Autor: eurasiablog

Großherzogliche Residenz Schloss Berg

15.02.2014 2008, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Schloss BergIn der Reihe „Großherzogliche Dynastie“ bringt Luxemburg auch 2008 wieder eine 2-Euro-Gedenkmünze heraus. Sie ist Schloss Berg, der Hauptresidenz der luxemburgischen Großherzöge gewidmet.

Schloss Berg, in der Gemeinde Colmar Berg im Herzen des Großherzogtums Luxemburg gelegen, ist die Residenz des Großherzogs Henri. Seine Geschichte als Sitz der luxemburgischen Landesherren ist verhältnismäßig jung. Sie geht zurück ins Jahr 1845. Damals war Luxemburg noch in Personalunion mit den Niederlanden verbunden gewesen. Die Abspaltung Belgiens jedoch hatte 1830 die territoriale Verbindung zwischen beiden Ländern durchbrochen. Luxemburg, das bisher de facto wie eine niederländische Provinz regiert worden war, erlangte so eine größere Eigenständigkeit.

Um seinen Anspruch auf das nunmehr abgelegene Territorium zu unterstreichen und die dortigen Untertanen ihm gewogen zu stimmen, suchte König Wilhelm II. eine Zweitresidenz in Luxemburg. So erwarb er 1845 von dem Industriellen Baron du Pasquier Schloss Berg. 1848 wurde das Anwesen als exklusive Residenz des Großherzogs in der Verfassung festgeschrieben.

Schloss BergAls Wilhelm III. 1890 kinderlos starb, endete die Personalunion mit den Niederlanden. Der luxemburgische Thron und somit auch Schloss Berg gingen an das Haus Nassau-Weilburg über. Erster Hausherr aus der neuen Herrscherdynastie war Großherzog Adolph. Dessen Sohn Wilhelm IV. verfügte 1906 Abriss und Neubau des Familiensitzes. Die Arbeiten am neuen Schloss dauerten bis 1911 an und wurden von den Architekten Max Ostenrieder aus München und Pierre Funck-Eydt aus Luxemburg geleitet. Der markante Turm wurde nach dem Vorbild des Turms von Schloss Kospoda in Thüringen errichtet, dessen Urheber ebenfalls Max Ostenrieder war.

Die Weltwirtschaftskrise ab Ende der 1920er Jahre brachte auch die luxemburgische Herrscherfamilie in finanzielle Nöte. Großherzogin Charlotte erreichte daraufhin eine Übereinkunft, die einen Verkauf u. a. von Schloss Berg an den luxemburgischen Staat vorsah. Das Nutzungsrecht der Familie sollte von dem 1934 geschlossenen Abkommen nicht beeinträchtigt werden.

Das Schloss aus der VogelperspektiveIn der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1940 überfielen deutsche Truppen Luxemburg. Die hoffnungslos unterlegenen Luxemburger leisteten kaum Widerstand. Die großherzogliche Familie floh einstweilen nach Frankreich und später weiter. Schloss Berg fiel so in die Hände der Deutschen. Die Nazis richteten hier eine sogenannte „Nationalpolitische Erziehungsanstalt“ (NAPOLA) für Mädchen ein, die faktisch bis zur Befreiung durch die Alliierten Bestand hatte.

Die Schäden am Gebäude waren danach so groß, dass es erst unter Großherzog Jean ab 1964 wieder genutzt werden konnte. Die deutschen Besatzer sollen außerdem zahlreiche Kunstwerke aus dem Schloss gestohlen haben.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt – wie alle luxemburgischen Münzen – das Antlitz des amtierenden Großherzogs. In diesem Fall befindet sich das Halbrofil Henris in der linken Münzhälfte. Rechts daneben ist das Schloss mit seinem markanten Turm zu sehen. Am unteren Rand des Münzkerns ist das Ausgabeland zu lesen: „LËTZEBUERG“. Am oberen Rand etwas links von der Mitte steht die Jahrezahl „2008“ ebenso wie das Zeichen der französischen Prägestätte. Die Sondermünze erschien am 1. Februar 2008 mit einer Auflage von 1,042 Millionen Stück.

Bildnachweis: Wikimedia Commons / Nikilux (Schloss Berg), flickr.com / fs999 (Vogelperspektive)

Freie und Hansestadt Hamburg

14.02.2014 2008, Deutschland Keine Kommentare

HamburgDeutschland setzt 2008 seine Bundesländerserie fort. Die diesjährige Ausgabe ist dem Land Hamburg gewidmet.

Idealer kann eine Stadt eigentlich nicht liegen: an der Mündung der Alster in den von Hochseeschiffen befahrbaren Elbestrom, an der Kreuzung mehrerer Verkehrswege, zentral in der norddeutschen Tiefebene – von hier aus erstreckt sich die Jütische Halbinsel über 400 km nach Norden. Kein Wunder also, dass sich hier die unangefochtene Metropole Norddeutschlands entwickelt hat: die Freie und Hansestadt Hamburg.

Schon im 4. Jahrhundert vor Christus soll es hier eine Ansiedlung namens Treva gegeben haben, wobei heute nicht mehr unumstritten ist, ob diese wirklich im heutigen Stadtgebiet lag. Das eigentliche Hamburg verdankt seine Entstehung der Missionierung der heidnischen Sachsen durch Karl den Großen. Der Frankenkönig ließ hier 810 eine Taufkirche errichten und zu deren Schutz ein Kastell namens „Hammaburg“. Schon zwanzig Jahre später wurde der Ort, der sich mehrerer Angriffe durch Wikinger und Slawen erwehren musste, erstmals Bischofssitz.

Hamburger Jungfernstieg um die JahrhundertwendeIn der Nähe gründete der holsteinische Graf Adolf III. im 12. Jahrhundert eine Handelssiedlung am westlichen Alsterufer. Befördert durch Handelsprivilegien und das von Kaiser Friedrich I. Barbarossa verliehene Hafenrecht erfuhr die Stadt einen regen Aufschwung. Als eine der ersten Mitgliedsstädte des Hansebundes stieg Hamburg vom regionalen zum internationalen Handelszentrum auf. Es war Umschlagplatz für den Warenverkehr zwischen Nord- und Ostsee.

Schon damals war die Stadt das bedeutendste Wirtschaftszentrum Norddeutschlands. 1558 wurde hier eine der ersten Börsen Deutschlands gegründet. Auch kulturell hatte die „Bürgerrepublik“ eine Vorreiterrolle inne: Die 1678 eröffnete Oper am Gänsemarkt war die erste Oper Deutschlands.

RathausDen Dreißigjährigen Krieg überstand die Hansestadt unbeschadet, durchlebte Zeiten dänischer und französischer Herrschaft. Nach Napoleons Niederlage trat Hamburg dem Deutschen Bund bei und wurde schließlich 1871 Gliedstaat des Deutschen Reiches. Seine Eigenständigkeit konnte es sich bis heute bewahren. Die heutige territoriale Ausdehnung des Stadtgebiets geht auf das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 zurück. Aus einem 415 qkm umfassenden Flickenteppich wurde so ein zusammenhängendes Gebiet von nun 755 qkm. Mehrere bis dahin zu Preußen gehörende Nachbarorte, darunter die Großstädte Altona/Elbe und Harburg-Wilhelmsburg wurden eingemeindet. Einige Territorien wurden im Gegenzug an Preußen abgetreten.

KriegszerstörungenIm heutigen Stadtbild Hamburgs sind die vom Krieg geschlagenen Wunden deutlich erkennbar. Vor allem die Serie von Luftangriffen unter dem Namen „Operation Gomorrha“ 1943 führte zur Zerstörung weiter Teile der Stadt. Nur 20% des Wohnraumes überstanden den 2. Weltkrieg unbeschadet. Als Mahnmal „den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft“ erinnert noch heute die Ruine der Nikolaikirche an jene schreckliche Zeit.

Im Nachkriegsdeutschland entwickelte sich Hamburg zu einem bedeutenden Medienstandort. Mit der „Tagesschau“ wird hier vom NDR die älteste und beliebteste deutsche Fernsehnachrichtensendung produziert. Hier erscheinen mit dem „Spiegel“ und dem „Stern“ zwei der wichtigsten Nachrichtenmagazine der Bundesrepublik. Der Springer-Verlag produzierte hier bis 2008 mit „Bild“ die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes.

Blick auf den HafenNatürlich aber ist Hamburg auch heute noch vor allem für seinen seit 1189 bestehenden Hafen bekannt. Eine Hafenrundfahrt gehört zum obligatorischen Programmpunkt jeder Hamburgreise. Knapp 131 Millionen Tonnen pro Jahr wurden im Hafen zuletzt umgeschlagen. Er ist damit der größte Seehafen Deutschlands und – nach Rotterdam – der zweitgrößte Europas. Jährlich um den 7. Mai feiern die Hamburger ihren Hafen mit einem Volksfest, dem sogenannten „Hafengeburtstag“. Dem Hafen verdankt die Stadt auch das wohl bekannteste Vergnügungs- und Rotlichtviertel der Republik – die Reeperbahn.

Der Hamburger MichelDas Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zu Ehren der Freien und Hansestadt Hamburg zeigt die Hauptkirche Sankt Michaelis – im Volksmund „Hamburger Michel“ genannt – in der Seitenansicht. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und die bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands. Das heutige Gotteshaus wurde 1912 eingeweiht und ist eine Rekonstruktion des Vorgängerbaus von 1750, der bei einem Brand 1906 vollständig zerstört wurde. Der dominante, dunkle Turm mit der großen Uhr ist weithin sichtbar. Im Innenraum beeindrucken vor allem die breiten, geschwungenen Emporen. Unter dem Bild der Kirche ist der Name des Bundeslandes „HAMBURG“ zu lesen. Im Münzring ist unten „BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND“ geprägt, oben die Jahreszahl „2007“. Die Gedenkmünze erschien am 1. Februar 2008 mit einer Auflage von 30.513.630 Stück. Die Gestaltung besorgte Erich Ott.

Bildquellennachweis: Wikimedia Commons / Daniel Schwen (Rathaus); Olaf1541, Slader (Hafen); Thomas Wolf, www.foto-tw.de (Michel)

90 Jahre Unabhängigkeit Finnlands

12.02.2014 2007, Finnland Keine Kommentare

90 Jahre FinnlandFinnland feiert im Jahr 2007 den 90. Jahrestag seiner Unabhängigkeit mit der Herausgabe  einer 2-Euro-Gedenkmünze.

Wie andere europäische Nationen war auch Finnland in seiner Geschichte lange Zeit ein  Zankapfel zwischen zwei benachbarten Großmächten und stand dementsprechend lange unter  fremder Herrschaft. Fast sieben Jahrhunderte wurden die Finnen so von Stockholm aus regiert. Die Expansion Schwedens nach Osten sorgte von Beginn an für Unruhe bei Russland und seinen  Vorgängerstaaten. In zahlreichen Kriegen wurde die Grenze zwischen den beiden Großmächten mal nach Osten und mal nach Westen verschoben. Die schwedische Niederlage im Großen Nordischen Krieg von 1700 bis 1721 setzte Stockholms Expansionspolitik ein Ende. Es musste seinen Besitzungen im nördlichen Baltikum und auch Gebiete im Südosten des damaligen  Finnland an Russland abtreten. Im Finnischen Krieg 1808-1809 schließlich gelang es Russland, sich ganz Finnland einzuverleiben.

1 Finnische Mark von 1866Der russische Zar Alexander, nun neuer Herrscher über Finnland, erklärte zwar, dieses sei  nunmehr „für immer“ Teil Russlands, legte aber unfreiwillig den Grundstein für die spätere  Eigenstaatlichkeit seiner neu erworbenen Provinz. Um nämlich den andauernden Widerstand  gegen die neuen Herren zu befrieden, sah sich Russland zu Zugeständnissen an die Finnen  gezwungen. War ihr Land zuvor integraler Bestandteil des schwedischen Kernstaates gewesen,  so war es jetzt nominell ein eigenständiges Großfürstentum – freilich in Personalunion mit  dem Zarenreich. Viele Regelungen aus schwedischer Zeit blieben bestehen. So etwa die  Entsendung von Abgeordneten ins Parlament – mit dem feinen aber entscheidenden Unterschied,  dass dieses Parlament nun natürlich nicht mehr das schwedische war und in Stockholm tagte,  sondern in Helsinki zusammenkam und nur noch aus finnischen Delegierten bestand. Auf diese  Weise kamen die Finnen zu ihren eigenen politischen Institutionen. Ab 1860 kam auch eine eigene Währung in Umlauf – die Finnische Mark.

Natürlich aber änderte all das nichts an dem Umstand, dass die Unabhängigkeit fehlte und die  Finnen unter russischer Herrschaft auch Zeiten heftiger Unterdrückung erleben mussten. Wohl  und Wehe hingen stets vom jeweiligen Regenten in St. Petersburg ab. Während Alexander II.  als Unterstützer der finnischen Autonomie galt, dem auf dem Helsinkier Senatsplatz ein bis  heute bestehendes Denkmal gesetzt wurde, verantworteten vor allem seine Nachfolger Alexander  III. und Nikolaus II. eine Politik der Russifizierung, die die Unabhängigkeitsbestrebungen  in Finnland noch anheizen sollten.

Finnlands neues Parlament 1907Wie die Russische Revolution von 1905 den Anfang vom Ende des Zarenreiches einläutete, so  bedeutete sie auch den Anfang vom Ende der russischen Herrschaft über Finnland. Mit einem  umfassenden Generalstreik rang man dem politisch geschwächten Zaren Zugeständnisse ab. So  wurde das alte, nur bei Bedarf auf Geheiß des Monarchen zusammengerufene  Vierkammernparlament abgeschafft und durch ein neues, ständig tagendes Parlament, das auf  Grundlage eines allgemeinen und gleichen Wahlrechts gebildet wurde, ersetzt. Hier, im  Herrschaftsgebiet des ansonsten als rückständig geltenden Russischen Reiches, wurde so  erstmals in Europa den Frauen das gleiche Wahlrecht zugestanden wie ihren Landsmännern.

Dieser Liberalisierungsperiode folgte noch eine letzte Phase der Unterdrückung der  finnischen Autonomie, die faktisch erst mit der Februarrevolution 1917 enden sollte. Diese erschütterte auch Finnland und führte zu einer Auflösung der öffentlichen Ordnung. Die im Lande stehenden russischen Armeeeinheiten bildeten Arbeiter- und Soldatenräte. Gewerkschaften und Sozialdemokratische Partei erhielten auch durch die mit der politischen einhergehende wirtschaftliche Krise regen Zulauf. Die konservativ gesinnte Bevölkerung reagierte darauf ihrerseits mit der Bildung bewaffneter Schutzkorps – ein Vorspiel zum Bürgerkrieg.

