Kategorie: 2005

Weltjugendtag 2005 in Köln

14.07.2013 2005, Vatikan Keine Kommentare

2 Euro Gedenkmünze XX. Weltjugendtag KölnDie 2-Euro-Gedenkmünze des Vatikan für das Jahr 2005 erschien aus Anlass des XX. Weltjugendtages, der vom 16. bis 21. August des Jahres im Erzbistum Köln stattfand.

Zum Weltjugendtag treffen sich in jedem Jahr katholische Jugendliche aus aller Welt in einer anderen Stadt. Ab dem Eröffnungsmontag werden eine Woche lang Gottesdienste gefeiert, finden Konzerte und Diskussionsrunden statt. Der Ablauf folgt dabei einem festen Schema. Einer der Höhepunkte ist so immer der Auftritt des Papstes am Donnerstag. Am Sonntag findet der Abschlussgottesdienst statt.

Papst Benedikt XVI. vor PilgernDer Weltjugendtag 2005 stand ganz im Zeichen des Wechsels auf dem Heiligen Stuhl. Erst im Frühjahr war Papst Johannes Paul II., der Initiator der Weltjugendtage, gestorben. Eigentlich hatte das damals 84-jährige Kirchenoberhaupt selbst in die Domstadt am Rhein kommen wollen. Schließlich wurde sein Nachfolger Benedikt XVI. wurde in Köln von den Teilnehmern frenetisch gefeiert. In Erinnerung geblieben sind die andauernden „Benedetto“-Sprechchöre, während des Papstauftritts.

Pilger vor dem Kölner DomDie Teilnehmerzahlen überstiegen die Erwartungen. Zur Abschlussmesse auf dem sogenannten „Marienfeld“ bei Kerpen kamen 1,1 Millionen Menschen. Es handelte sich so um die größte bis dato in Deutschland zelebrierte Messe. Was die internationalen Gäste der Veranstaltung betrifft, so wurden etwa 800.000 Pilger aus praktisch allen Ländern der Welt registriert.

Das Motiv

Das Münzmotiv zitiert das Logo des Weltjugendtages 2005. So ist das Wahrzeichen der Stadt, der Kölner Dom zu sehen. Zwischen den Türmen der Kathedrale hindurch schwebt ein Stern ins Bild. Unter dem Gebäude ist Wasser zu sehen, das wohl die Lage am Rhein symbolisieren soll. Der Rand des Messingkerns zeigt links und rechts den Schriftzug „XX GIORNATA MONDIALE DELLA GIOVENTÙ“ – zu deutsch „XX. Weltjugendtag“. Die von Daniela Longo gestaltete und von der staatlichen italienischen Prägestätte hergestellte Münze erschien am 6. Dezember 2005 in einer Auflage von 100.000 Stück.

Bildnachweis: Papst von flickr.com / Madrid11, Dom von wikimedia commons / Elya

Vertrag über eine Verfassung für Europa

13.07.2013 2005, Italien Keine Kommentare

Europäische VerfassungIn gewisser Weise tragisch ist die Ausgabe Italiens zum Thema Verfassung für Europa. Der Vertrag über eine Verfassung für Europa war ein Jahr zuvor unterzeichnet worden. Bekanntlich ist er jedoch nie in Kraft getreten.

Der Verfassungsvertrag wurde ab 2003 von einem Europäischen Konvent erarbeitet und schließlich am 29. Oktober 2004 in Rom unterzeichnet. Italien hatte zu diesem Zeitpunkt die Ratspräsidentschaft der EU inne. Ferner bot sich die italienische Hauptstadt für die Zeremonie an, da man so an die Römischen Verträge anknüpfen konnte, mit denen 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Vorgängerorganisation der EU, gegründet worden war.

Saal in den Kapitolinischen Museen - Ort der VertragsunterzeichnungDas Verfassungsprojekt stand wesentlich in Zusammenhang mit der  Osterweiterung der EU im Jahr 2004. Um die Staatengemeinschaft auch mit 25 Mitgliedsstaaten handlungsfähig zu erhalten, sollten die Veto-Möglichkeiten der einzelnen Mitglieder beschränkt werden. Außerdem machten sich die Verfassungsväter an ein ständig bemängeltes Defizit der EU: den Mangel an Demokratie. Eine Stärkung des Europäischen Parlaments sollte hier Besserung bringen.

