchleswig-Holstein, das nördlichste deutsche Bundesland, verdankt seine Entstehung dem Deutschen Krieg, in dem Österreich und Preußen um die Vorherrschaft im Land zwischen Hamburg und Dänemark kämpften. Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu einer preußischen Provinz vereint.

Von alters her wurde vor allem der nördliche Landesteil ebenso von Deutschen wie von Dänen sowie von Friesen besiedelt, weshalb es auch heute noch eine bedeutende dänische Minderheit im Bundesland Schleswig-Holstein gibt. Verbunden damit waren natürlich auch territoriale Konflikte zwischen dem Königreich Dänemark und Deutschland bzw. seinen Teilstaaten. Ein Schlussstrich unter den Streit um den Grenzverlauf wurde nach dem Ersten Weltkrieg gezogen. Eine Volksabstimmung führte 1921 zur Abtretung Nordschleswigs (in Dänemark als „Südjütland“ bezeichnet) an den nördlichen Nachbarn.

In seinen heutigen Grenzen entstand das Land Schleswig-Holstein 1946 durch Erlass der britischen Besatzungsmacht. Der Regierungssitz wechselte vom beschaulichen Schleswig in die Großstadt Kiel. Schleswig-Holstein nahm im Verhältnis zu seiner Größe so viele Vertriebene aus den abgetretenen deutschen Ostgebieten auf, wie kein anderes deutsches Bundesland. Der Anstieg der Bevölkerungszahl von 1,6 Millionen 1939 auf 2,7 Millionen 1949 spricht hier eine deutliche Sprache.

Im Kalten Krieg führte die strategisch günstige geographische Lage des Landes dazu, dass es zu einem Stationierungsschwerpunkt der Bundeswehr wurde. Bis heute ist diese der größte Arbeitgeber der Region. Wirtschaftlich nimmt neben Landwirtschaft, Fischerei und Seehandel der Tourismus eine bedeutende Stellung ein. Bis heute zieht das Land zwischen den zwei Meeren viele Badeurlauber aus der ganzen Bundesrepublik an. Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen sind die Nordseebäder St. Peter-Ording und Westerland auf Sylt sowie Grömitz und Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Das Motiv

Historische Postkarte mit dem HolstentorDie Münze zeigt das wohl bekannteste Bauwerk des Landes – das Lübecker Holstentor. Es gilt als Wahrzeichen der einst unabhängigen Hansestadt, die erst 1937 ins Land Schleswig-Holstein eingegliedert wurde. Das Tor ist eines von nur zwei erhaltenen Stadttoren in Lübeck. Als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung begrenzt es die heutige Altstadt nach Westen. Seinen Namen hat es vom benachbarten Herzogtum Holstein. Erbaut wurde es von 1464 bis 1478 und seitdem mehrfach restauriert, zum Teil auch abgebrochen und wieder aufgebaut. Der sumpfige Boden führte schon beim Bau dazu, dass die Türme nicht ganz parallel zueinander errichtet werden konnten. Das Bauwerk war nur ein Teil einer Reihe von zeitweise vier Holstentoren, die Besucher der stadt hintereinander zu passieren hatten. Zur Zeit der Industrialisierung wurden diese als störend empfunden und größtenteils abgerissen. Das heute als Holstentor bekannte Gebäude entging nur knapp diesem Schicksal.

Die Gedenkmünze zeigt die der Altstadt abgewandte Westseite des Tores. Darunter ist der Name des Bundeslandes „SCHLESWIG-HOLSTEIN“ zu lesen. Rechts neben der Abbildung befinden sich die Initialen des Gestalters Heinz Hoyer, „HH“, links daneben der die Prägestätte anzeigende Buchstabe. Die Münze erschien am 3. Februar 2006 mit einer Auflage von 30 Millionen Stück.

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