Die UnabhängigkeitserklärungDie UnabhängigkeitserklärungAm 6. November 1917 schließlich wurde die wankende russische Monarchie durch die Oktoberrevolution endgültig hinweggerafft. Damit war auch die Personalunion, die Finnland an Russland band, nicht mehr vorhanden. Einen Monat später, am 6. Dezember, verabschiedete das finnische Parlament die Unabhängigkeitserklärung – gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. Erst die Anerkennung der finnischen Eigenstaatlichkeit durch die sowjetrussische Regierung am 4. Januar 1918 machte jedoch den Weg für eine Aufnahme des neuen Landes in die internationale Staatengemeinschaft frei. Nur drei Wochen später jedoch hatte die junge Republik ihre erste Bewährungsprobe zu bestehen. Ein Umsturzversuch der Sozialisten, die den Süden des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten, führte zu einem blutigen Bürgerkrieg. Dieser endete im Mai 1918 mit dem Sieg der bürgerlichen Kräfte.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt ein nordisches Langschiff mit 9-köpfiger Besatzung auf einem durch stilisierte Wellen dargestellten Gewässer. Darüber findet sich das Jahr der Prägung „2007“, darunter das Unabhängigkeitsjahr „1917“. Das Boot rudert nach links, geografisch also nach Westen, was die Loslösung von Russland symbolisiert. Die neun Ruderer wiederum könnten für die vergangenen neun Jahrzehnte finnischer Eigenstaatlichkeit stehen – oder aber für die neun historischen Provinzen Finnlands. Am rechten Rand des Münzinnenteils ist das Länderkürzel „FI“ zu erkennen, am linken Rand das Signet der finnischen Prägeanstalt. Die Münze zum Jahrestag der Unabhängigkeit wurde von Reijo Juhani Paavilainen gestaltet und erschien am 3. Dezember 2007 mit einer Auflage von 2 Millionen Stück.

80. Geburtstag Papst Benedikts XVI.

18.01.2014 2007, Vatikan Keine Kommentare

BenediktZum 80. Geburtstag des Oberhaupts der katholischen Kirche und seines Staatsoberhauptes – Papst Benedikt XVI. – gibt der Vatikan 2007 eine 2-Euro-Gedenkmünze heraus.

„Wir sind Papst!“ – diese Schlagzeile der Bild-Zeitung ist Ausdruck jener Euphorie, die die Wahl des Deutschen Joseph Aloysius Ratzinger zum Papst am 19. April 2005 hierzulande auslöste. Seine Wahl wurde in der Öffentlichkeit als Sensation aufgenommen – erstmals seit 482 Jahren bestieg wieder ein Deutscher den Stuhl Petri. Unter Insidern wurde der vormalige Kardinal Ratzinger jedoch bereits vor der Wahl als einer der Favoriten gehandelt.

Joseph Ratzingers Geburtshaus in Marktl (Oberbayern)Der Wahl zum Pontifex ging ein langes Leben im Dienste der Kirche voraus. Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 als Sohn eines Gendarmen und einer Köchin im bayerischen Marktl am Inn geboren. Die tief religiöse Familie prägt den jungen Mann, der ein katholisches Internat besucht. In der Nazizeit tritt er zwangsweise in die Hitlerjugend ein, wird später als Flakhelfer und zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet. Das Kriegsende erlebt er in amerikanischer Gefangenschaft.

Unmittelbar nach Kriegsende nimmt Ratzinger ein Theologie- und Philosophiestudium in Freising und München auf. 1951 wird er – gemeinsam mit seinem Bruder Georg – zum Priester geweiht. Den Dienst in der Gemeinde versieht er jedoch nur kurze Zeit. Er entscheidet sich für eine akademische Laufbahn, die er 1952 als Dozent im Erzbischöflichen Klerikalseminar in Freising beginnt. Es folgen Promotion und Habilitation und schließlich die Berufung zum Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Freising. Weitere Stationen seiner akademischen Karriere sind Bonn, Münster, Tübingen – hier erlebt er die Studentenrevolte 1968 – und schließlich Regensburg.

Kardinal Ratzinger (2. v. r.) mit Papst Johannes Paul II. (r.) im Jahr 20111977 wird Joseph Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising und im gleichen Jahr zum Kardinal ernannt. So nimmt er 1978 an der Wahl Papst Johannes Paul I. teil. Hier trifft er erstmals den polnischen Kardinal Karol Wojtyla – eine für Ratzinger schicksalhafte Begegnung. Denn als der Papst überraschend nach nur 33 Tagen stirbt, folgt ihm eben jener Karol Wojtyla als Johannes Paul II. nach. Drei Jahre später wechselt Ratzinger als Kurienkardinal nach Rom, wo sich ein enges Vertrauensverhältnis und eine Freundschaft zum Papst entwickelt. Als Präfekt der Glaubenskongregation ist er für den Schutz der „Glaubens- und Sittenlehre in der katholischen Kirche“ zuständig. Seine konservative Haltung führt zu Konflikten mit liberaleren Theologen und bringt ihm – besonders in der deutschen Medienöffentlichkeit – den Ruf eines „Hardliners“ und scharfe Kritik ein.

Papst Benedikt XVI. 2007Krankheit und Tod Papst Johannes Paul II. zeichnen 2005 Ratzingers Rolle als Nachfolger vor. So zelebriert er für den erkrankten Papst die Ostermesse und schließlich auch die Totenmesse zu dessen Ehren. Außerdem leitet er das Konklave, das ihn am 19. April 2005 zum neuen Papst wählt. Als Oberhaupt der katholischen Christenheit nimmt er den Namen Benedikt XVI. an. Im August besucht er den Weltjugendtag in Köln, wo er von den angereisten Jugendlichen frenetisch mit rhythmischen „Benedetto“-Rufen gefeiert wird.

Der aus dem konfessionell gespaltenen Deutschland stammende Papst setzte sich in seiner Amtszeit für die ökumenische Verständigung ein. Ein Highlight war hier etwa der gemeinsame Gottesdienst mit der lutherischen Gemeinde in Rom. Überschattet wurde Benedikts Pontifikat von Missbrauchsskandalen in mehreren Ländern, in denen katholische Geistliche sich an Kindern vergangen hatten. Höchstumstritten war sein Bestreben, eine Annhäherung zwischen der erzkonservativen Piusbruderschaft und der Kirche zu erreichen. So hob er auch die Exkommunikation des Piusbruders und Holocaustleugners Richard Williamson auf, wofür er harsche Kritik erntete.

Kloster Mater Ecclesiae - Altersruhesitz des emeritierten PapstesEs mag den Akademiker Ratzinger nicht sonderlich freuen, jedoch wird er wohl weniger durch sein theologisches Werk, seine Predigten, Reden und Enzykliken in Erinnerung bleiben. Für viel mehr Aufmerksamkeit sorgte seine Ankündigung, zurücktreten zu wollen. Als erster Papst der Neuzeit schied er so am 28. Februar 2013 nicht durch den Tod aus dem Amt, sondern zog sich bei Lebzeiten zurück. Als Grund nannte er gesundheitliche Probleme, ihm fehle „die Kraft zum Regieren“. Am 2. Mai 2013 bezog der nunmehr emeritierte Papst Benedikt eine Wohnung im eigens dafür umgebauten Kloster Mater Ecclesiae. Es liegt auf dem Territorium der Vatikanstadt und damit nur wenige Meter vom Amtssitz seines Nachfolgers Papst Franziskus entfernt.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt Papst Benedikt XVI. im Profil, nach links blickend. Links neben dem Bild befindet sich das Zeichen „R“ der Münzprägestätte Rom und darunter das Ausgabejahr „2007“. Im Halbrund parallel zum Münzrand befindet sich links der italienische Name des Ausgabelandes „CITTÀ DEL VATICANO“, sowie rechts in lateinischer Schrift der Hinweis auf den 80. Geburtstag des Abgebildeten als Ausgabeanlass: „BENEDICTI XVI P.M. AETATIS ANNO LXXX“. Die Gedenkmünze erschien am 23. Oktober 2007 mit einer Auflage von 100.000 Stück.

Quellen: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, tagesschau.de

Bildquellennachweis: Wikimedia Commons: Alexander Z. (Geburtshaus in Marktl), L Manila Cathedral Basilica, Fabio Pozzebom/ABr (Papst Benedikt XVI. 2007), Binter (Kloster Mater Ecclesiae)

200. Geburtstag von Giuseppe Garibaldi

05.01.2014 2007, San Marino Keine Kommentare

Giuseppe GaribaldiSan Marino widmet seine Gedenkmünze des Jahres 2007 dem italienischen Guerillakämpfer Giuseppe Garibaldi, dessen Geburtstag sich 2007 zum 200. Male jährt.

Giuseppe Garibaldi wurde am 4. Juli 1807 in Nizza geboren. Die Riviera-Stadt gehörte damals zum Königreich Sardinien und somit zum italienischen Kulturkreis. Jedoch stand sie zur Zeit von Garibaldis Geburt unter französischer Besatzung. Die Fremdherrschaft, gegen die in den Bergen der Seealpen auch mit der Waffe in der Hand gekämpft wurde, mag für den kleinen Giuseppe zu einem prägenden Kindheitserlebnis geworden sein. Er sollte praktisch sein ganzes Leben dem Kampf für ein freies und geeintes Italien widmen.

Um ein Haar wäre dieses jedoch nur ein kurzes Leben gewesen. Im Jahr 1833 lernte Garibaldi in Marseille den Revolutionär Giuseppe Mazzini kennen und schloss sich dessen Bewegung „Junges Italien“ an. Mazzini plante einen Anschlag auf das piemontesische Waffenarsenal in Genua. Als der Plan aufflog, verurteilte man Garibaldi wegen seiner Beteiligung daran zum Tode. Es gelang ihm jedoch die Flucht und er setzte sich nach Südamerika ab.

Anita Garibaldi stirbt auf der FluchtAuch in der Neuen Welt betätigte sich Garibaldi als Revolutionär. Er stieß zu den Separatisten der südbrasilianischen Provinz Rio Grande do Sul und kämpfte mit ihnen gegen die kaiserliche Zentralregierung. 1838 lernt er hier seine Frau Ana Maria de Jesus Ribeiro kennen. Er geht mit ihr nach Uruguay, wo sie heiraten und vier Kinder bekommen. Doch auch hier bleibt er sich treu und kämpft mit einer kleinen italienischen Legion, meist aus ebenso ins Exil geflohenen Mitgliedern des „Jungen Italien“, im uruguayischen Bürgerkrieg.

Als Garibaldi im Revolutionsjahr 1848 von den Ereignissen in seiner Heimat erfuhr, drängte es ihn danach, nach Italien zurückzugehen und auf Seiten der Aufständischen zu kämpfen. Diese hatten im Februar 1849 unter Führung von Giuseppe Mazzini in Rom, der Hauptstadt des Kirchenstaates, die Römische Republik ausgerufen und den Papst in die Flucht geschlagen. Garibaldi wurde zum Anführer der Revolutionsarmee. Eine Intervention französischer und österreichischer Truppen bereitete der Republik jedoch schon im Juli desselben Jahres ein Ende. Giuseppe Garibaldi schlug sich über San Marino zunächst nach Norditalien. Seine schwangere Frau Anita starb auf der Flucht. Garibaldi setzt sich erneut nach Amerika ab, diesmal in die USA.

Garibaldi landet auf SizilienIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollte sich schließlich Garibaldis Traum vom geeinten Italien erfüllen. Schon 1854 kehrte er nach Europa zurück und lebte auf der Insel Caprera vor Sardinien mit seinen Kindern und seiner neuen Frau. Im Mai 1859 begann der Sardinische Krieg, in dessen Verlauf Österreich die Lombardei abgetrotzt werden konnte. Von diesem Erfolg beflügelt segelte Garibaldi mit einer Truppe aus Freiwilligen nach Sizilien. Binnen weniger Monate gelang es ihm, das damalige Königreich beider Sizilien und dessen Hauptstadt Neapel zu erobern. Garibaldi, der sich zunächst zum „Diktator von Sizilien“ ausgerufen hatte, übergab seine Eroberungen im Oktober 1860 an Viktor Immanuel II., König von Sardinien-Piemont, der der erste Monarch des neugeschaffenen Königreichs Italien werden sollte.

Karikatur der britischen Satirezeitschrift "Punch": Garibaldi hilft Viktor Emmanuel II. in den italienischen StiefelIm Deutschen Krieg zwischen Österreich und Preußen 1866 erklärte warf auch Italien den Habsburgern den Fehdehandschuh hin. Auch an dieser Schlacht war Garibaldi beteiligt. Zwar konnte man die österreichischen Truppen auf heimischem Boden nicht schlagen. Österreichs Niederlage gegen Preußen erzwang aber dennoch die Abtretung Venetiens an Italien. Ein Jahr später versuchte der nunmehr bereits 60-jährige, mit einer Freischärlertruppe Rom einzunehmen, das immer noch Hauptstadt des Kirchenstaates war. Die vatikanische Armee schlug den Angriff jedoch zurück. Erfolg hatte erst ein Heer unter General Raffaele Cadorna im Jahr 1870.

Giuseppe Garibaldi auf einer Fotografie um 1866Die Einheit Italiens war so einstweilen vollendet. Dass seine Heimatstadt Nizza jedoch Teil Frankreichs bleiben sollte, konnte Garibaldi nicht verwinden. Im Krieg gegen Österreich 1859 hatte Sardinien-Piemont das Gebiet um die Stadt ebenso wie Savoyen endgültig an Frankreich abgetreten und sich damit die Unterstützung französischer Truppen erkauft. Dennoch kämpfte Garibaldi seine letzte Schlacht ausgerechnet an der Seite Frankreichs – im Krieg gegen Deutschland 1870/71. Danach zog er sich auf die Insel Caprera zurück, wo er 1882 knapp 75-jährig starb.

Das Motiv

Vorlage für die Gestaltung der Münze war eine Fotografie Garibaldis aus der Zeit um 1866, das ihn in Hut und Umhang gekleidet zeigt. Die Hände stützt er dabei auf einen Stock. Links vom Porträt des Freiheitskämpfers ist entlang dem Münzrand der Name des Ausgabelandes „SAN MARINO“ zu lesen, rechts davon die Jahreszahl „2007“. Zwischen Porträt und Landesname steht das Münzzeichen „R“ der Prägestätte Rom. Links unten finden sich die Initialen des Gestalters Ettore Lorenzo Frapiccini, „E.L.F.“ Die Münze erschien am 9. Oktober 2007 mit einer Auflage von 130.000 Stück.