Nach der Unterzeichnung in den Kapitolinischen Museen in Rom (siehe Bild rechts) musste der Vertrag noch von jedem einzelnen der 25 Mitgliedsstaaten ratifiziert werden, bevor die Verfassung in Kraft treten konnte. Nachdem 9 Länder diesen Schritt bereits vollzogen hatten, kam der Schock: Bei den Volksabstimmungen in Frankreich am 29. Mai und den Niederlanden am 1. Juni 2005 wurde die nötige Stimmenmehrheit für die Annahme des Vertrages verfehlt. Das Projekt einer Verfassung für Europa wurde schließlich begraben. Viele der angestrebten Änderungen wurden mit dem Vertrag von Lissabon umgesetzt, der 2007 beschlossen und danach auch von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert wurde.

Europa und Zeus auf einem antiken GefäßDas Motiv

Die Münze zeigt die Namensgeberin des Kontinents – die griechische Sagengestalt Europa – zusammen mit dem Göttervater Zeus in Gestalt eines Stieres. Europa hält die Verfassung sowie eine Schreibfeder in Händen, die wohl die Unterzeichnung symbolisieren soll. Auf dem Kupfernickelring der Münze ist unterhalb der 12 Europasterne der Schriftzug „COSTITUZIONE EUROPEA“, italienisch für „Europäische Verfassung“ zu lesen. Entworfen wurde die Gedenkmünze von der Designerin Maria Carmela Colaneri, deren Initialen am Rand des Messingkerns links unten zu sehen sind. Die Ausgabe erfolgte am 29. Oktober 2005 in einer Auflage von 18 Millionen.

60 Jahre UNO, 50 Jahre Mitgliedschaft Finnlands

12.07.2013 2005, Finnland Keine Kommentare

Sondermünze 60 Jahre UNO, 50 Jahre Finnland in der UNOFinnland feiert mit seiner ersten 2-Euro-Gedenkmünze 60 Jahre Vereinte Nationen sowie das 50-jährige Jubiläum der eigenen Mitgliedschaft.

Noch vor Ende des 2. Weltkriegs in Asien und nicht einmal zwei Monate nach der Kapitulation Deutschlands wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco das Gründungsdokument der Vereinten Nationen unterzeichnet. Die Eile, die man hier an den Tag legte, zeigt, wie überzeugt die 51 Gründerstaaten von der dringenden Notwendigkeit dieser Organisation waren. Nachdem der Völkerbund den Ausbruch des 2. Weltkriegs nicht hatte verhindern können, sollte nun an seine Stelle eine schlagkräftigere, weil alle wichtigen Mächte der Welt vereinende Institution geschaffen werden. Wie nötig eine solche, dem Frieden verpflichtete, Organisation in der Tat gebraucht wurde, stellte sich schon kurze Zeit später heraus, als es zu den ersten Konflikten des sich entwickelnden „Kalten Krieges“ zwischen der UdSSR und den USA kam.

Plakat zur Gründung der Vereinten Nationen 1945Finnland gehörte nicht zu den Gründungsstaaten der UNO. Der Beitritt erfolgte erst 1955. Das nordeuropäische Land, das selbst eine aktive Rolle im Weltkrieg gespielt hatte, schien seine historische Lektion gelernt zu haben. Es entwickelte sich mit seiner engagierten Beteiligung – etwa an Blauhelmmissionen – zu einem Musterschüler unter den UNO-Mitgliedern. Das besondere Interesse der Finnen an den Vereinten Nationen war dabei durchaus nachvollziehbar. Als direkter Nachbar der mächtigen Sowjetunion setzten sie auf Ausgleich statt Polarisierung und verpflichteten sich zu Neutralität. Der die UNO prägende multilaterale Charakter passte da gut zum außenpolitischen Konzept der Regierungen in Helsinki.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt ein scheinbar unfertiges Puzzlespiel. Die einzelnen Teile ergeben zusammen das Bild einer Taube mit Zweig im Schnabel – jenes klassische Symbol des Friedens. Links unten ist steht im Halbrund „FINLAND – UN“, rechts das Jahr der Prägung. Auf dem Rand der Münze ist zu lesen „YK 1945 – 2005 FN“. Die Initialen stehen für die Abkürzung von „Vereinte Nationen“ in den Landessprachen Finnisch und Schwedisch. Die von Tapio Kettunen entworfene Münze erschien am 25. Oktober 2005 in einer Auflage von 2 Millionen Stück.


Jahr der Physik 2005

11.07.2013 2005, San Marino Keine Kommentare

Euromünze zum Jahr der Physik EinsteinjahrDer Kleinstaat San Marino widmet seine zweite Ausgabe einer 2-Euro-Gedenkmünze dem Weltjahr der Physik 2005. Jenes wurde von der UNESCO gemeinsam mit der Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik ausgerufen.

