Kategorie: 2006

500 Jahre Päpstliche Schweizergarde

13.08.2013 2006, Vatikan Keine Kommentare

2-Euro-Münze SchweizergardeAuch der Vatikan feiert 2006 einen 500. Jahrestag mit einer 2-Euro-Sondermünze. 1506, das Todesjahr des Christoph Kolumbus, gilt als Geburtsjahr der Vatikanischen Armee.

Zu jener Zeit, am Übergang des Mittelalters zur Renaissance, genossen Schweizer Söldner einen hervorragenden Ruf. Und so war es kein Zufall, dass sich Papst Julius II. 1505 an die Eidgenossen mit der Bitte richtete, ihm ein Söldnerheer als Leib- und Palastwache zur Verfügung zu stellen. Als Gründungstag der Schweizergarde gilt der 22. Januar 1506. An diesem Tag trafen die ersten 150 Gardisten in Rom ein.

Schweizergardist in UniformMag der Zweck einer päpstlichen Armee in modernen Zeiten nicht mehr ganz nachvollziehbar sein, so zeigte sich schon bald nach deren Gründung, dass ihre Existenz durchaus Sinn machte. Im Konflikt um die Vorherrschaft in Oberitalien fielen am 6. Mai 1527 etwa 24.000 deutsche, italienische und spanische Söldner plündernd in Rom ein. Während der größte Teil der Schweizergardisten beim Versuch den Petersplatz und den dahinterliegenden Vatikan zu verteidigen umkam, floh der Papst mit etwa 40 Gardisten in die belagerte Engelsburg. Angesichts der Übermacht der Feinde musste man sich jedoch bald geschlagen geben. Mit der Niederlage musste sich Papst Clemens VII. verpflichten, die Schweizergarde aufzulösen und durch ein Heer aus deutschen Söldnern zu ersetzen. Erst Jahre später, unter Papst Paul III., konnte die Schweizergarde wieder aufgestellt werden.

Die zweite, aber auch schon letzte Unterbrechung ihrer 500-jährigen Geschichte verdankt die Schweizergarde der Französischen Revolution. Am 16. Februar 1798 besetzten französische Truppen den Vatikan, Papst Pius VI. musste Rom verlassen und seine Leibgarde wurde aufgelöst. Bis zur Neuaufstellung dauerte es dieses Mal jedoch nicht lange. Schon im Jahr 1800 konnten die Schweizergardisten ihren Dienst wieder aufnehmen.

VereidigungszeremonieEin Markenzeichen der Schweizergardisten sind ihre mittelalterlich anmutenden Uniformen und Waffen. So stehen die Soldaten in orange-blau gestreiften Gewändern mit Puffärmeln und -hosen auf ihren Posten und halten dabei eine Hellebarde in der Hand. Zur Vereidigung, die jährlich am 6. Mai stattfindet, werden gar Brustpanzer (Harnisch) und Eisenhelm (Morion) angelegt. Um ihre alltäglichen Aufgaben, in erster Linie den Schutz des Heiligen Vaters, erfüllen zu können, stehen ihnen jedoch auch moderne Waffen zur Verfügung.

Das Motiv

Die Gedenkmünze zeigt einen Schweizergardisten bei der Eidesleistung (siehe Bild). In Harnisch und Morion hat er die rechte Hand zum Schwur erhoben, die linke umfasst dabei die Gardefahne. Links und rechts neben dem Gardisten sieht man die Jahreszahlen „1506“ und „2006“. Darüber ist im Halbrund zu lesen: „GUARDIA SVIZZERA PONTIFICIA“ („Päpstliche Schweizergarde“), darunter „CITTÀ DEL VATICANO“ („Vatikanstadt“). Links neben dem Gardisten knapp über der Flagge hat sich der Gestalter mit seinem Namen verewigt: „O. ROSSI“, rechts neben dem Gardisten befindet sich das Münzzeichen „R“ für Rom. Die Gedenkmünze wurde am 9. November 2006 mit einer Auflage von 100.000 Stück ausgegeben.