Bildnachweis: Karikatur Garibaldi mit Viktor Emmanuel II. von Pramzan / Wikimedia Commons

25. Todestag von Grace Kelly

31.12.2013 2007, Monaco Keine Kommentare

Gedenkmünze 25. Todestage Grace KellyDie US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly war in ihrem zweiten Leben Fürstin von Monaco. Zu ihrem 25. Todestag gibt das kleine Fürstentum an der Côte d’Azur eine 2-Euro-Gedenkmünze heraus.

Grace Kelly wurde am 12. November 1929 in Philadelphia geboren. Die Tochter eines Bauunternehmers begann gegen den Willen ihrer Eltern eine Schauspielausbildung in New York. Nach Engagements am Broadway wurde Hollywood auf die junge Schauspielerin aufmerksam. Mit 21 Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt vor der Kamera. 1952 wirkte sie neben Altstar Gary Cooper in dem Westernklassiker 12 Uhr mittags mit. Meist erinnert man sich an Grace Kelly jedoch als weibliche Hauptdarstellerin der Hitchcock-Filme Bei Anruf Mord, Das Fenster zum Hof und Über den Dächern von Nizza. Der Musicalfilm Die oberen Zehntausend von 1956 (mit Bing Crosby) beendete ihre Filmkarriere nach nur fünf Jahren.

Fürstin Grace und Fürst Rainier 1961Grund für das Karriereende war nicht etwa mangelnder Erfolg, sondern die bevorstehende Heirat mit Fürst Rainier III. von Monaco. Kelly hatte den Fürsten im Mai 1955 während der Filmfestspiele von Cannes kennengelernt. Die Eheschließung am 19. April 1956 in der Kathedrale von Monaco war ein gesellschaftliches Großereignis. Unter den über 600 Gästen waren zahlreiche Hollywood-Stars. Der europäische Hochadel blieb der Trauung jedoch fern. Kelly und ihre Hochzeitsgäste reisten medienwirksam in Begleitung zahlreicher Journalisten mit einem Schiff von New York aus an.

Obwohl sie ziemlich genau neun Monate nach der Eheschließung Prinzessin Caroline zur Welt brachte und ein Jahr später, am 14. März 1958, den späteren Fürsten Albert, waren die ersten Ehejahre für Fürstin Grace nicht einfach. Der Abschied von Hollywood fiel ihr schwerer als erwartet und sie musste sich mühsam an ihre neue Rolle und die – auch sprachlich – neue Umgebung gewöhnen. Hinzu kamen finanzielle Schwierigkeiten des Fürstentums. 1962 plante die Fürstin eine Rückkehr ins Filmgeschäft. Alfred Hitchcock hatte sie für die Titelrolle in seinen Film „Marnie“ engagiert. Die monegassische Öffentlichkeit reagierte mit Ablehnung auf die Vorstellung, die Monarchin könnte im Film eine krankhafte Kleptomanin mimen. Grace musste daraufhin schweren Herzens von dem Projekt Abstand nehmen. Am 1. Februar 1965 wurde das dritte Kind Stéphanie geboren.

Fürstin Grace 1981Ab Anfang der 1980er Jahre hatte die Fürstin mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die Einnahme von Hormonen wegen Wechseljahrbeschwerden führte zu einer Gewichtszunahme. Die Presse spekulierte über Alkoholmissbrauch. Am 13. September 1982 starb Grace schließlich an den Folgen eines Autounfalls. In einer Haarnadelkurve unweit Monacos kam sie mit ihrem Wagen von der Straße ab und stürzte 40 Meter in die Tiefe. Spätere Untersuchungen ergaben, dass sie wenige Augenblicke zuvor einen leichten Schlaganfall erlitten hatte, möglicherweise mit Auswirkungen auf ihre Fahrtüchtigkeit. Die beim Aufprall des Wagens entstandenen schweren Kopfverletzungen führten schließlich zum Tode. Prinzessin Stéphanie, die auf dem Beifahrersitz saß, wurde nur leicht verletzt.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt den Kopf der Fürstin mit hochgestecktem Haar im Profil, nach links blickend. Rechts unten ist der Landesname „MONACO“ zu lesen, sowie die Zahl des Ausgabejahres „2007“. Die Gedenkmünze erschien am 12. Juli 2007 mit einer Auflage von 20.001 Stück.

Portugiesische EU-Ratspräsidentschaft 2007

02.11.2013 2007, Portugal Keine Kommentare

EU Ratspräsidentschaft PortugalPortugal brachte 2007 die erste 2-Euro-Gedenkmünze heraus, die dem Vorsitz eines Landes im Rat der Europäischen Union gewidmet ist. Die Ratspräsidentschaft wechselt halbjährlich unter den Mitgliedsstaaten der EU. José Sócrates, damaliger Ministerpräsident des Landes am südwestlichen Ende des Kontinents, führte den Vorsitz vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2007.

Die Ratspräsidentschaft Portugals war geprägt von den Anstrengungen zur Lösung der europäischen Verfassungskrise. Diese war entstanden, da Referenden über die Annahme der 2004 unterzeichneten Europäischen Verfassung in zwei Mitgliedsstaaten gescheitert waren. Die Verfassung sah wichtige Änderungen der Organisationsstrukturen der EU vor. Der durch die Osterweiterung deutlich gewachsene Staatenbund sollte damit für seine neue Größe fit gemacht werden. Diese Änderungen sollten nun – unter Umgehung des Reizwortes „Verfassung“ – in einen neuen Vertrag einfließen, der möglichst ohne Referenden in den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden sollte. Dieser Vertrag von Lissabon wurde schließlich im Dezember 2013 in der portugiesischen Hauptstadt unterzeichnet. Er trat 2009 in Kraft. Damit wurden die bisher bestehenden verschiedenen organisatorischen Säulen der EU unter einem Dach zusammengefasst.

KorkeicheEin weiteres Projekt der portugiesischen Ratspräsidentschaft war die so genannte Lissabon-Strategie. Diese hatte zum Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union gegenüber den Konkurrenten Japan und USA zu steigern und setzte dabei vor allem auf die Förderung von Wissen und Innovation.

Das Motiv

Die Münze zeigt eine Korkeiche, ein in er portugiesischen Heraldik weit verbreitetes Symbol. In diesem Fall steht sie mit ihrer knorrigen, verästelten Baumkrone für die aus 27 Nationen bestehende Europäische Union. Links neben dem Stamm der Korkeiche ist das Wappen Portugals (das eigentliche Wappen vor dem Hintergrund der stilisierten Armillarsphäre) zu sehen, rechts neben dem Stamm der Schriftzug PORTUGAL. Unterhalb des Motivs steht im Halbrund zunächst das Zeichen der Gestalterin Maria Irene Vilar, die Jahreszahl 2007, das Zeichen der Münzprägestätte „INCM“ und dann der Ausgabeanlass „PRESIDÊNCIA DO CONSELHO DA UE“ („EU-Ratspräsidentschaft“). Die Münze erschien am 2. Tag der portugiesischen Präsidentschaft, dem 2. Juli 2007 mit einer Auflage von 1,275 Millionen Stück.

Bildnachweis: Korkeiche von wikimedia commons / Hannes Grobe

50 Jahre Römische Verträge

26.10.2013 2007, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien Keine Kommentare

Vertrag_von_RomDie erste Gemeinschaftsausgabe aller Mitglieder der Eurozone erschien am 25. März 2007 aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichung der Römischen Verträge. Jene zwischen den Benelux-Staaten, Italien, Frankreich und der Bundesrepublik geschlossenen Abkommen können als Ursprung der heutigen Europäischen Union betrachtet werden.

Es handelt sich dabei um drei verschiedene Vertragsdokumente, die am 25. März 1957 im Senatorenpalast in Rom unterzeichnet wurden und am 1. Januar des Folgejahres in Kraft traten. Der EWG-Vertrag besiegelte die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die – später nur noch Europäische Gemeinschaft (EG) genannt – das Hauptelement der europäischen Vertragsinstitutionen bilden sollte. Wegweisend war auch das Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften. Dieses sah vor, dass die bestehenden europäischen Organisationen ein Parlament, einen Gerichtshof und einen Wirtschafts- und Sozialausschuss als gemeinsame Institutionen haben sollten. Schon hier wurde also die Weiche gestellt, die den Weg zur letztlichen Vereinigung der meisten europäischen Organisationen unter dem Dach der Europäischen Union wies. Der EURATOM-Vertrag schließlich sah die Gründung einer Europäischen Atomgemeinschaft vor. Ziel dieser bis heute bestehenden Organisation ist einerseits die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie und andererseits die Organisation von Schutzmaßnahmen vor möglichen negativen Auswirkungen dieser umstrittenen Technologie.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt im Vordergrund den Vertrag in Form eines aufgeschlagenen Buches. Den Hintergrund bildet das markante Bodenmuster des Kapitolsplatzes in Rom (siehe Bild). An diesem Platz befindet sich der Senatorenpalast, der Ort der Unterzeichung der Verträge. Die auf die Münze geprägten Schriftteile unterscheiden sich von Ausgabeland zu Ausgabeland. In der Regel sind diese in der jeweiligen Amtssprache gehalten. Oberhalb des Motivs steht so der Anlass der Ausgabe, darunter die Landesbezeichnung. In der Mitte, gleich über dem stilisierten Vertrag, das Wort „Europa“. Auf der belgischen Ausgabe ist der Ausgabeanlass in lateinischer Sprache zu lesen, um eine Prägung in allen drei Amtssprachen Belgiens zu umgehen. Auf der finnischen Münze ist der Ausgabeanlass in der zweiten Amtssprache Schwedisch als Randprägung zu finden.

Eine weitere Besonderheit ist die luxemburgische Ausgabe. Das Großherzogtum ist gesetzlich verpflichtet, auf jede seiner Münzen das Konterfei des Monarchen zu prägen. Im linken Bildbereich, knapp unterhalb der Mitte, befindet sich auf der luxemburgischen Ausgabe so ein Medaillon, auf dem das Profil von Großherzog Henri zu erkennen ist.

Drei EU-Mitglieder, die 2007 den Euro (noch) nicht als Zahlungsmittel nutzten, beteiligten sich mit Münzprägungen in ihren jeweiligen Landeswährungen an der Gemeinschaftsausgabe: Zypern mit einer 1-Lira-Münze, Rumänien mit einer 10-Lei-Münze sowie Ungarn mit einer 50-Forint-Münze.

Bildquellenachweis: wikimedia commons / Manfred Heyde (Kapitolsplatz)

Großherzogliches Palais zu Luxemburg

16.08.2013 2007, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

2-Euro-Münze Großherzogliches PalaisAls vierte Gedenkmünze der Reihe „Großherzogliche Dynastie“ erscheint 2007 eine Münze, die dem Großherzoglichen Palais gewidmet ist. Auch auf dieser luxemburgischen Münze ist der Kopf des derzeitigen Großherzogs Henri im Halbprofil zu sehen.

Das Großherzogliche Palais ist die offizielle Residenz des luxemburgischen Monarchen. Es befindet sich unmittelbar in der verkehrsberuhigten Innenstadt von Luxemburg und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Einst diente es als Rathaus der Stadt Luxemburg. Es entstand im 16. Jahrhundert, nachdem der Vorgängerbau bei einer Pulverexplosion zerstört worden war. Der Renaissancebau wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erweitert und umgebaut. Während der napoleonischen Herrschaft richtete sich die französische Verwaltung in dem Haus ein.

Ab 1817 wurde aus dem ehemaligen Rathaus der Sitz des Monarchen. 1859 erfolgte der Anbau eines Parlamentsgebäudes, in dem bis heute die luxemburgische Abgeordnetenkammer zu Hause ist. Während der niederländisch-luxemburgischen Personalunion beherbergte das Haus den in Den Haag ansässigen Landesherrn naturgemäß eher selten. Dies änderte sich mit dem Übergang des luxemburgischen Throns auf das Haus Nassau-Weilburg 1890, der dem Land wieder ein eigenes Herrscherhaus bescherte.

Das Großherzogliche Palais mit angrenzendem ParlamentsgebäudeBei Einmarsch der deutschen Truppen 1940 ging die großherzogliche Familie ins Exil. Das somit verwaiste Palais wurde von der nationalsozialistischen Besatzungsmacht genutzt, wobei zahlreiche Einrichtungsgegenstände beschädigt oder gar zerstört wurden. 1945 kehrte die Großherzogin Charlotte mit ihrer Familie nach Luxemburg zurück. Seitdem dient das Großherzogliche Palais wieder als Residenz und Amtssitz des Monarchen.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze ist zweigeteilt: links bzw. im Hintergrund ist das Großherzogliche Palais zu sehen, rechts bzw. im Vordergrund der amtierende Großherzog Henri. Luxemburgischem Recht zufolge muss das Konterfei des Landesvaters auf jeder Münze abgebildet sein. Der Landesname „LËTZEBUERG“ ist am unteren Rand des Münzkerns zu lesen. Die Jahreszahl „2007“ steht links, ebenso wie die Münzzeichen der französischen Prägestätte. Due von Alain Hoffmann gestaltete Münze erschien am 2. Februar 2007 mit einer Auflage von 1,031 Millionen.

Bildnachweis: Großherzogliches Palais von Cayambe / Wikipedia LB

Bundesland Mecklenburg-Vorpommern

15.08.2013 2007, Deutschland Keine Kommentare

2-Euro-Münze Mecklenburg-VorpommernAls zweites Land ehrt Deutschland 2007 Mecklenburg-Vorpommern mit einer Gedenkmünze der Bundesländerserie.

Kreidefelsen auf RügenMecklenburg-Vorpommern, im Volksmund auch salopp als „Meck-Pomm“ bezeichnet, ist eines jener Bundesländer, die 1945 aus dem Zusammenschluss ehemaliger Teilstaaten des deutschen Reiches entstanden sind. In diesem Fall bildeten der westliche Teil der preußischen Provinz Pommern sowie das erst 1934 gebildete Land Mecklenburg zusammen das neue Land Mecklenburg-Vorpommern. Im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR wurde es jedoch schon 1952 wieder aufgelöst und sein Territorium im Wesentlichen auf die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg aufgeteilt.