Albert Einstein 1921Das Jahr der Physik dürfte in Deutschland – wenn überhaupt – eher unter der Bezeichnung „Einsteinjahr“ im Gedächtnis geblieben sein. Und in der Tat wurde mit dem Jahr der Physik das 100. Jubiläum jenes „annus mirabilis“ (Wunderjahr) der Physik gefeiert, in dem Albert Einstein (siehe Bild rechts) den grundlegenden Artikel zu seiner Speziellen Relativitätstheorie veröffentlichte.

Die Theorie setzte der zuvor bestehenden Vorstellung vom sogenannten „Äther“ ein Ende. Jener Äther sollte eine Art feststehendes Basisraster des Universums sein. Versuche, die Bewegung der Erde im Raum gegenüber diesem feststehenden Raster nachzuweisen, scheiterten. Nach Einsteins Theorie sollte solch ein Nachweis unmöglich zu erbringen sein, da sich die Naturgesetze demnach immer gleich darstellten, unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Beobachter durch den Raum bewegt.

Weiterhin versetzt Einstein bis heute Wissenschaftslaien in Erstaunen mit der Erkenntnis, dass Raum und Zeit keineswegs absolute Größen sind, sondern eben relativ. Dass etwa in einem fahrenden Zug die Zeit langsamer voranschreitet als auf dem feststehenden Bahnsteig ist inzwischen bewiesen. Als Konstante bei all dem Relativen bleibt die Geschwindigkeit des Lichts, die immer bei knapp 300.000 km/Sek. liegt.

Galileo Galilei - Porträt von Justus Sustermans (1597-1681)Das Motiv

Trotz des mit Einstein verbundenen Jubiläums, das Anlass für die Ausrufung des Jahrs der Physik war, zeigt die Münze den italienischen Astronomen Galileo Galilei (Bild links). Er ist dargestellt mit einem Teleskop und einem Globus. Im Hintergrund ist die schematische Darstellung von Umlaufbahnen zu erkennen, die die zum Thema passenden 12 Europasterne auf dem Münzrand wunderbar ins Gesamtbild integriert. Oben ist im Halbrund der Name des Ausgabelandes zu lesen, unten der Anlass der Prägung „ANNO MONDIALE DELLA FISICA“ („Weltjahr der Physik“). Die Jahreszahl 2005 befindet sich unter dem Globus. Die Münze erschien am 14. Oktober 2005 mit einer Auflage von 130.000 Stück.

Dass San Marino lieber den toskanischen Gelehrten Galilei auf der Münze abbildet, liegt wohl an der räumlichen Nähe und der selbstverständlichen Affinität des Kleinstaates zum großen Nachbarn Italien. Galilei hatte aber in der Tat einen Anteil am Entstehen der Relativitätstheorie. Er gilt als der erste, der das sogenannte „Relativitätsprinzip“ formulierte, jene Theorie, dass Bewegungen von Körpern im Raum nur relativ zu einander bestimmt werden können, nicht aber gegenüber einer feststehenden Basis.

400 Jahre Cervantes‘ Don Quijote

10.07.2013 2005, Spanien Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze 400 Jahre Don QuijoteDie erste spanische 2-Euro-Gedenkmünze ist dem Schaffen des Nationaldichters Miguel de Cervantes gewidmet. Anlass ist der 400. Jahrestag der Erstausgabe seines bekanntesten Werks – Don Quijote. Cervantes ist übrigens auch auf den regulären Kursmünzen Spaniens vertreten. Sein Konterfei ziert die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen.

Dieses Buch, das 2002 von 100 namhaften Schriftstellern zum „besten Buch“ gewählt wurde, ist ein echtes Stück Weltliteratur. Wer kennt ihn schließlich nicht, den „Ritter von der traurigen Gestalt“, der mit seinem Gaul Rosinante und seinem treuen Knappen Sancho Panza durch die Lande reitet und zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat? Zitate aus Episoden des Don Quijote haben zum Teil sogar Eingang in unsere Alltagssprache gefunden – so etwa der Ausdruck „gegen Windmühlen kämpfen“.

Deckblatt der Erstausgabe des "Don Quijote" von 1605Cervantes machte sich mit diesem Werk, das 1605 erschien, über die Ritterromane lustig, die zu dieser Zeit äußerst beliebt waren. Der Protagonist des Buches, Don Quijote, war durch die übermäßige Lektüre jener Heldengeschichten an den Rand des Wahnsinns geraten. Er wollte selbst als Ritter durch die Lande ziehen und glorreiche Taten vollbringen. In banalen Alltagsdingen entdeckte er in seinem Wahn die Gegenspieler, die es zu besiegen galt. Beispielhaft dafür steht der Kampf mit den Windmühlen, die ihm als Riesen erschienen oder die Weinschläuche, die Don Quijote in einer „blutigen Schlacht“ zur Strecke zu bringen glaubt.