Bildnachweis: Schweizergardist von Bgabel / wikimedia commons, Vereidigung von Paul Ronga / wikimedia commons

500. Todestag von Christoph Kolumbus

12.08.2013 2006, San Marino Keine Kommentare

2-Euro-Münze Christoph KolumbusSan Marino widmet seine 2-Euro-Gedenkmünze im Jahr 2006 dem 500. Todestag des wohl berühmtesten Seefahrers der Menschheitsgeschichte. Christoph Kolumbus, der gemeinhin als Entdecker Amerikas gilt, starb am 20. Mai 1506 55-jährig im spanischen Valladolid.

Mit dem „Kolumbus-Tag“ feiert man in Nord- und Südamerika gleichermaßen jedes Jahr die Landung von Christoph Kolumbus in Amerika. 1992 wurde groß der 500. Jahrestag der Entdeckung der „Neuen Welt“ begangen. Dabei ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass der Titel des Entdeckers von Amerika im Grunde nicht Kolumbus gebührt, sondern jemand anderem. Denn die ersten Europäer, die ihren Fuß auf amerikanischen Boden setzten, waren Isländer. Inzwischen gibt es archäologische Beweise dafür, dass jene Nordeuropäer, deren bekanntester Seefahrer Leif Eriksson war, damals die Ostküste des heutigen Kanada besiedelten.

Nachbau von Kolumbus' Schiff Santa MariaEtwa 500 Jahre später brachten zwischen 1492 und 1504 insgesamt vier Seereisen Kolumbus nach Amerika, bei denen er im Wesentlichen die vorgelagerten karibischen Inseln erforschte. Tragisch dabei: bis zu seinem Tod 1506 wusste Kolumbus nichts von der wahren Tragweite seiner Entdeckung. Er war überzeugt, nur einige Inseln vor der chinesischen Küste entdeckt zu haben. Denn er hatte ja nicht nach einem neuen Kontinent, sondern nach einem alternativen Seeweg nach China gesucht. Die landläufig erzählte Variante, nach der er nach Indien wollte, beruht auf einem Missverständnis. Zu Kolumbus‘ Zeiten umschloss der Begriff „Indien“ nämlich weit mehr als nur den Subkontinent südlich des Himalaya.

Christoph Kolumbus (Porträt von Sebastiano del Piombo, 1530)Während die Siedlungen der Isländer letztlich zugrundegingen und sich die Kunde von der Entdeckung eines unbekannten Landes nicht weiter auszubreiten vermochte, war dies bei Kolumbus gänzlich anders. Der Erfolg seiner Expedition war der Startschuss für die Eroberung und Besiedlung des gesamten amerikanischen Doppelkontinents durch die Europäer, eine Kolonisierung, die in ihrem Ausmaß wohl ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte bleiben wird und der die heutigen amerikanischen Nationen ihre Existenz verdanken.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt links das Konterfei Christoph Kolumbus‘ und rechts daneben seine drei Schiffe Nina, Pinta und Santa Maria, mit denen er 1492 den Atlantik überquerte. Rechts oben ist eine Sonne in Form einer Windrose zu sehen. Am unteren Bildrand sind im Halbrund die Jahreszahlen 1506-2006 und darunter die Initialen der Designerin Luciana de Simoni (LDS) zu lesen, gegenüber, am oberen Bildrand der Landesname SAN MARINO. Das Münzzeichen „R“, rechts neben dem Kolumbus‘ Kopf, verweist auf die Prägestätte Rom. Die 2-Euro-Gedenkmünze wurde am 17. Oktober 2006 mit einer Auflage von 120.000 Stück ausgegeben.

Bildnachweis: Santa Maria von Parpan05 / wikimedia commons

100 Jahre Frauenwahlrecht in Finnland

11.08.2013 2006, Finnland Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze 100 Jahre Frauenwahlrecht in FinnlandFinnland widmete 2006 eine 2-Euro-Sondermünze dem 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts. Das nordeuropäische Land war damit ein Vorreiter bei der Gewährung gleicher politischer Rechte für Frauen und Männer.