Die Wiedervereinigung 1990 führte schließlich zur Neugründung Mecklenburg-Vorpommerns mit Schwerin als Hauptstadt. Das an der Elbe gelegene und historische zu Hannover gehörende Amt Neuhaus wurde dabei an Niedersachsen abgegeben und auch der Grenzverlauf zum benachbarten Brandenburg wurde teilweise neu festgelegt.

Mecklenburg-Vorpommern ist heute bei 1,6 Millionen Einwohnern auf 23.180 qkm das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland. Nur Bremen und das Saarland haben weniger Einwohner. Einzige Großstadt des Bundeslandes ist Rostock. Entsprechend ist Mecklenburg-Vorpommern weitgehend landwirtschaftlich geprägt. Die Bedeutung der maritimen Wirtschaftszweige, etwa des Schiffbaus, ging in der Nachwendezeit spürbar zurück. Zugleich erlebte der Tourismus einen rasanten Aufschwung mit einem bis heute anhaltenden Wachstum. Kein Wunder, denn das an der Ostsee gelegene Bundesland mit den Urlaubsinseln Rügen, Hiddensee und Usedom ist nach Bayern das beliebteste deutsche Bundesland.

Die Müritz bei RöbelAn der Ostseeküste sind faszinierende Landschaften zu finden, so etwa die Steilküste im Norden Rügens (siehe oben). In den Städten, von denen viele Mitglieder des Hansebundes waren, sind Zeugnisse der für Norddeutschland typischen Backsteinarchitektur zu finden. Die Schlösser in Residenzstädten wie Güstrow oder Ludwigslust bilden weitere Anziehungspunkte. Eine touristisch bedeutende Region ist auch die Mecklenburgische Seenplatte, die nicht nur bei Wassersportlern und Bootstouristen beliebt ist. Mit der Müritz (links) beheimatet sie den größten vollständig auf deutschem Gebiet liegenden Binnensee.

Das Motiv

Das Schweriner SchlossDie Sondermünze zeigt das Wahrzeichen der Landeshauptstadt: das Schweriner Schloss. Als Parlamentssitz ist dieses auch das politische Zentrum des Bundeslandes. Der ehemalige Sitz der Mecklenburger Herzöge liegt auf einer Insel im Schweriner See. Um 965 entstand hier eine slawische Burg, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Das heutige Aussehen des Schlosses im Stil des romantischen Historismus entstand in den Jahren 1845 bis 1857. Die Münze zeigt das Schloss von der Altstadt aus gesehen. Im Vordergrund ist die stilisierte Schlossbrücke zu erkennen. Die Wellen darunter symbolisieren den Schweriner See. Unter der Abbildung ist der Name des Bundeslandes zu lesen, darunter wiederum die Initialen des Designers Heinz Hoyer. Die Gedenkmünze wurde am 9. November 2006 mit einer Auflage von 30 Millionen Stück herausgegeben.

Bildnachweise: Kreidefelsen von Richard Peter / wikimedia commons, Müritz von Leibnitz2610 / wikimedia commons, Schweriner Schloss von Хрюша / wikimedia commons

500 Jahre Päpstliche Schweizergarde

13.08.2013 2006, Vatikan Keine Kommentare

2-Euro-Münze SchweizergardeAuch der Vatikan feiert 2006 einen 500. Jahrestag mit einer 2-Euro-Sondermünze. 1506, das Todesjahr des Christoph Kolumbus, gilt als Geburtsjahr der Vatikanischen Armee.

Zu jener Zeit, am Übergang des Mittelalters zur Renaissance, genossen Schweizer Söldner einen hervorragenden Ruf. Und so war es kein Zufall, dass sich Papst Julius II. 1505 an die Eidgenossen mit der Bitte richtete, ihm ein Söldnerheer als Leib- und Palastwache zur Verfügung zu stellen. Als Gründungstag der Schweizergarde gilt der 22. Januar 1506. An diesem Tag trafen die ersten 150 Gardisten in Rom ein.

Schweizergardist in UniformMag der Zweck einer päpstlichen Armee in modernen Zeiten nicht mehr ganz nachvollziehbar sein, so zeigte sich schon bald nach deren Gründung, dass ihre Existenz durchaus Sinn machte. Im Konflikt um die Vorherrschaft in Oberitalien fielen am 6. Mai 1527 etwa 24.000 deutsche, italienische und spanische Söldner plündernd in Rom ein. Während der größte Teil der Schweizergardisten beim Versuch den Petersplatz und den dahinterliegenden Vatikan zu verteidigen umkam, floh der Papst mit etwa 40 Gardisten in die belagerte Engelsburg. Angesichts der Übermacht der Feinde musste man sich jedoch bald geschlagen geben. Mit der Niederlage musste sich Papst Clemens VII. verpflichten, die Schweizergarde aufzulösen und durch ein Heer aus deutschen Söldnern zu ersetzen. Erst Jahre später, unter Papst Paul III., konnte die Schweizergarde wieder aufgestellt werden.

Die zweite, aber auch schon letzte Unterbrechung ihrer 500-jährigen Geschichte verdankt die Schweizergarde der Französischen Revolution. Am 16. Februar 1798 besetzten französische Truppen den Vatikan, Papst Pius VI. musste Rom verlassen und seine Leibgarde wurde aufgelöst. Bis zur Neuaufstellung dauerte es dieses Mal jedoch nicht lange. Schon im Jahr 1800 konnten die Schweizergardisten ihren Dienst wieder aufnehmen.

VereidigungszeremonieEin Markenzeichen der Schweizergardisten sind ihre mittelalterlich anmutenden Uniformen und Waffen. So stehen die Soldaten in orange-blau gestreiften Gewändern mit Puffärmeln und -hosen auf ihren Posten und halten dabei eine Hellebarde in der Hand. Zur Vereidigung, die jährlich am 6. Mai stattfindet, werden gar Brustpanzer (Harnisch) und Eisenhelm (Morion) angelegt. Um ihre alltäglichen Aufgaben, in erster Linie den Schutz des Heiligen Vaters, erfüllen zu können, stehen ihnen jedoch auch moderne Waffen zur Verfügung.

Das Motiv

Die Gedenkmünze zeigt einen Schweizergardisten bei der Eidesleistung (siehe Bild). In Harnisch und Morion hat er die rechte Hand zum Schwur erhoben, die linke umfasst dabei die Gardefahne. Links und rechts neben dem Gardisten sieht man die Jahreszahlen „1506“ und „2006“. Darüber ist im Halbrund zu lesen: „GUARDIA SVIZZERA PONTIFICIA“ („Päpstliche Schweizergarde“), darunter „CITTÀ DEL VATICANO“ („Vatikanstadt“). Links neben dem Gardisten knapp über der Flagge hat sich der Gestalter mit seinem Namen verewigt: „O. ROSSI“, rechts neben dem Gardisten befindet sich das Münzzeichen „R“ für Rom. Die Gedenkmünze wurde am 9. November 2006 mit einer Auflage von 100.000 Stück ausgegeben.

Bildnachweis: Schweizergardist von Bgabel / wikimedia commons, Vereidigung von Paul Ronga / wikimedia commons

500. Todestag von Christoph Kolumbus

12.08.2013 2006, San Marino Keine Kommentare

2-Euro-Münze Christoph KolumbusSan Marino widmet seine 2-Euro-Gedenkmünze im Jahr 2006 dem 500. Todestag des wohl berühmtesten Seefahrers der Menschheitsgeschichte. Christoph Kolumbus, der gemeinhin als Entdecker Amerikas gilt, starb am 20. Mai 1506 55-jährig im spanischen Valladolid.

Mit dem „Kolumbus-Tag“ feiert man in Nord- und Südamerika gleichermaßen jedes Jahr die Landung von Christoph Kolumbus in Amerika. 1992 wurde groß der 500. Jahrestag der Entdeckung der „Neuen Welt“ begangen. Dabei ist schon seit Jahrzehnten bekannt, dass der Titel des Entdeckers von Amerika im Grunde nicht Kolumbus gebührt, sondern jemand anderem. Denn die ersten Europäer, die ihren Fuß auf amerikanischen Boden setzten, waren Isländer. Inzwischen gibt es archäologische Beweise dafür, dass jene Nordeuropäer, deren bekanntester Seefahrer Leif Eriksson war, damals die Ostküste des heutigen Kanada besiedelten.

Nachbau von Kolumbus' Schiff Santa MariaEtwa 500 Jahre später brachten zwischen 1492 und 1504 insgesamt vier Seereisen Kolumbus nach Amerika, bei denen er im Wesentlichen die vorgelagerten karibischen Inseln erforschte. Tragisch dabei: bis zu seinem Tod 1506 wusste Kolumbus nichts von der wahren Tragweite seiner Entdeckung. Er war überzeugt, nur einige Inseln vor der chinesischen Küste entdeckt zu haben. Denn er hatte ja nicht nach einem neuen Kontinent, sondern nach einem alternativen Seeweg nach China gesucht. Die landläufig erzählte Variante, nach der er nach Indien wollte, beruht auf einem Missverständnis. Zu Kolumbus‘ Zeiten umschloss der Begriff „Indien“ nämlich weit mehr als nur den Subkontinent südlich des Himalaya.

Christoph Kolumbus (Porträt von Sebastiano del Piombo, 1530)Während die Siedlungen der Isländer letztlich zugrundegingen und sich die Kunde von der Entdeckung eines unbekannten Landes nicht weiter auszubreiten vermochte, war dies bei Kolumbus gänzlich anders. Der Erfolg seiner Expedition war der Startschuss für die Eroberung und Besiedlung des gesamten amerikanischen Doppelkontinents durch die Europäer, eine Kolonisierung, die in ihrem Ausmaß wohl ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte bleiben wird und der die heutigen amerikanischen Nationen ihre Existenz verdanken.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zeigt links das Konterfei Christoph Kolumbus‘ und rechts daneben seine drei Schiffe Nina, Pinta und Santa Maria, mit denen er 1492 den Atlantik überquerte. Rechts oben ist eine Sonne in Form einer Windrose zu sehen. Am unteren Bildrand sind im Halbrund die Jahreszahlen 1506-2006 und darunter die Initialen der Designerin Luciana de Simoni (LDS) zu lesen, gegenüber, am oberen Bildrand der Landesname SAN MARINO. Das Münzzeichen „R“, rechts neben dem Kolumbus‘ Kopf, verweist auf die Prägestätte Rom. Die 2-Euro-Gedenkmünze wurde am 17. Oktober 2006 mit einer Auflage von 120.000 Stück ausgegeben.

Bildnachweis: Santa Maria von Parpan05 / wikimedia commons

100 Jahre Frauenwahlrecht in Finnland

11.08.2013 2006, Finnland Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze 100 Jahre Frauenwahlrecht in FinnlandFinnland widmete 2006 eine 2-Euro-Sondermünze dem 100. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts. Das nordeuropäische Land war damit ein Vorreiter bei der Gewährung gleicher politischer Rechte für Frauen und Männer.

Nicht ohne Grund wurde das 20. Jahrhundert rückblickend manchmal als das „Jahrhundert der Frauen“ bezeichnet. Schließlich hat die Gleichberechtigung der Geschlechter niemals zuvor solch große Fortschritte gemacht wie in jenen 100 Jahren. Am Beginn dieses Jahrhunderts stand der Kampf für das Frauenwahlrecht, der nun zum Sieg geführt werden sollte. Die französische Revolution von 1789 als die Mutter aller Demokratisierungs- und Emanzipationsbewegungen in Europa brachte mit der Frauenrechtlerin Olympe de Gouges die erste Kämpferin für das Frauenwahlrecht hervor. Mehr als ein Jahrhundert danach waren die sogenannten Suffragetten, die Frauenrechtlerinnen des frühen 20. Jahrhunderts, schließlich am Ziel. Das Wahlrecht für die Frau wurde in den meisten europäischen Ländern durchgesetzt.

Miina Sillanpää - eine der ersten Frauen im ParlamentUnd Finnland spielte dabei eine Vorreiterrolle. Noch im „Großfürstentum Finnland“, das Teil des russischen Zarenreichs war, wurde 1906 das Frauenwahlrecht eingeführt. Finnland war damit die erste Region in Europa, in dem Frauen gleiche politische Rechte auf nationaler Ebene gewährt wurden. Der Kampf für ein allgemeines, beide Geschlechter einschließendes Wahlrecht war in Finnland, wie auch in anderen europäischen Nationen, eingebettet in den Kampf für die nationale Unabhängigkeit. Mit einem von den Sozialdemokraten organisierten Generalstreik forderten die Finnen 1905 neben dem Wahlrecht auch die Auflösung der kaiserlichen Regierungsbehörde, die Abschaffung der Zensur, ein Ende der von der zaristischen Regierung betriebenen Russifizierungspolitik und die Wiederherstellung der 1899 faktisch aufgehobenen Autonomie Finnlands.

Das vom verlorenen Krieg mit Japan und der Revolution von 1905 geschwächte Russland war zu Zugeständnissen bereit. Eines davon war die Einrichtung eines auf Grundlage von allgemeinen Wahlen gebildeten Parlaments. Dieses trat im März 1907 erstmals zusammen. 19 der 200 Abgeordneten waren Frauen. Die bekannteste dieser Pionierinnen war die Sozialdemokratin Miina Sillanpää (1866-1952, Bild rechts). Die Kleinbauerntochter und ehemalige Dienstmagd wurde 1926 die erste Ministerin des nun bereits unabhängigen Finnlands.

Staatspräsidentin Tarja HalonenWas die Besetzung politischer Ämter durch Frauen angeht, war Finnland 2003 übrigens erneut Vorreiter: als erster europäischer Staat wurde es mit Tarja Halonen (links) als Staatspräsidentin und Anneli Jäätteenmäki als Ministerpräsidentin von zwei Frauen regiert.

Das Motiv

Die Münze zeigt zwei Gesichter, die die beiden Geschlechter repräsentieren – eines im linken oberen Viertel, das andere – auf dem Kopf stehend – im rechten unteren Viertel. Links unten ist das Datum der Einführung des Frauenwahlrechts zu lesen: „1.10.1906“, rechts oben das Jahr der Ausgabe, unterbrochen von der Landeskennung für Finnland: „20FI06“. Die von Pertti Mäkinen entworfene Münze erschien am 4. Oktober 2006 in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren.

Bildnachweis: Tarja Halonen von Stockholm Environment Institute (SEI)

Das Brüsseler Atomium

06.08.2013 2006, Belgien Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze AtomiumWie auch die zweite und dritte 2-Euro-Gedenkmünze des Jahres 2006, zeigt die belgische Ausgabe das Wahrzeichen einer europäischen Großstadt. In diesem Fall ist es jenes der belgischen Hauptstadt, nämlich das Atomium. Anlass der Ausgabe ist nicht etwa ein Jahrestag, sondern die Wiedereröffnung des eigenwilligen Baus nach knapp zweijähriger Instandsetzung.