Don Quijote-Denkmal in Madrid, im Hintergrund sein Schöpfer CervantesIn seiner Lächerlichkeit ist dieser Don Quijote eine in der Tat traurige Gestalt. Seine Abenteuer gehen meist übel für ihn aus, er wird verdroschen und übel zugerichtet. Stets träumt er von einer imaginären Geliebten namens Dulcinea von Toboso, die er im Roman jedoch nie zu Gesicht bekommt. Erst auf dem Sterbebett – so berichtet es uns die 1615 herausgekommene Fortsetzung – erkennt der Held der Geschichte, was die Lektüre der Ritterromane aus ihm gemacht hat.

Das Motiv

Die von Begoña Castellanos García entworfene Münze zeigt im Vordergrund Don Quijote mit einem Speer. Im Hintergrund sind jene Windmühlen aus der wohl bekanntesten Episode des Romans zu erkennen. Links daneben ist in parallel zum Münzrand gebogener Schrift der Landesname „ESPAÑA“. Die Gedenkmünze erschien am 30. Juni 2005 in einer Auflage von 8 Millionen Exemplaren.


Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion

09.07.2013 2005, Belgien Keine Kommentare

Gedenkmünze Belgisch-Luxemburgische WirtschaftsunionAuf dieser 2-Euro-Gedenkmünze sind zwei gekrönte Häupter zu sehen: Großherzog Henri von Luxemburg und Albert II., König der Belgier. Gewidmet ist die Münze der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftunion.

Schon lange vor Entstehen der Europäischen Wirtschaftsunion war Luxemburg Teil eines solchen ökonomischen Bundes, und zwar mit Belgien. Die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion entstand 1921 zunächst mit einer vorgesehenen Dauer von 50 Jahren. Sie wurde jedoch immer wieder durch Folgeverträge verlängert, zuletzt 2002.  Im Rahmen dieses Bündnisses bestand auch eine Währungsunion. Belgischer und Luxemburgischer Franc waren in einem festen Wechselkurs (nach dem 2. Weltkrieg 1:1) miteinander verbunden und galten offiziell in beiden Ländern als Zahlungsmittel.

1 Belgischer Franc

Interessanterweise ist das Entstehen der Wirtschaftsunion ein Resultat der militaristischen deutschen Außenpolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die im 1. Weltkrieg ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Im 19. Jahrhundert noch hatten sich die Luxemburger eher an Deutschland orientiert. Ihre Währung war die Mark, sie waren Mitglied des Deutschen Zollvereins und somit eng mit dem großen östlichen Nachbarn verbunden. Als 1914 deutsche Truppen in das neutrale Großherzogtum einmarschierten wurde den Luxemburgern die Lust am Deutschen jedoch gründlichst ausgetrieben. Die im Versailler Vertrag festgeschriebene Auflösung des Zollvereins tat ihr Übriges.

1 Luxemburgischer FrancDas kleine Luxemburg musste sich so nach dem 1. Weltkrieg nach einem neuen Partner umsehen. Zur Debatte stand in diesem Zusammenhang eine wirtschaftliche Verbindung mit Belgien oder Frankreich. In einem Referendum sollten die Luxemburger 1919 selbst für eine der beiden Optionen entscheiden. Eine große Mehrheit stimmte dabei für eine Wirtschaftsunion mit Frankreich, nur etwa 22% entschieden sich für Belgien, dem ein nicht nur ökonomisches Interesse am benachbarten Luxemburg nachgesagt wurde.

Grenzstein an der belgisch-luxemburgischen GrenzeZum Entsetzen der Luxemburger lehnte Frankreich jedoch eine Wirtschaftsunion ab und verwies an Belgien. Die 1921 in Kraft getretene Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion war somit ursprünglich nur eine Notlösung, wovon heute jedoch nichts mehr zu spüren ist.

Das Motiv

Die Münze zeigt im Profil, nach links blickend, die Köpfe des luxemburgischen Großherzogs Henri (links im Hintergrund) und des belgischen Königs Albert II. (rechts im Vordergrund). Auf den Rand der 2-Euro-Gedenkmünze sind neben den obligatorischen 12 Sternen auch die gekrönten Monogramme der Monarchen („H“ links und „A II.“ rechts) geprägt. Die Initialen „LL“ verweisen auf den Gestalter der Münze, Luc Luycx. Ursprünglich sollte die Sondermünze als belgisch-luxemburgische Gemeinschaftsausgabe erscheinen. Dies war jedoch nicht mehr möglich, da im Februar desselben Jahres bereits eine luxemburgische 2-Euro-Gedenkmünze erschienen und das jährliche Kontingent so erschöpft war. Die Münze mit den beiden Monarchen erschien so am 20. Mai 2005 nur in Belgien – mit einer Auflage von 6.023.000 Stück.