Nicht ohne Grund wurde das 20. Jahrhundert rückblickend manchmal als das „Jahrhundert der Frauen“ bezeichnet. Schließlich hat die Gleichberechtigung der Geschlechter niemals zuvor solch große Fortschritte gemacht wie in jenen 100 Jahren. Am Beginn dieses Jahrhunderts stand der Kampf für das Frauenwahlrecht, der nun zum Sieg geführt werden sollte. Die französische Revolution von 1789 als die Mutter aller Demokratisierungs- und Emanzipationsbewegungen in Europa brachte mit der Frauenrechtlerin Olympe de Gouges die erste Kämpferin für das Frauenwahlrecht hervor. Mehr als ein Jahrhundert danach waren die sogenannten Suffragetten, die Frauenrechtlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts, schließlich am Ziel. Das Wahlrecht für die Frau wurde in den meisten europäischen Ländern durchgesetzt.

Miina Sillanpää - eine der ersten Frauen im ParlamentUnd Finnland spielte dabei eine Vorreiterrolle. Noch im „Großfürstentum Finnland“, das Teil des russischen Zarenreichs war, wurde 1906 das Frauenwahlrecht eingeführt. Finnland war damit die erste Region in Europa, in dem Frauen gleiche politische Rechte auf nationaler Ebene gewährt wurden. Der Kampf für ein allgemeines, beide Geschlechter einschließendes Wahlrecht war in Finnland, wie auch in anderen europäischen Nationen, eingebettet in den Kampf für die nationale Unabhängigkeit. Mit einem von den Sozialdemokraten organisierten Generalstreik forderten die Finnen 1905 neben dem Wahlrecht auch die Auflösung der kaiserlichen Regierungsbehörde, die Abschaffung der Zensur, ein Ende der von der zaristischen Regierung betriebenen Russifizierungspolitik und die Wiederherstellung der 1899 faktisch aufgehobenen Autonomie Finnlands.

Das vom verlorenen Krieg mit Japan und der Revolution von 1905 geschwächte Russland war zu Zugeständnissen bereit. Eines davon war die Einrichtung eines auf Grundlage von allgemeinen Wahlen gebildeten Parlaments. Dieses trat im März 1907 erstmals zusammen. 19 der 200 Abgeordneten waren Frauen. Die bekannteste dieser Pionierinnen war die Sozialdemokratin Miina Sillanpää (1866-1952, Bild rechts). Die Kleinbauerntochter und ehemalige Dienstmagd wurde 1926 die erste Ministerin des nun bereits unabhängigen Finnlands.

Staatspräsidentin Tarja HalonenWas die Besetzung politischer Ämter durch Frauen angeht, war Finnland 2003 übrigens erneut Vorreiter: als erster europäischer Staat wurde es mit Tarja Halonen (links) als Staatspräsidentin und Anneli Jäätteenmäki als Ministerpräsidentin von zwei Frauen regiert.

Das Motiv

Die Münze zeigt zwei Gesichter, die die beiden Geschlechter repräsentieren – eines im linken oberen Viertel, das andere – auf dem Kopf stehend – im rechten unteren Viertel. Links unten ist das Datum der Einführung des Frauenwahlrechts zu lesen: „1.10.1906“, rechts oben das Jahr der Ausgabe, unterbrochen von der Landeskennung für Finnland: „20FI06“. Die von Pertti Mäkinen entworfene Münze erschien am 4. Oktober 2006 in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren.

Bildnachweis: Tarja Halonen von Stockholm Environment Institute (SEI)

Das Brüsseler Atomium

06.08.2013 2006, Belgien Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze AtomiumWie auch die zweite und dritte 2-Euro-Gedenkmünze des Jahres 2006, zeigt die belgische Ausgabe das Wahrzeichen einer europäischen Großstadt. In diesem Fall ist es jenes der belgischen Hauptstadt, nämlich das Atomium. Anlass der Ausgabe ist nicht etwa ein Jahrestag, sondern die Wiedereröffnung des eigenwilligen Baus nach knapp zweijähriger Instandsetzung.