Das Atomium entstand im Jahr 1958 anlässlich der Weltausstellung in Brüssel. Jene erste Expo nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt von der Euphorie zu Beginn des Atomzeitalters. Von der friedlichen Nutzung der Kernenergie erhoffte man sich damals alle möglichen Fortschritte – auch im Alltagsleben. Die Gefahren, die von der Umweltzerstörung und speziell der atomaren Strahlung ausgehen, waren im gesellschaftlichen Bewusstsein noch nicht so präsent wie heute.

Das Motiv

Das Brüsseler Atomium nach der RestaurierungDie durch Röhren verbundenen Kugeln des Atomiums stellen die Elementarzelle einer Eisen-Kristallstruktur mit ihren neuen Atomen dar. Das Gebilde ist insgesamt 102 Meter hoch, die einzelnen Kugeln haben einen Durchmesser von 18 Metern. Für Besucher besonders spannend: das Atomium ist von innen begehbar. Durch die schrägstehenden Verbindungsröhren führen zum Teil beeindruckend lange Rolltreppen. Das oberste Atom in über 100 Metern höhe ist auch über die senkrechtstehende Röhre per Aufzug zu erreichen. Dort befindet sich ein Restaurant mit Panoramablick. Auf der Münze ist das Atomium in stilisierter Form zu sehen. Oben darüber sieht man auf dem äußeren Ring der Münze ein „B“ für das Ausgabeland, unten ist das Ausgabejahr zu sehen. Rechts unten neben dem Motiv hat sich der Designer Luc Luycx mit seinen Initialen verewigt. Die Gedenkausgabe erschien am 10. April 2006 mit einer Auflage von 5 Millionen Stück.

Olympische Winterspiele Turin 2006

05.08.2013 2006, Italien Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze Olympische Winterspiele 2006 TurinNach der griechischen Ausgabe von 2004 kommt die zweite olympische 2-Euro-Münze aus Italien. Sie thematisiert die Winterolympiade 2006 im norditalienischen Turin. Pünktlich zum Eröffnungstag des Sportfestes, am 10. Februar 2006, erschien sie mit einer Auflage von 40 Millionen Stück.

Die Wahl Turins zum Austragungsort der Winterspiele kam überraschend. Es hatten sich sechs Städte, ausschließlich europäische, umd die Spiele beworben. Zur Abstimmung gestellt wurden schließlich jedoch nur zwei, nämlich Turin und das schweizerische Sion. Die Hauptstadt des Kantons Wallis hatte sich mehrfach vergeblich beworben und galt nun als großer Favorit. Wider Erwarten wurde es jedoch von der piemontesischen Metropole Turin geschlagen.

Während die Stadion-Wettkämpfe in Turin stattfanden, wurden die Outdoor-Wettkämpfe in Orten der Cottischen Alpen – bis zu 90km westlich von Turin – abgehalten. 80 Nationen beteiligten sich an den Winterspielen – eine Rekordzahl, die jedoch bereits bei den 2010 folgenden Spielen in Vancouver übertrumpft werden sollte. Erfolgreichstes Team mit 11 Goldmedaillen, zwölf mal Silber und sechs mal Bronze war die deutsche Mannschaft, gefolgt von der der USA (je 9 Gold und Silber, 7 Bronze) sowie Österreich (9 Gold und je 7 Silber und Bronze). Erfolgreichster Athlet war der südkoreanische Shorttrack-Läufe Ahn Hyun-soo, der allein drei Gold- und eine Bronzemedaille gewann. Auf dem zweiten Platz folgte der deutsche Biathlet Michael Greis mit drei Goldmedaillen. Beim Ski-Alpin Slalom der Herren schaffte es die österreichische Mannschaft alle drei Medaillen abzuräumen und hatte das Siegertreppchen für sich allein.

Das Motiv

Die Mole Antonelliana mit den Alpen im HintergrundDie Münze zeigt auf der rechten Seite einen stilisierten Abfahrtsskiläufer. Darüber ist der Anlass der Ausgabe zu lesen: „GIOCHI INVERNALI“ (zu deutsch „Winterspiele“). Links daneben ist der Name des Austragungsortes, „TORINO“, zu lesen. Darüber sehen wir das Wahrzeichen der Stadt – die Kuppel der Mole Antonelliana („Antonelli-Bau“). Jenes Gebäude entstand in den Jahren 1863 bis 1889. Zunächst war es als Synagoge gedacht und von der jüdischen Gemeinde in Turin in Auftrag gegeben worden. Der Ehrgeiz des Architekten Alessandro Antonelli, ein einzigartiges Gebäude zu errichten, trieb die Kosten derart in die Höhe, dass es schließlich die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde sprengte. Eine Bürgerinitiative übernahm daraufhin die Bauherrenschaft. Im Jahr seiner Fertigstellung war die Mole Antonelliana – nach dem Washington Monument in der US-Hauptstadt – das zweithöchste begehbare Gebäude der Welt. Überdies war es lange Zeit das höchste Ziegelgebäude. Es beherbergt heute das nationale Filmmuseum Italiens. Eine Besonderheit und beliebte Attraktion ist ein freischwebender Aufzug, der Besucher im Inneren der Kuppel zu einer Aussichtsplattform befördert. Neben der von Maria Carmela Colaneri entworfenen 2-Euro-Gedenkmünze ziert das Turiner Wahrzeichen auch das italienische 2-Cent-Stück.

Bundesland Schleswig-Holstein

16.07.2013 2006, Deutschland Keine Kommentare

Gedenkmünze Bundesland Schleswig-HolsteinDeutschland begann 2006 seine „Bundesländerserie“ mit einer Schleswig-Holstein gewidmeten Münze. Das Thema der Münzen in der Serie richtet sich bekanntermaßen danach, welches Bundesland im Bundesrat den jährlich wechselnden Vorsitz innehat.

Häuser auf SyltSchleswig-Holstein, das nördlichste deutsche Bundesland, verdankt seine Entstehung dem Deutschen Krieg, in dem Österreich und Preußen um die Vorherrschaft im Land zwischen Hamburg und Dänemark kämpften. Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu einer preußischen Provinz vereint.

Von alters her wurde vor allem der nördliche Landesteil ebenso von Deutschen wie von Dänen sowie von Friesen besiedelt, weshalb es auch heute noch eine bedeutende dänische Minderheit im Bundesland Schleswig-Holstein gibt. Verbunden damit waren natürlich auch territoriale Konflikte zwischen dem Königreich Dänemark und Deutschland bzw. seinen Teilstaaten. Ein Schlussstrich unter den Streit um den Grenzverlauf wurde nach dem Ersten Weltkrieg gezogen. Eine Volksabstimmung führte 1921 zur Abtretung Nordschleswigs (in Dänemark als „Südjütland“ bezeichnet) an den nördlichen Nachbarn.

In seinen heutigen Grenzen entstand das Land Schleswig-Holstein 1946 durch Erlass der britischen Besatzungsmacht. Der Regierungssitz wechselte vom beschaulichen Schleswig in die Großstadt Kiel. Schleswig-Holstein nahm im Verhältnis zu seiner Größe so viele Vertriebene aus den abgetretenen deutschen Ostgebieten auf, wie kein anderes deutsches Bundesland. Der Anstieg der Bevölkerungszahl von 1,6 Millionen 1939 auf 2,7 Millionen 1949 spricht hier eine deutliche Sprache.

Im Kalten Krieg führte die strategisch günstige geographische Lage des Landes dazu, dass es zu einem Stationierungsschwerpunkt der Bundeswehr wurde. Bis heute ist diese der größte Arbeitgeber der Region. Wirtschaftlich nimmt neben Landwirtschaft, Fischerei und Seehandel der Tourismus eine bedeutende Stellung ein. Bis heute zieht das Land zwischen den zwei Meeren viele Badeurlauber aus der ganzen Bundesrepublik an. Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen sind die Nordseebäder St. Peter-Ording und Westerland auf Sylt sowie Grömitz und Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Das Motiv

Historische Postkarte mit dem HolstentorDie Münze zeigt das wohl bekannteste Bauwerk des Landes – das Lübecker Holstentor. Es gilt als Wahrzeichen der einst unabhängigen Hansestadt, die erst 1937 ins Land Schleswig-Holstein eingegliedert wurde. Das Tor ist eines von nur zwei erhaltenen Stadttoren in Lübeck. Als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung begrenzt es die heutige Altstadt nach Westen. Seinen Namen hat es vom benachbarten Herzogtum Holstein. Erbaut wurde es von 1464 bis 1478 und seitdem mehrfach restauriert, zum Teil auch abgebrochen und wieder aufgebaut. Der sumpfige Boden führte schon beim Bau dazu, dass die Türme nicht ganz parallel zueinander errichtet werden konnten. Das Bauwerk war nur ein Teil einer Reihe von zeitweise vier Holstentoren, die Besucher der stadt hintereinander zu passieren hatten. Zur Zeit der Industrialisierung wurden diese als störend empfunden und größtenteils abgerissen. Das heute als Holstentor bekannte Gebäude entging nur knapp diesem Schicksal.

Die Gedenkmünze zeigt die der Altstadt abgewandte Westseite des Tores. Darunter ist der Name des Bundeslandes „SCHLESWIG-HOLSTEIN“ zu lesen. Rechts neben der Abbildung befinden sich die Initialen des Gestalters Heinz Hoyer, „HH“, links daneben der die Prägestätte anzeigende Buchstabe. Die Münze erschien am 3. Februar 2006 mit einer Auflage von 30 Millionen Stück.

25. Geburtstag von Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg

15.07.2013 2006, Luxemburg Keine Kommentare

2 euro gedenkmünze guillaume von luxemburgSelten ist es wohl jemand in so jungen Jahren vergönnt, auf einer Münze abgebildet zu werden – es sei denn, er ist bereits durch seine Abstammung zu Ehren gekommen. So ist es der Fall bei Guillaume, dem Thronfolger des Großherzogtums Luxemburg, der 2006 seinen 25. Geburtstag feierte. Neben seinem Gesicht im Profil durfte natürlich das seines Vaters auf der 2-Euro-Sondermünze nicht fehlen.

Der älteste Sohn von Großherzog Henri und seiner Frau Maria Teresa wurde am 11. November 1981 in Luxemburg geboren. Seine offiziellen Titel lauten seit 2000 „Erbgroßherzog von Luxemburg“, „Erbprinz von Nassau“ und „Prinz von Bourbon-Parma“. Wie es in diesen Kreisen zum guten Ton gehört, besuchte der Kronprinz eine Privatschule in der Schweiz, wo er das französische Abitur machte. Ebenso den Gepflogenheiten royaler Familien entsprechend, genoss er eine militärische Ausbildung – und zwar an der bekannten Akademie Sandhurst in England. Per Erlass wurde er zum Oberstleutnant der luxemburgischen Armee ernannt. Später studierte er Politikwissenschaft und Geschichte in Durham (England), London und Angers (Frankreich).

Am 18. Dezember 2000 wurde Guillaume der Titel „Erbgroßherzog“ verliehen. Seitdem tritt er verstärkt bei offiziellen Anlässen in Erscheinung. Er ist Mitglied im Staatsrat, einem politischen Organ des Großherzogtums, das nur beratende Funktion hat. Außerdem vertrat er den luxemburgischen Hof mehrfach bei Geburtstagen, Taufen und anderen Festen des europäischen Hochadels. Auch engagiert er sich im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich als Schirmherr verschiedener Organisationen und Veranstaltungen.

Anlässlich seiner Hochzeit mit der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy wurde er 2012 erneut auf einer luxemburgischen 2-Euro-Münze abgebildet.

Das Motiv

Die Münze zeigt das Profil des Erbgroßherzogs Guillaume im Hintergrund sowie das Profil seines Vaters, Großherzog Henri im Vordergrund. Darüber ist im Halbrund der Landesname „LËTZEBUERG“ zu lesen, darunter die Jahreszahl 2006. Die Münze erschien am 1. Februar 2006 mit einer Auflage von 1.059.000 Stück. Das Design der Sondermünze übernahm Patrice Bernabei.

Weltjugendtag 2005 in Köln

14.07.2013 2005, Vatikan Keine Kommentare

2 Euro Gedenkmünze XX. Weltjugendtag KölnDie 2-Euro-Gedenkmünze des Vatikan für das Jahr 2005 erschien aus Anlass des XX. Weltjugendtages, der vom 16. bis 21. August des Jahres im Erzbistum Köln stattfand.

Zum Weltjugendtag treffen sich in jedem Jahr katholische Jugendliche aus aller Welt in einer anderen Stadt. Ab dem Eröffnungsmontag werden eine Woche lang Gottesdienste gefeiert, finden Konzerte und Diskussionsrunden statt. Der Ablauf folgt dabei einem festen Schema. Einer der Höhepunkte ist so immer der Auftritt des Papstes am Donnerstag. Am Sonntag findet der Abschlussgottesdienst statt.

Papst Benedikt XVI. vor PilgernDer Weltjugendtag 2005 stand ganz im Zeichen des Wechsels auf dem Heiligen Stuhl. Erst im Frühjahr war Papst Johannes Paul II., der Initiator der Weltjugendtage, gestorben. Eigentlich hatte das damals 84-jährige Kirchenoberhaupt selbst in die Domstadt am Rhein kommen wollen. Schließlich wurde sein Nachfolger Benedikt XVI. wurde in Köln von den Teilnehmern frenetisch gefeiert. In Erinnerung geblieben sind die andauernden „Benedetto“-Sprechchöre, während des Papstauftritts.

Pilger vor dem Kölner DomDie Teilnehmerzahlen überstiegen die Erwartungen. Zur Abschlussmesse auf dem sogenannten „Marienfeld“ bei Kerpen kamen 1,1 Millionen Menschen. Es handelte sich so um die größte bis dato in Deutschland zelebrierte Messe. Was die internationalen Gäste der Veranstaltung betrifft, so wurden etwa 800.000 Pilger aus praktisch allen Ländern der Welt registriert.

Das Motiv

Das Münzmotiv zitiert das Logo des Weltjugendtages 2005. So ist das Wahrzeichen der Stadt, der Kölner Dom zu sehen. Zwischen den Türmen der Kathedrale hindurch schwebt ein Stern ins Bild. Unter dem Gebäude ist Wasser zu sehen, das wohl die Lage am Rhein symbolisieren soll. Der Rand des Messingkerns zeigt links und rechts den Schriftzug „XX GIORNATA MONDIALE DELLA GIOVENTÙ“ – zu deutsch „XX. Weltjugendtag“. Die von Daniela Longo gestaltete und von der staatlichen italienischen Prägestätte hergestellte Münze erschien am 6. Dezember 2005 in einer Auflage von 100.000 Stück.