Bildnachweis: Belgischer Franc von Leo Reynolds / flickr.com, Luxemburgischer Franc von Pietro / Wikimedia Commons, Grenzstein von Les Meloures / Wikimedia Commons


50 Jahre Österreichischer Staatsvertrag

08.07.2013 2005, Österreich Keine Kommentare

Euromünze 50 Jahre Österreichischer StaatsvertragDie erste österreichische 2-Euro-Sondermünze, ausgegeben am 11. Mai 2005, ist dem 50-jährigen Jubiläum des Österreichischen Staatsvertrages gewidmet. Jener Vertrag wurde am 15. Mai 1955 im Wiener Schloss Belvedere (siehe Bild unten) von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges und der österreichischen Bundesregierung unterzeichnet. Er besiegelte die Wiederherstellung eines souveränen österreichischen Staates und trat am 27. Juli desselben Jahres in Kraft.

Österreich, das als Teil von Hitlerdeutschland in den Zweiten Weltkrieg gezogen war, wurde nach dessen Ende 1945 in Besatzungszonen aufgeteilt. So gab es – wie in Deutschland – eine sowjetische, eine britische, eine amerikanische und eine französische Zone. Innerhalb der sowjetischen Zone lag wie eine Insel die Hauptstadt Wien, die wiederum in vier Sektoren unter den Siegermächten sowie einen neutralen Bereich im Stadtzentrum aufgeteilt war.

Schloss Belvedere in Wien - Ort der VertragsunterzeichnungZehn Jahre später beendete der Staatsvertrag diesen Zustand. Anders als in Deutschland sechs Jahre zuvor entstand ein einheitlicher Staat und die alliierten Truppen wurden vollständig abgezogen. Der neuerstandene Staat hatte dafür einige Bedingungen zu erfüllen, die im Vertrag festgeschrieben waren. So verpflichtete sich Österreich, keine politische oder wirtschaftliche Verbindung mit Deutschland einzugehen. Nazi-Organisationen mussten aufgelöst und eine sogenannte „Wiederbetätigung“ verhindert werden. Die Rechte der kroatischen und slowenischen Minderheiten mussten gewahrt bleiben und nicht zuletzt verpflichtete sich das Land, „eine demokratische, auf geheime Wahlen gegründete Regierung“ zu haben.

Nicht im Staatsvertrag festgelegt ist die Neutralität Österreichs, das anders als seine östlichen Nachbarländer bis heute nicht Mitglied der NATO wurde. Vielmehr war das Versprechen der „immerwährenden Neutralität“ gegenüber der Sowjetunion eine Voraussetzung dafür, dass Moskau dem Abschluss des Staatsvertrages zustimmte.

Das Vertrags-Original mit einem Teil der UnterschriftenBei der Vertragsunterzeichnung im Marmorsaal des Wiener Schlosses Belvedere sprach der österreichische Außenminister Leopold Figl in seiner Rede die Worte „Österreich ist frei!“, die im kollektiven Gedächtnis der österreichischen Nachkriegsgesellschaft mit dem Ereignis der Vertragsunterzeichnung verbunden werden.

Das Motiv

Die Münze zeigt das Vertragsdokument mit Siegeln und Signaturen der Unterzeichner. Es waren dies der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow, der sowjetische Hochkommissar und Gesandte Iwan Iljitschow, der britische Außenminister Harold Macmillan, der britische Hochkommissar und Botschafter Geoffrey A. Wallinger, der US-Außenminister John Foster Dulles, der US-Hochkommissar und -Botschafter Llewellyn E. Thompson Jr., der französische Außenminister Antoine Pinay, der französische Hochkommissar und Gesandte Roger Lalouette sowie der österreichische Außenminister Leopold Figl. Dahinter sind die drei Querstreifen der österreichischen Flagge dargestellt. Im Halbrund ist rechts oben zu lesen „50 JAHRE STAATSVERTRAG“.  Das Design der in einer Auflage von 7 Millionen Stück erschienenen Münze stammt von Helmut Andexlinger.

Bildnachweis: Schloss Belvedere, Wien von Ignaz Wiradi / Wikimedia Commons


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