Das Atomium entstand im Jahr 1958 anlässlich der Weltausstellung in Brüssel. Jene erste Expo nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt von der Euphorie zu Beginn des Atomzeitalters. Von der friedlichen Nutzung der Kernenergie erhoffte man sich damals alle möglichen Fortschritte – auch im Alltagsleben. Die Gefahren, die von der Umweltzerstörung und speziell der atomaren Strahlung ausgehen, waren im gesellschaftlichen Bewusstsein noch nicht so präsent wie heute.

Das Motiv

Das Brüsseler Atomium nach der RestaurierungDie durch Röhren verbundenen Kugeln des Atomiums stellen die Elementarzelle einer Eisen-Kristallstruktur mit ihren neuen Atomen dar. Das Gebilde ist insgesamt 102 Meter hoch, die einzelnen Kugeln haben einen Durchmesser von 18 Metern. Für Besucher besonders spannend: das Atomium ist von innen begehbar. Durch die schrägstehenden Verbindungsröhren führen zum Teil beeindruckend lange Rolltreppen. Das oberste Atom in über 100 Metern höhe ist auch über die senkrechtstehende Röhre per Aufzug zu erreichen. Dort befindet sich ein Restaurant mit Panoramablick. Auf der Münze ist das Atomium in stilisierter Form zu sehen. Oben darüber sieht man auf dem äußeren Ring der Münze ein „B“ für das Ausgabeland, unten ist das Ausgabejahr zu sehen. Rechts unten neben dem Motiv hat sich der Designer Luc Luycx mit seinen Initialen verewigt. Die Gedenkausgabe erschien am 10. April 2006 mit einer Auflage von 5 Millionen Stück.

Olympische Winterspiele Turin 2006

05.08.2013 2006, Italien Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze Olympische Winterspiele 2006 TurinNach der griechischen Ausgabe von 2004 kommt die zweite olympische 2-Euro-Münze aus Italien. Sie thematisiert die Winterolympiade 2006 im norditalienischen Turin. Pünktlich zum Eröffnungstag des Sportfestes, am 10. Februar 2006, erschien sie mit einer Auflage von 40 Millionen Stück.

Die Wahl Turins zum Austragungsort der Winterspiele kam überraschend. Es hatten sich sechs Städte, ausschließlich europäische, umd die Spiele beworben. Zur Abstimmung gestellt wurden schließlich jedoch nur zwei, nämlich Turin und das schweizerische Sion. Die Hauptstadt des Kantons Wallis hatte sich mehrfach vergeblich beworben und galt nun als großer Favorit. Wider Erwarten wurde es jedoch von der piemontesischen Metropole Turin geschlagen.

Während die Stadion-Wettkämpfe in Turin stattfanden, wurden die Outdoor-Wettkämpfe in Orten der Cottischen Alpen – bis zu 90km westlich von Turin – abgehalten. 80 Nationen beteiligten sich an den Winterspielen – eine Rekordzahl, die jedoch bereits bei den 2010 folgenden Spielen in Vancouver übertrumpft werden sollte. Erfolgreichstes Team mit 11 Goldmedaillen, zwölf mal Silber und sechs mal Bronze war die deutsche Mannschaft, gefolgt von der der USA (je 9 Gold und Silber, 7 Bronze) sowie Österreich (9 Gold und je 7 Silber und Bronze). Erfolgreichster Athlet war der südkoreanische Shorttrack-Läufe Ahn Hyun-soo, der allein drei Gold- und eine Bronzemedaille gewann. Auf dem zweiten Platz folgte der deutsche Biathlet Michael Greis mit drei Goldmedaillen. Beim Ski-Alpin Slalom der Herren schaffte es die österreichische Mannschaft alle drei Medaillen abzuräumen und hatte das Siegertreppchen für sich allein.