Bildnachweis: Papst von flickr.com / Madrid11, Dom von wikimedia commons / Elya

Vertrag über eine Verfassung für Europa

13.07.2013 2005, Italien Keine Kommentare

Europäische VerfassungIn gewisser Weise tragisch ist die Ausgabe Italiens zum Thema Verfassung für Europa. Der Vertrag über eine Verfassung für Europa war ein Jahr zuvor unterzeichnet worden. Bekanntlich ist er jedoch nie in Kraft getreten.

Der Verfassungsvertrag wurde ab 2003 von einem Europäischen Konvent erarbeitet und schließlich am 29. Oktober 2004 in Rom unterzeichnet. Italien hatte zu diesem Zeitpunkt die Ratspräsidentschaft der EU inne. Ferner bot sich die italienische Hauptstadt für die Zeremonie an, da man so an die Römischen Verträge anknüpfen konnte, mit denen 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Vorgängerorganisation der EU, gegründet worden war.

Saal in den Kapitolinischen Museen - Ort der VertragsunterzeichnungDas Verfassungsprojekt stand wesentlich in Zusammenhang mit der  Osterweiterung der EU im Jahr 2004. Um die Staatengemeinschaft auch mit 25 Mitgliedsstaaten handlungsfähig zu erhalten, sollten die Veto-Möglichkeiten der einzelnen Mitglieder beschränkt werden. Außerdem machten sich die Verfassungsväter an ein ständig bemängeltes Defizit der EU: den Mangel an Demokratie. Eine Stärkung des Europäischen Parlaments sollte hier Besserung bringen.

Nach der Unterzeichnung in den Kapitolinischen Museen in Rom (siehe Bild rechts) musste der Vertrag noch von jedem einzelnen der 25 Mitgliedsstaaten ratifiziert werden, bevor die Verfassung in Kraft treten konnte. Nachdem 9 Länder diesen Schritt bereits vollzogen hatten, kam der Schock: Bei den Volksabstimmungen in Frankreich am 29. Mai und den Niederlanden am 1. Juni 2005 wurde die nötige Stimmenmehrheit für die Annahme des Vertrages verfehlt. Das Projekt einer Verfassung für Europa wurde schließlich begraben. Viele der angestrebten Änderungen wurden mit dem Vertrag von Lissabon umgesetzt, der 2007 beschlossen und danach auch von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert wurde.

Europa und Zeus auf einem antiken GefäßDas Motiv

Die Münze zeigt die Namensgeberin des Kontinents – die griechische Sagengestalt Europa – zusammen mit dem Göttervater Zeus in Gestalt eines Stieres. Europa hält die Verfassung sowie eine Schreibfeder in Händen, die wohl die Unterzeichnung symbolisieren soll. Auf dem Kupfernickelring der Münze ist unterhalb der 12 Europasterne der Schriftzug „COSTITUZIONE EUROPEA“, italienisch für „Europäische Verfassung“ zu lesen. Entworfen wurde die Gedenkmünze von der Designerin Maria Carmela Colaneri, deren Initialen am Rand des Messingkerns links unten zu sehen sind. Die Ausgabe erfolgte am 29. Oktober 2005 in einer Auflage von 18 Millionen.

60 Jahre UNO, 50 Jahre Mitgliedschaft Finnlands

12.07.2013 2005, Finnland Keine Kommentare

Sondermünze 60 Jahre UNO, 50 Jahre Finnland in der UNOFinnland feiert mit seiner ersten 2-Euro-Gedenkmünze 60 Jahre Vereinte Nationen sowie das 50-jährige Jubiläum der eigenen Mitgliedschaft.

Noch vor Ende des 2. Weltkriegs in Asien und nicht einmal zwei Monate nach der Kapitulation Deutschlands wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco das Gründungsdokument der Vereinten Nationen unterzeichnet. Die Eile, die man hier an den Tag legte, zeigt, wie überzeugt die 51 Gründerstaaten von der dringenden Notwendigkeit dieser Organisation waren. Nachdem der Völkerbund den Ausbruch des 2. Weltkriegs nicht hatte verhindern können, sollte nun an seine Stelle eine schlagkräftigere, weil alle wichtigen Mächte der Welt vereinende Institution geschaffen werden. Wie nötig eine solche, dem Frieden verpflichtete, Organisation in der Tat gebraucht wurde, stellte sich schon kurze Zeit später heraus, als es zu den ersten Konflikten des sich entwickelnden „Kalten Krieges“ zwischen der UdSSR und den USA kam.

Plakat zur Gründung der Vereinten Nationen 1945Finnland gehörte nicht zu den Gründungsstaaten der UNO. Der Beitritt erfolgte erst 1955. Das nordeuropäische Land, das selbst eine aktive Rolle im Weltkrieg gespielt hatte, schien seine historische Lektion gelernt zu haben. Es entwickelte sich mit seiner engagierten Beteiligung – etwa an Blauhelmmissionen – zu einem Musterschüler unter den UNO-Mitgliedern. Das besondere Interesse der Finnen an den Vereinten Nationen war dabei durchaus nachvollziehbar. Als direkter Nachbar der mächtigen Sowjetunion setzten sie auf Ausgleich statt Polarisierung und verpflichteten sich zu Neutralität. Der die UNO prägende multilaterale Charakter passte da gut zum außenpolitischen Konzept der Regierungen in Helsinki.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt ein scheinbar unfertiges Puzzlespiel. Die einzelnen Teile ergeben zusammen das Bild einer Taube mit Zweig im Schnabel – jenes klassische Symbol des Friedens. Links unten ist steht im Halbrund „FINLAND – UN“, rechts das Jahr der Prägung. Auf dem Rand der Münze ist zu lesen „YK 1945 – 2005 FN“. Die Initialen stehen für die Abkürzung von „Vereinte Nationen“ in den Landessprachen Finnisch und Schwedisch. Die von Tapio Kettunen entworfene Münze erschien am 25. Oktober 2005 in einer Auflage von 2 Millionen Stück.


Jahr der Physik 2005

11.07.2013 2005, San Marino Keine Kommentare

Euromünze zum Jahr der Physik EinsteinjahrDer Kleinstaat San Marino widmet seine zweite Ausgabe einer 2-Euro-Gedenkmünze dem Weltjahr der Physik 2005. Jenes wurde von der UNESCO gemeinsam mit der Internationalen Union für Reine und Angewandte Physik ausgerufen.

Albert Einstein 1921Das Jahr der Physik dürfte in Deutschland – wenn überhaupt – eher unter der Bezeichnung „Einsteinjahr“ im Gedächtnis geblieben sein. Und in der Tat wurde mit dem Jahr der Physik das 100. Jubiläum jenes „annus mirabilis“ (Wunderjahr) der Physik gefeiert, in dem Albert Einstein (siehe Bild rechts) den grundlegenden Artikel zu seiner Speziellen Relativitätstheorie veröffentlichte.

Die Theorie setzte der zuvor bestehenden Vorstellung vom sogenannten „Äther“ ein Ende. Jener Äther sollte eine Art feststehendes Basisraster des Universums sein. Versuche, die Bewegung der Erde im Raum gegenüber diesem feststehenden Raster nachzuweisen, scheiterten. Nach Einsteins Theorie sollte solch ein Nachweis unmöglich zu erbringen sein, da sich die Naturgesetze demnach immer gleich darstellten, unabhängig davon, mit welcher Geschwindigkeit sich ein Beobachter durch den Raum bewegt.

Weiterhin versetzt Einstein bis heute Wissenschaftslaien in Erstaunen mit der Erkenntnis, dass Raum und Zeit keineswegs absolute Größen sind, sondern eben relativ. Dass etwa in einem fahrenden Zug die Zeit langsamer voranschreitet als auf dem feststehenden Bahnsteig ist inzwischen bewiesen. Als Konstante bei all dem Relativen bleibt die Geschwindigkeit des Lichts, die immer bei knapp 300.000 km/Sek. liegt.

Galileo Galilei - Porträt von Justus Sustermans (1597-1681)Das Motiv

Trotz des mit Einstein verbundenen Jubiläums, das Anlass für die Ausrufung des Jahrs der Physik war, zeigt die Münze den italienischen Astronomen Galileo Galilei (Bild links). Er ist dargestellt mit einem Teleskop und einem Globus. Im Hintergrund ist die schematische Darstellung von Umlaufbahnen zu erkennen, die die zum Thema passenden 12 Europasterne auf dem Münzrand wunderbar ins Gesamtbild integriert. Oben ist im Halbrund der Name des Ausgabelandes zu lesen, unten der Anlass der Prägung „ANNO MONDIALE DELLA FISICA“ („Weltjahr der Physik“). Die Jahreszahl 2005 befindet sich unter dem Globus. Die Münze erschien am 14. Oktober 2005 mit einer Auflage von 130.000 Stück.

Dass San Marino lieber den toskanischen Gelehrten Galilei auf der Münze abbildet, liegt wohl an der räumlichen Nähe und der selbstverständlichen Affinität des Kleinstaates zum großen Nachbarn Italien. Galilei hatte aber in der Tat einen Anteil am Entstehen der Relativitätstheorie. Er gilt als der erste, der das sogenannte „Relativitätsprinzip“ formulierte, jene Theorie, dass Bewegungen von Körpern im Raum nur relativ zu einander bestimmt werden können, nicht aber gegenüber einer feststehenden Basis.

400 Jahre Cervantes‘ Don Quijote

10.07.2013 2005, Spanien Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze 400 Jahre Don QuijoteDie erste spanische 2-Euro-Gedenkmünze ist dem Schaffen des Nationaldichters Miguel de Cervantes gewidmet. Anlass ist der 400. Jahrestag der Erstausgabe seines bekanntesten Werks – Don Quijote. Cervantes ist übrigens auch auf den regulären Kursmünzen Spaniens vertreten. Sein Konterfei ziert die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen.

Dieses Buch, das 2002 von 100 namhaften Schriftstellern zum „besten Buch“ gewählt wurde, ist ein echtes Stück Weltliteratur. Wer kennt ihn schließlich nicht, den „Ritter von der traurigen Gestalt“, der mit seinem Gaul Rosinante und seinem treuen Knappen Sancho Panza durch die Lande reitet und zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat? Zitate aus Episoden des Don Quijote haben zum Teil sogar Eingang in unsere Alltagssprache gefunden – so etwa der Ausdruck „gegen Windmühlen kämpfen“.

Deckblatt der Erstausgabe des "Don Quijote" von 1605Cervantes machte sich mit diesem Werk, das 1605 erschien, über die Ritterromane lustig, die zu dieser Zeit äußerst beliebt waren. Der Protagonist des Buches, Don Quijote, war durch die übermäßige Lektüre jener Heldengeschichten an den Rand des Wahnsinns geraten. Er wollte selbst als Ritter durch die Lande ziehen und glorreiche Taten vollbringen. In banalen Alltagsdingen entdeckte er in seinem Wahn die Gegenspieler, die es zu besiegen galt. Beispielhaft dafür steht der Kampf mit den Windmühlen, die ihm als Riesen erschienen oder die Weinschläuche, die Don Quijote in einer „blutigen Schlacht“ zur Strecke zu bringen glaubt.

Don Quijote-Denkmal in Madrid, im Hintergrund sein Schöpfer CervantesIn seiner Lächerlichkeit ist dieser Don Quijote eine in der Tat traurige Gestalt. Seine Abenteuer gehen meist übel für ihn aus, er wird verdroschen und übel zugerichtet. Stets träumt er von einer imaginären Geliebten namens Dulcinea von Toboso, die er im Roman jedoch nie zu Gesicht bekommt. Erst auf dem Sterbebett – so berichtet es uns die 1615 herausgekommene Fortsetzung – erkennt der Held der Geschichte, was die Lektüre der Ritterromane aus ihm gemacht hat.

Das Motiv

Die von Begoña Castellanos García entworfene Münze zeigt im Vordergrund Don Quijote mit einem Speer. Im Hintergrund sind jene Windmühlen aus der wohl bekanntesten Episode des Romans zu erkennen. Links daneben ist in parallel zum Münzrand gebogener Schrift der Landesname „ESPAÑA“. Die Gedenkmünze erschien am 30. Juni 2005 in einer Auflage von 8 Millionen Exemplaren.


Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion

09.07.2013 2005, Belgien Keine Kommentare

Gedenkmünze Belgisch-Luxemburgische WirtschaftsunionAuf dieser 2-Euro-Gedenkmünze sind zwei gekrönte Häupter zu sehen: Großherzog Henri von Luxemburg und Albert II., König der Belgier. Gewidmet ist die Münze der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftunion.

Schon lange vor Entstehen der Europäischen Wirtschaftsunion war Luxemburg Teil eines solchen ökonomischen Bundes, und zwar mit Belgien. Die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion entstand 1921 zunächst mit einer vorgesehenen Dauer von 50 Jahren. Sie wurde jedoch immer wieder durch Folgeverträge verlängert, zuletzt 2002.  Im Rahmen dieses Bündnisses bestand auch eine Währungsunion. Belgischer und Luxemburgischer Franc waren in einem festen Wechselkurs (nach dem 2. Weltkrieg 1:1) miteinander verbunden und galten offiziell in beiden Ländern als Zahlungsmittel.

1 Belgischer Franc

Interessanterweise ist das Entstehen der Wirtschaftsunion ein Resultat der militaristischen deutschen Außenpolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die im 1. Weltkrieg ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Im 19. Jahrhundert noch hatten sich die Luxemburger eher an Deutschland orientiert. Ihre Währung war die Mark, sie waren Mitglied des Deutschen Zollvereins und somit eng mit dem großen östlichen Nachbarn verbunden. Als 1914 deutsche Truppen in das neutrale Großherzogtum einmarschierten wurde den Luxemburgern die Lust am Deutschen jedoch gründlichst ausgetrieben. Die im Versailler Vertrag festgeschriebene Auflösung des Zollvereins tat ihr Übriges.

1 Luxemburgischer FrancDas kleine Luxemburg musste sich so nach dem 1. Weltkrieg nach einem neuen Partner umsehen. Zur Debatte stand in diesem Zusammenhang eine wirtschaftliche Verbindung mit Belgien oder Frankreich. In einem Referendum sollten die Luxemburger 1919 selbst für eine der beiden Optionen entscheiden. Eine große Mehrheit stimmte dabei für eine Wirtschaftsunion mit Frankreich, nur etwa 22% entschieden sich für Belgien, dem ein nicht nur ökonomisches Interesse am benachbarten Luxemburg nachgesagt wurde.