Das Motiv

Die Mole Antonelliana mit den Alpen im HintergrundDie Münze zeigt auf der rechten Seite einen stilisierten Abfahrtsskiläufer. Darüber ist der Anlass der Ausgabe zu lesen: „GIOCHI INVERNALI“ (zu deutsch „Winterspiele“). Links daneben ist der Name des Austragungsortes, „TORINO“, zu lesen. Darüber sehen wir das Wahrzeichen der Stadt – die Kuppel der Mole Antonelliana („Antonelli-Bau“). Jenes Gebäude entstand in den Jahren 1863 bis 1889. Zunächst war es als Synagoge gedacht und von der jüdischen Gemeinde in Turin in Auftrag gegeben worden. Der Ehrgeiz des Architekten Alessandro Antonelli, ein einzigartiges Gebäude zu errichten, trieb die Kosten derart in die Höhe, dass es schließlich die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde sprengte. Eine Bürgerinitiative übernahm daraufhin die Bauherrenschaft. Im Jahr seiner Fertigstellung war die Mole Antonelliana – nach dem Washington Monument in der US-Hauptstadt – das zweithöchste begehbare Gebäude der Welt. Überdies war es lange Zeit das höchste Ziegelgebäude. Es beherbergt heute das nationale Filmmuseum Italiens. Eine Besonderheit und beliebte Attraktion ist ein freischwebender Aufzug, der Besucher im Inneren der Kuppel zu einer Aussichtsplattform befördert. Neben der von Maria Carmela Colaneri entworfenen 2-Euro-Gedenkmünze ziert das Turiner Wahrzeichen auch das italienische 2-Cent-Stück.

Bundesland Schleswig-Holstein

16.07.2013 2006, Deutschland Keine Kommentare

Gedenkmünze Bundesland Schleswig-HolsteinDeutschland begann 2006 seine „Bundesländerserie“ mit einer Schleswig-Holstein gewidmeten Münze. Das Thema der Münzen in der Serie richtet sich bekanntermaßen danach, welches Bundesland im Bundesrat den jährlich wechselnden Vorsitz innehat.

Häuser auf SyltSchleswig-Holstein, das nördlichste deutsche Bundesland, verdankt seine Entstehung dem Deutschen Krieg, in dem Österreich und Preußen um die Vorherrschaft im Land zwischen Hamburg und Dänemark kämpften. Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu einer preußischen Provinz vereint.

Von alters her wurde vor allem der nördliche Landesteil ebenso von Deutschen wie von Dänen sowie von Friesen besiedelt, weshalb es auch heute noch eine bedeutende dänische Minderheit im Bundesland Schleswig-Holstein gibt. Verbunden damit waren natürlich auch territoriale Konflikte zwischen dem Königreich Dänemark und Deutschland bzw. seinen Teilstaaten. Ein Schlussstrich unter den Streit um den Grenzverlauf wurde nach dem Ersten Weltkrieg gezogen. Eine Volksabstimmung führte 1921 zur Abtretung Nordschleswigs (in Dänemark als „Südjütland“ bezeichnet) an den nördlichen Nachbarn.

In seinen heutigen Grenzen entstand das Land Schleswig-Holstein 1946 durch Erlass der britischen Besatzungsmacht. Der Regierungssitz wechselte vom beschaulichen Schleswig in die Großstadt Kiel. Schleswig-Holstein nahm im Verhältnis zu seiner Größe so viele Vertriebene aus den abgetretenen deutschen Ostgebieten auf, wie kein anderes deutsches Bundesland. Der Anstieg der Bevölkerungszahl von 1,6 Millionen 1939 auf 2,7 Millionen 1949 spricht hier eine deutliche Sprache.

Im Kalten Krieg führte die strategisch günstige geographische Lage des Landes dazu, dass es zu einem Stationierungsschwerpunkt der Bundeswehr wurde. Bis heute ist diese der größte Arbeitgeber der Region. Wirtschaftlich nimmt neben Landwirtschaft, Fischerei und Seehandel der Tourismus eine bedeutende Stellung ein. Bis heute zieht das Land zwischen den zwei Meeren viele Badeurlauber aus der ganzen Bundesrepublik an. Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen sind die Nordseebäder St. Peter-Ording und Westerland auf Sylt sowie Grömitz und Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Das Motiv