Grenzstein an der belgisch-luxemburgischen GrenzeZum Entsetzen der Luxemburger lehnte Frankreich jedoch eine Wirtschaftsunion ab und verwies an Belgien. Die 1921 in Kraft getretene Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion war somit ursprünglich nur eine Notlösung, wovon heute jedoch nichts mehr zu spüren ist.

Das Motiv

Die Münze zeigt im Profil, nach links blickend, die Köpfe des luxemburgischen Großherzogs Henri (links im Hintergrund) und des belgischen Königs Albert II. (rechts im Vordergrund). Auf den Rand der 2-Euro-Gedenkmünze sind neben den obligatorischen 12 Sternen auch die gekrönten Monogramme der Monarchen („H“ links und „A II.“ rechts) geprägt. Die Initialen „LL“ verweisen auf den Gestalter der Münze, Luc Luycx. Ursprünglich sollte die Sondermünze als belgisch-luxemburgische Gemeinschaftsausgabe erscheinen. Dies war jedoch nicht mehr möglich, da im Februar desselben Jahres bereits eine luxemburgische 2-Euro-Gedenkmünze erschienen und das jährliche Kontingent so erschöpft war. Die Münze mit den beiden Monarchen erschien so am 20. Mai 2005 nur in Belgien – mit einer Auflage von 6.023.000 Stück.

Bildnachweis: Belgischer Franc von Leo Reynolds / flickr.com, Luxemburgischer Franc von Pietro / Wikimedia Commons, Grenzstein von Les Meloures / Wikimedia Commons


50 Jahre Österreichischer Staatsvertrag

08.07.2013 2005, Österreich Keine Kommentare

Euromünze 50 Jahre Österreichischer StaatsvertragDie erste österreichische 2-Euro-Sondermünze, ausgegeben am 11. Mai 2005, ist dem 50-jährigen Jubiläum des Österreichischen Staatsvertrages gewidmet. Jener Vertrag wurde am 15. Mai 1955 im Wiener Schloss Belvedere (siehe Bild unten) von den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges und der österreichischen Bundesregierung unterzeichnet. Er besiegelte die Wiederherstellung eines souveränen österreichischen Staates und trat am 27. Juli desselben Jahres in Kraft.

Österreich, das als Teil von Hitlerdeutschland in den Zweiten Weltkrieg gezogen war, wurde nach dessen Ende 1945 in Besatzungszonen aufgeteilt. So gab es – wie in Deutschland – eine sowjetische, eine britische, eine amerikanische und eine französische Zone. Innerhalb der sowjetischen Zone lag wie eine Insel die Hauptstadt Wien, die wiederum in vier Sektoren unter den Siegermächten sowie einen neutralen Bereich im Stadtzentrum aufgeteilt war.

Schloss Belvedere in Wien - Ort der VertragsunterzeichnungZehn Jahre später beendete der Staatsvertrag diesen Zustand. Anders als in Deutschland sechs Jahre zuvor entstand ein einheitlicher Staat und die alliierten Truppen wurden vollständig abgezogen. Der neuerstandene Staat hatte dafür einige Bedingungen zu erfüllen, die im Vertrag festgeschrieben waren. So verpflichtete sich Österreich, keine politische oder wirtschaftliche Verbindung mit Deutschland einzugehen. Nazi-Organisationen mussten aufgelöst und eine sogenannte „Wiederbetätigung“ verhindert werden. Die Rechte der kroatischen und slowenischen Minderheiten mussten gewahrt bleiben und nicht zuletzt verpflichtete sich das Land, „eine demokratische, auf geheime Wahlen gegründete Regierung“ zu haben.

Nicht im Staatsvertrag festgelegt ist die Neutralität Österreichs, das anders als seine östlichen Nachbarländer bis heute nicht Mitglied der NATO wurde. Vielmehr war das Versprechen der „immerwährenden Neutralität“ gegenüber der Sowjetunion eine Voraussetzung dafür, dass Moskau dem Abschluss des Staatsvertrages zustimmte.

Das Vertrags-Original mit einem Teil der UnterschriftenBei der Vertragsunterzeichnung im Marmorsaal des Wiener Schlosses Belvedere sprach der österreichische Außenminister Leopold Figl in seiner Rede die Worte „Österreich ist frei!“, die im kollektiven Gedächtnis der österreichischen Nachkriegsgesellschaft mit dem Ereignis der Vertragsunterzeichnung verbunden werden.

Das Motiv

Die Münze zeigt das Vertragsdokument mit Siegeln und Signaturen der Unterzeichner. Es waren dies der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow, der sowjetische Hochkommissar und Gesandte Iwan Iljitschow, der britische Außenminister Harold Macmillan, der britische Hochkommissar und Botschafter Geoffrey A. Wallinger, der US-Außenminister John Foster Dulles, der US-Hochkommissar und -Botschafter Llewellyn E. Thompson Jr., der französische Außenminister Antoine Pinay, der französische Hochkommissar und Gesandte Roger Lalouette sowie der österreichische Außenminister Leopold Figl. Dahinter sind die drei Querstreifen der österreichischen Flagge dargestellt. Im Halbrund ist rechts oben zu lesen „50 JAHRE STAATSVERTRAG“.  Das Design der in einer Auflage von 7 Millionen Stück erschienenen Münze stammt von Helmut Andexlinger.

Bildnachweis: Schloss Belvedere, Wien von Ignaz Wiradi / Wikimedia Commons


Großherzöge Henri und Adolph von Luxemburg

07.07.2013 2004, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Euromünze Großherzöge Henri und Adolph von LuxemburgDer Euro-Sondermünzen-Jahrgang 2005 beginnt mit einer luxemburgischen Ausgabe – wiederum aus der Serie „Großherzogliche Dynastie“. Und wieder ist darauf Großherzog Henri abgebildet, dieses Mal gemeinsam mit seinem Urahn Adolph I. Gleich drei Jubiläen sind Anlass dieser Prägung: der 50. Geburtstag des amtierenden Monarchen, der 5. Jahrestag seiner Thronbesteigung und der 100. Todestag von Großfürst Adolf. Die Sondermünze erschien am 15. Februar 2005 in einer Auflage von 2.774.000.

Henri, der derzeitige Großherzog, bestieg am 7. Oktober 2000 den luxemburgischen Thron. Zuvor hatte er bereits 2 Jahre lang die Amtsgeschäfte für seinen Vater Großherzog Jean geführt, der schließlich zu Gunsten seines Sohnes abdankte. Auch Jean kam übrigens auf diese Weise ins Amt, als seine Mutter, die Großherzogin Charlotte von Luxemburg, ihm 1964 den Thron überließ.

Ein einschneidendes Ereignis in Henris bisheriger Amtszeit bildet die Staatskrise vom Dezember 2008 (also drei Jahre nach Ausgabe der Sondermünze). Henri weigerte sich damals ein vom Parlament beschlossenes Gesetz zur Regelung der Sterbehilfe zu unterzeichnen. Es war das erste Mal seit 1912, dass der Großherzog einem Gesetz seine formelle Billigung verwehrte. Das Parlament beschloss daraufhin kurzerhand eine Verfassungsänderung. Der entsprechende Passus, der eine Bestätigung der Gesetze durch den Monarchen vorsieht, wurde gestrichen. Seither obliegt es dem Großherzog lediglich, die Gesetze zu verkünden.

Henris Vorfahr Adolf ist der Begründer der Dynastie des Hauses Nassau-Weilburg. Er wurde am 24. Juli 1817 auf Schloss Biebrich, heute Wiesbaden, geboren. Ab 1839 war er Herzog von Nassau. Fünf Jahre später heiratete er die russische Großfürstin und Zarennichte Elisabeth Michailowna Romanowa. Nur ein Jahr später kamen seine Frau und seine Tochter bei deren Geburt ums Leben. Adolf errichtete Elisabeth zu Ehren eine russisch-orthodoxe Kirche auf dem Wiesbadener Neroberg.

Adolph und Adelheid von Luxemburg

In zweiter Ehe war Adolf ab 1851 mit Adelheid Marie von Anhalt-Dessau verheiratet. Fünf Kinder bekam Adelheid von Adolf, darunter auch der spätere Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg (*1852, †1912). Den Thron des Großherzogtums erlangte Adolf jedoch erst später. Zunächst ereilte ihn ein weit unerfreulicheres Schicksal. Im Deutschen Krieg hatte Adolf sich auf die Seite der Gegner Preußens geschlagen. Nach der Niederlage wurde nunmehr das Herzogtum Nassau von den siegreichen Preußen annektiert – der nassauische Thron war somit verloren. Um sein Amt gekommen reiste Adolf viel und hielt sich überwiegend – jenseits der nassauischen Grenzen – in Wien und Frankfurt auf.

1890 schließlich fiel Adolf durch den Tod des niederländischen Königs Wilhelm III., der in Personalunion auch Großherzog von Luxemburg war, der luxemburgische Thron zu. Abweichende Erbfolgeregelungen beendeten die niederländisch-luxemburgische Personalunion. Als Protestant wurde Adolph Herrscher über das katholische Luxemburg und erster Großherzog aus dem Hause Nassau-Weilburg. Aus der Tagespolitik im liberalen Luxemburg hielt sich der als reaktionär geltende Adolph weitgehend heraus. Er starb 1905 mit 88 Jahren als damals ältester regierender Monarch Europas. Adolph liegt ebenso wie sein Sohn Wilhelm IV. im heute hessischen Weilburg begraben. Die dortige Fürstengruft in der Schlosskirche gilt als luxemburgisches Territorium und wird gelegentlich von Hoheiten aus dem kleinen Großherzogtum besucht.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt die beiden Großherzöge im Profil, den Blick nach rechts gerichtet. Das Konterfei Adolfs befindet sich etwas verkleinert im Hintergrund, das seines Nachfahren im Vordergrund. Gemäß den Anlässen der Ausgabe ist darunter der Name („HENRI“) mit dem Geburtsjahr (*1955) bzw. der Name („ADOLPHE“) mit dem Todesjahr („†1905“) zu lesen. Im Halbrund über den Köpfen ist auf Französisch zu lesen „GRAND-DUCS DE LUXEMBOURG“ („Großherzöge von Luxemburg“).

75 Jahre Vatikanstaat

06.07.2013 2004, Vatikan Keine Kommentare

2-Euro-Gedenkmünze_Vatikan_2004Zwar ist der Vatikan selbst nicht Mitglied der Eurogruppe, jedoch durch seine Währungsunion mit Italien – ebenso wie San Marino – Teil der Eurozone. Das Recht eigene Münzen zu prägen hat sich der katholische Zwergstaat aus der vergangenen Lira-Epoche ins Eurozeitalter hinübergerettet.

Seine erste 2-Euro-Gedenkmünze widmet der Vatikanstaat dem 75. Jubiläum seines Bestehens.  Angesichts der über 2000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche erscheint ein Dreivierteljahrhundert als ein unwirklich kurzer Zeitraum. Geschuldet ist diese „Jugend“ des Vatikanstaats jedoch der stürmischen Entstehungsgeschichte der italienischen Nation.

Bis 1870 war der Einflussbereich des Papstes als weltlicher Herrscher nämlich weit größer gewesen als jene winzigen 0,44 qkm, jenseits derer er nur mehr als Oberhaupt einer Konfessionsgemeinschaft wirken kann. Mittelitalien, genauer gesagt die Regionen Latium, Umbrien, Marken und Romagna, bildete damals den Kirchenstaat, der es der Größe nach in etwa mit der Schweiz aufnehmen konnte. Um in Italien überleben zu können war dieser jedoch immer wieder auf die Hilfe katholischer Verbündeter wie Frankreich und Spanien angewiesen.

In jenem Moment, in dem diese nicht mehr zur Stelle waren, nutzten die Italiener ihre Chance, einen geeinten Nationalstaat mit Rom als Hauptstadt zu schaffen. So war die Existenz des Kirchenstaates mit dem Einmarsch italienischer Truppen 1870 faktisch beendet. Eine Einigung über Status und Territorium der päpstlichen Herrschaft konnte mit dem Königreich Italien in der Folge aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen nicht erreicht werden. Der päpstliche Staatsapparat zog sich so auf das Territorium des heutigen Vatikanstaats zurück. In den folgenden Jahren der Unklarheit schottete man sich immer mehr gegenüber dem Rest der Stadt Rom ab.

Erst die Lateranverträge zwischen der Kirche und dem faschistischen Mussolini-Regime schrieben 1929 den Status der Vatikanstadt als unabhängigem Staat fest und definierten dessen Grenzen. Eine dem Vertrag beigefügte Karte (siehe Bild) schaffte diesbezüglich Klarheit. Im Gegenzug für die gewährte staatliche Souveränität verzichtete die Kirche auf die verlorengegangenen Territorien und verpflichtete sich außerdem, in internationalen Angelegenheiten nicht parteiisch, sondern nur schlichtend aufzutreten. Die Unterzeichnung nach dreimonatigen Verhandlungen bildet die Geburtsstunde des Vatikanstaats in seiner heutigen Form.

Karte des Vatikan aus dem Anhang der LateranverträgeDas Motiv

Passend zum Hauptaspekt der Lateranverträge zeigt die 2-Euro-Gedenkmünze die Umrisse des damals festgeschriebenen Staatsgebiets. Im Vordergrund sieht man Petersdom und Petersplatz als zentrale Elemente des vatikanischen Territoriums. Auf der linken Seite weist der Schriftzug „75° ANNO DELLO STATO” („75. JAHR DES STAATES“) auf das Jubiläum hin, rechts oben verdeutlichen die Jahreszahlen „1929-2004“ die Zeitspanne. Auch hier ist wieder die Prägestätte Rom durch ein „R“ angezeigt. Der Designer Guido Veroi ist mit seinem Nachnamen auf der Münze vertreten, der Graveur mit seinen Initialen „L.D.S. INC.“ Die 2-Euro-Sondermünze erschien in erwartet kleiner Auflage von 85.000 Exemplaren.