Historische Postkarte mit dem HolstentorDie Münze zeigt das wohl bekannteste Bauwerk des Landes – das Lübecker Holstentor. Es gilt als Wahrzeichen der einst unabhängigen Hansestadt, die erst 1937 ins Land Schleswig-Holstein eingegliedert wurde. Das Tor ist eines von nur zwei erhaltenen Stadttoren in Lübeck. Als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung begrenzt es die heutige Altstadt nach Westen. Seinen Namen hat es vom benachbarten Herzogtum Holstein. Erbaut wurde es von 1464 bis 1478 und seitdem mehrfach restauriert, zum Teil auch abgebrochen und wieder aufgebaut. Der sumpfige Boden führte schon beim Bau dazu, dass die Türme nicht ganz parallel zueinander errichtet werden konnten. Das Bauwerk war nur ein Teil einer Reihe von zeitweise vier Holstentoren, die Besucher der stadt hintereinander zu passieren hatten. Zur Zeit der Industrialisierung wurden diese als störend empfunden und größtenteils abgerissen. Das heute als Holstentor bekannte Gebäude entging nur knapp diesem Schicksal.

Die Gedenkmünze zeigt die der Altstadt abgewandte Westseite des Tores. Darunter ist der Name des Bundeslandes „SCHLESWIG-HOLSTEIN“ zu lesen. Rechts neben der Abbildung befinden sich die Initialen des Gestalters Heinz Hoyer, „HH“, links daneben der die Prägestätte anzeigende Buchstabe. Die Münze erschien am 3. Februar 2006 mit einer Auflage von 30 Millionen Stück.

25. Geburtstag von Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg

15.07.2013 2006, Luxemburg Keine Kommentare

2 euro gedenkmünze guillaume von luxemburgSelten ist es wohl jemand in so jungen Jahren vergönnt, auf einer Münze abgebildet zu werden – es sei denn, er ist bereits durch seine Abstammung zu Ehren gekommen. So ist es der Fall bei Guillaume, dem Thronfolger des Großherzogtums Luxemburg, der 2006 seinen 25. Geburtstag feierte. Neben seinem Gesicht im Profil durfte natürlich das seines Vaters auf der 2-Euro-Sondermünze nicht fehlen.

Der älteste Sohn von Großherzog Henri und seiner Frau Maria Teresa wurde am 11. November 1981 in Luxemburg geboren. Seine offiziellen Titel lauten seit 2000 „Erbgroßherzog von Luxemburg“, „Erbprinz von Nassau“ und „Prinz von Bourbon-Parma“. Wie es in diesen Kreisen zum guten Ton gehört, besuchte der Kronprinz eine Privatschule in der Schweiz, wo er das französische Abitur machte. Ebenso den Gepflogenheiten royaler Familien entsprechend, genoss er eine militärische Ausbildung – und zwar an der bekannten Akademie Sandhurst in England. Per Erlass wurde er zum Oberstleutnant der luxemburgischen Armee ernannt. Später studierte er Politikwissenschaft und Geschichte in Durham (England), London und Angers (Frankreich).

Am 18. Dezember 2000 wurde Guillaume der Titel „Erbgroßherzog“ verliehen. Seitdem tritt er verstärkt bei offiziellen Anlässen in Erscheinung. Er ist Mitglied im Staatsrat, einem politischen Organ des Großherzogtums, das nur beratende Funktion hat. Außerdem vertrat er den luxemburgischen Hof mehrfach bei Geburtstagen, Taufen und anderen Festen des europäischen Hochadels. Auch engagiert er sich im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich als Schirmherr verschiedener Organisationen und Veranstaltungen.

Anlässlich seiner Hochzeit mit der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy wurde er 2012 erneut auf einer luxemburgischen 2-Euro-Münze abgebildet.

Das Motiv

Die Münze zeigt das Profil des Erbgroßherzogs Guillaume im Hintergrund sowie das Profil seines Vaters, Großherzog Henri im Vordergrund. Darüber ist im Halbrund der Landesname „LËTZEBUERG“ zu lesen, darunter die Jahreszahl 2006. Die Münze erschien am 1. Februar 2006 mit einer Auflage von 1.059.000 Stück. Das Design der Sondermünze übernahm Patrice Bernabei.

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