Der Numismat und Altertumsforscher Bartolomeo Borghesi

05.07.2013 2004, San Marino Keine Kommentare

Der Altertumsforscher und Numismat Bartolomeo BorghesiMit einer Münze zu Ehren eines Altertumsforschers und Münzkundlers begründet der Kleinstaat San Marino seine Ausgabehistorie von 2-Euro-Sondermünzen. Der auf der Münze abgebildete Bartolomeo Borghesi  wurde 1781 nahe Rimini geboren. Nach einem Studium in Bologna und Rom widmete er sich der Epigraphik, der Wissenschaft von den Inschriften auf Holz, Stein etc., sowie der Numismatik. In Rom befasste er sich mit der Pflege und Katalogisierung verschiedener Münzsammlungen, darunter auch der Sammlungen des Vatikan. Ferner machte er sich einen Namen durch seine Arbeiten zur Geschichte des antiken Rom.

1821 übersiedelt Borghesi in den unweit seines Geburtsortes gelegenen Kleinstaat San Marino. Hier arbeitet er größtenteils als Münzkundler. Resultat seines Schaffens sind die Osservazioni numismatiche, umfangreiche Schriften zur Münzprägung in der Römischen Republik. Auch heute noch wird dieses Werk Borghesis in der Fachwelt hoch geschätzt. Von seinem Ansehen weit über die Grenzen San Marinos und Italiens hinaus zeugt seine Mitgliedschaft in vielen Akademien der Wissenschaften Europas. 1842 wurde er Mitglied des preußischen Ordens „Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste“.

Borghesi als Toga-Träger, Darstellung von 1891

In der Republik San Marino übernahm der Wissenschaftler zeitweise auch politische Ämter. 1838 etwa reiste er als Repräsentant San Marinos zur Krönungsfeier des österreichischen Kaisers nach Mailand.

Das Motiv

Die Münze schmückt das Halbprofil des Gelehrten, der nach rechts aus dem Bild herausblickt. Rechts daneben folgt der Schriftzug des Landesnamens der Rundung des Münzrands, links ist es der Name des Abgebildeten. Ferner findet sich ein „R“ für die Prägestätte Rom, sowie die Initialen des Graveurs Ettore Lorenzo Frapiccini (E.L.F.). Die Münze erschien am 16. Dezember 2004 in kleiner Auflage, nur 110.000 Stück wurden geprägt. Entsprechend teuer wird die Münze heute gehandelt.


Fünftes Jahrzehnt des Welternährungsprogramms

04.07.2013 2004, Italien Keine Kommentare

Euro-Sondermünze World Food ProgrammeDie italienische 2-Euro-Sondermünze des Jahres 2004 widmet sich der größten humanitären Organisation der Welt, dem Welternährungsprogramm (englisch: World Food Programme, WFP). Dieses humanitäre Programm der Vereinten Nationen widmet sich seit 1963 dem weltweiten Kampf gegen den Hunger. Die formelle Gründung der Organisation allerdings fand formell bereits einige Jahre zuvor statt. Seinen Sitz hat das WFP in der italienischen Hauptstadt Rom, was die Ausgabe dieser Sondermünze durch die Banca d‘Italia erklärt.

Hunger tritt aus verschiedenen Gründen auf. Mal sind Naturkatastrophen schuld, mal ist es ein militärischer Konflikt, der die Versorgungslage in einem Land dramatisch verschlechtert. In einigen Gegenden der Erde ist der Hunger jedoch unabhängig von solchen Ursachen ein chronisches Problem. In all diesen Fällen wird das Welternährungsprogramm mit direkter Nahrungsmittelhilfe, aber auch langfristig angelegten Entwicklungsprojekten aktiv. Um Personal und Hilfsgüter dorthin zu befördern, wo sie gebraucht werden, betreibt die Organisation mit Flugzeugen den Humanitarian Air Service der UN (UNHAS).

Leitlinien für die Tätigkeit des WFP sind heute u. a. die Millenium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Zum ersten dieser 2001 formulierten Ziele gehört es, den Anteil der hungernden Menschen auf der Welt bis 2015 zu halbieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel wurde bereits einiges erreicht. Seit 1990 ist der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung von 18,6% auf 12,5% gesunken. Ob jedoch die angepeilte Halbierung gelingen wird, bleibt offen. Zumal eine Welternährungskrise die Arbeit des WFP seit 2008 erschwert. So schnellten die Lebensmittelpreise dermaßen in die Höhe, dass sich nicht nur die Möglichkeiten vieler Menschen zur Selbstversorgung drastisch verschlechterten, sondern auch das Welternährungsprogramm weit weniger Lebensmittel für die Bedürftigen auf dem internationalen Nahrungsmittelmarkt einkaufen konnte als bisher. Auch nunmehr 50 Jahre nach Gründung des WFP bleibt die weltweite Bekämpfung des Hungers so – leider – eine Mammutaufgabe, der sich die Mitarbeiter der Organisation jeden Tag aufs Neue stellen.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt einen nach rechts geneigten Globus mit der Aufschrift „WORLD FOOD PROGRAMME“. Umrahmt wird dieser von einem Maiskolben, einer Weizenähre und einer Reispflanze. Neben den für italienische Euromünzen obligatorischen Buchstaben „RI“ für „Repubblica Italiana“ finden sich auch die Initialen des Schöpfers, „UP“ für „Uliana Pernazza“ sowie ein „R“ für die Prägestätte Rom auf der Euromünze. Sie erschien am 13. Dezember 2004 mit einer Auflage von 16 Millionen Stück.



Bildnachweis: Nahrungsmittelausgabe in Pakistan von Al Jazeera English

EU-Osterweiterung 2004

03.07.2013 2004, Finnland Keine Kommentare

Euro-Sondermünze EU-OsterweiterungDie erste finnische 2-Euro-Gedenkmünze hat ein für eine nationale Münze eher ungewöhnliches Thema: die EU-Osterweiterung im Jahr 2004. Dazu hätte man wohl eher eine Gemeinschaftsausgabe aller Euro-Teilnehmerstaaten erwartet.

Mit dieser fünften EU-Erweiterung traten zum 1. Mai 2004 zehn Staaten dem Staatenbund bei: die drei Länder des Baltikums – Estland, Lettland und Litauen – , die ostmitteleuropäischen Länder Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, sowie die Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern. Wenn man vom Beitritt der DDR zum EU-Mitglied Deutschland absieht, wurden so erstmals Länder des ehemaligen sowjetisch dominierten „Ostblocks“ der EU bei. Dieses auch als „Osterweiterung“ bezeichnete Ereignis wird als bedeutender Schritt auf dem Weg zur Wiederherstellung der europäischen Einheit betrachtet.

Ansichten der estnischen Hauptstadt TallinnDiese wohl bedeutendste Erweiterung in der Geschichte der Europäischen Union wurde mit einer Unbeschwertheit gefeiert, die heute – im Lichte der Eurokrise – schon fast etwas fremd wirken mag. Die zentrale Zeremonie fand in Dublin statt, da Irland zu diesem Zeitpunkt die EU-Ratspräsidentschaft innehatte. Gefeiert wurde aber besonders auch an den Grenzen zwischen alten und neuen EU-Mitgliedern. So etwa an der Oderbrücke zwischen Frankfurt und dem polnischen Słubice. In Görz, jener Stadt, die seit 1947 zwischen Italien und Slowenien geteilt ist, wurden zum Tag der Erweiterung Grenzzäune durch Rosenbüsche ersetzt. Für das Ausgabeland Finnland mag der Beitritt des kleinen Nachbarn Estland am wichtigsten gewesen sein. Tallinn, die malerische Hauptstadt der ehemaligen Sowjetrepublik (siehe Bild rechts), liegt mit dem Schiff nur einen Katzensprung von Helsinki entfernt und wird von vielen Finnen gern und häufig besucht – nicht zuletzt, so behaupten es böse Zungen, wegen der in Estland noch moderaten Preise für Spirituosen. Beide Nationen verbindet jedoch viel mehr. Ihre für andere Europäer nicht zu entschlüsselnden finno-ugrischen Landessprachen ähneln einander so sehr, dass ihnen die Kommunikation untereinander recht leicht fällt.

Das Motiv

Die am 28. Juli 2004 erschienene 2-Euro-Sondermünze zeigt einen stilisierten Zweig mit zehn Blättern. Diese symbolisieren die zehn neuen Mitglieder der Europäischen Union. Das Bild des aufstrebenden Zweiges, der mit einer einzigen Linie gezeichnet ist, steht für Dynamik und Wachstum. Darunter liest man die Buchstaben „EU“ gefolgt vom griechischen Buchstaben Rho (ρ), wodurch sich das Wort „Euro“ ergibt. Das ausgefallene Design der in einer Auflage von 1 Million Stück ausgegebenen Euro-Sondermünze stammt von Pertti Mäkinen.


Bildnachweis: Tallinn-Collage von Wikimedia Commons-User „The Emirr“

Großherzog Henri von Luxemburg

02.07.2013 2004, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Sondermünze Großherzog Henri von Luxemburg

Die zweite 2-Euro-Gedenkmünze kommt aus dem kleinsten Gründungsstaat der Europäischen Währungsunion – Luxemburg. Abgebildet ist darauf Großherzog Henri, der Monarch des Landes. Die Zentralbank von Luxemburg begründete damit am 26. Juli 2004 die Serie „Großherzogliche Dynastie“, in der weitere 2-Euro-Sondermünzen erscheinen.

Die heutige luxemburgische Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg, geht zurück auf Großherzog Adolph I. Seine Regentschaft (1890 bis 1905) beendete die Personalunion Luxemburgs mit den Niederlanden. Als sein Vorgänger Wilhelm III. von Nassau-Oranien starb, war keiner seiner drei Söhne noch am Leben. Den niederländischen Thron erbte so seine Tochter Wilhelmina. Die luxemburgische Erbfolgeregelung sah eine weibliche Thronfolge nicht vor. Gemäß einem zwischen verschiedenen Zweigen des Hauses Nassau geschlossenen Vertrag ging der Titel des Großherzogs von Luxemburg auf den nächsten männlichen Verwandten – Adolph von Nassau-Weilburg – über. Dies besiegelte nicht nur das Ende der Personalunion, sondern auch die vollständige Unabhängigkeit Luxemburgs.

Das Motiv

Die 2-Euro-Münze, geprägt in einer Auflage von 2.501.800 Exemplaren, zeigt Großherzog Henri im Profil. Dieses Motiv ziert auch alle regulären Kursmünzen Luxemburgs. Ergänzt wird es auf der Sondermünze jedoch durch sein gekröntes Monogramm (ein großes „H“). Neben Jahreszahl und Landesbezeichnung („LËTZEBUERG“) trägt der Münzrand die Schrift „HENRI – Grand-Duc de Luxembourg“ („Henri – Großherzog von Luxemburg“). Der Entwurf der Münze stammt von Patrice Bernabei.

Henri von Nassau-Weilburg, Großherzog von Luxemburg

Großherzog Henri (siehe Bild rechts) wurde am 16. April 1955 auf Schloss Betzdorf geboren. Nach dem Schulbesuch in Luxemburg und Frankreich studierte er Politikwissenschaften an der Universität Genf. Eine militärische Ausbildung erhielt er an der bekannten britischen Militärakademie Sandhurst. Den luxemburgischen Thron bestieg er am 7. Oktober 2000, nachdem sein Vater Jean zu seinen Gunsten abgedankt hatte.

Auf einer Liste der reichsten Monarchen Europas rangiert der Herrscher des kleinen Großherzogtums mit einem Vermögen von knapp über 1 Milliarde Euro auf dem respektablen 4. Platz. Was die Abbildung auf Euromünzen angeht, belegt Henri mit 19 Münzen den Spitzenplatz. Niemand ist auf so vielen verschiedenen Münzen der Europäischen Währungsunion zu sehen. Kein Wunder, denn bislang ist auf jeder luxemburgischen 2-Euro-Sondermünze – die Gemeinschaftsausgaben der Währungsunion ausgenommen – neben anderen Motiven auch das Gesicht Henris geprägt.

Olympische Sommerspiele 2004 in Athen

01.07.2013 2004, Griechenland 1 Kommentar

Griechenland 2004: Olympische Sommerspiele in Athen

Die erste 2-Euro-Gedenkmünze kommt ausgerechnet aus dem Land, das sich in der Eurokrise zum größten Sorgenkind der Währungsunion entwickelt hat. Griechenland war noch kurz vor Einführung des Euro-Bargelds auf den schon seit 1999 rollenden Euro-Zug aufgesprungen und konnte so gemeinsam mit den 11 Gründungsmitgliedern am 1. Januar 2002 seine eigenen Münzen in Umlauf bringen.

Am 14. Mai 2004 erschien mit einer Auflage von 35 Millionen Stück die erste 2-Euro-Sondermünze. Anlass war die Veranstaltung der XXVIII. Olympischen Sommerspiele in Athen. Nach der ersten neuzeitlichen Olympiade kehrte das sportliche Großereignis so nach über 100 Jahren wieder an die Stätten seines antiken Vorbildes zurück. Dabei war die Ausrichtung der Sommerolympiade 2004 stark umkämpft. Mit 11 Nationen gab es mehr Bewerber als je zuvor. In der fünften Abstimmungsrunde setzte sich die griechische Hauptstadt schließlich mit 66 zu 41 Stimmen gegen Mitbewerber Rom durch.

Schlechte Presse gab es im Vorfeld der Spiele: Mehrfach wurde über Verzögerungen beim Bau der Wettkampfstätten berichtet. Mancher fürchtete gar, dass diese nicht rechtzeitig fertiggestellt würden. Am Ende löste sich jedoch alles in Wohlgefallen auf. Einzig das olympische Schwimmstadion musste – wegen Zeitmangel beim Bau – ohne Dach auskommen.

Bronze-Kopie des Diskobolos von Myron im Botanischen Garten Kopenhagen

Neben der hohen Bewerberzahl um die Ausrichtung stellte Olympia 2004 weitere Rekorde auf: mit 202 Nationen traten mehr Mannschaften an als je zuvor. Der Fackellauf vor den Spielen führte erstmals über alle Kontinente und machte dabei an allen bisherigen Austragungsorten der Olympischen Spiele Station.

Das Motiv

Die 2-Euro-Gedenkmünze zur Sommerolympiade 2004 schmückt die Abbildung eines antiken Diskuswerfers (Diskobolos). Vorbild ist die bekannte Statue des griechischen Bildhauers Myron, der im 5. Jahrhundert vor Christus lebte. Das Werk wurde unzählige Male kopiert und findet sich in vielen Gärten und Parkanlagen wieder. So auch in Kopenhagens Botanischem Garten, wo der Diskobolos in Bronze gegossen steht (siehe Abbildung). Neben dem Diskuswerfer sind auf der Münze die olympischen Ringe zu sehen, sowie – wie bei griechischen Euromünzen üblich – noch einmal die Wertangabe in griechischen Lettern.



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