Bundesland Schleswig-Holstein

16.07.2013 2006, Deutschland Keine Kommentare

Gedenkmünze Bundesland Schleswig-HolsteinDeutschland begann 2006 seine „Bundesländerserie“ mit einer Schleswig-Holstein gewidmeten Münze. Das Thema der Münzen in der Serie richtet sich bekanntermaßen danach, welches Bundesland im Bundesrat den jährlich wechselnden Vorsitz innehat.

Häuser auf SyltSchleswig-Holstein, das nördlichste deutsche Bundesland, verdankt seine Entstehung dem Deutschen Krieg, in dem Österreich und Preußen um die Vorherrschaft im Land zwischen Hamburg und Dänemark kämpften. Nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein zu einer preußischen Provinz vereint.

Von alters her wurde vor allem der nördliche Landesteil ebenso von Deutschen wie von Dänen sowie von Friesen besiedelt, weshalb es auch heute noch eine bedeutende dänische Minderheit im Bundesland Schleswig-Holstein gibt. Verbunden damit waren natürlich auch territoriale Konflikte zwischen dem Königreich Dänemark und Deutschland bzw. seinen Teilstaaten. Ein Schlussstrich unter den Streit um den Grenzverlauf wurde nach dem Ersten Weltkrieg gezogen. Eine Volksabstimmung führte 1921 zur Abtretung Nordschleswigs (in Dänemark als „Südjütland“ bezeichnet) an den nördlichen Nachbarn.

In seinen heutigen Grenzen entstand das Land Schleswig-Holstein 1946 durch Erlass der britischen Besatzungsmacht. Der Regierungssitz wechselte vom beschaulichen Schleswig in die Großstadt Kiel. Schleswig-Holstein nahm im Verhältnis zu seiner Größe so viele Vertriebene aus den abgetretenen deutschen Ostgebieten auf, wie kein anderes deutsches Bundesland. Der Anstieg der Bevölkerungszahl von 1,6 Millionen 1939 auf 2,7 Millionen 1949 spricht hier eine deutliche Sprache.

Im Kalten Krieg führte die strategisch günstige geographische Lage des Landes dazu, dass es zu einem Stationierungsschwerpunkt der Bundeswehr wurde. Bis heute ist diese der größte Arbeitgeber der Region. Wirtschaftlich nimmt neben Landwirtschaft, Fischerei und Seehandel der Tourismus eine bedeutende Stellung ein. Bis heute zieht das Land zwischen den zwei Meeren viele Badeurlauber aus der ganzen Bundesrepublik an. Spitzenreiter bei den Übernachtungszahlen sind die Nordseebäder St. Peter-Ording und Westerland auf Sylt sowie Grömitz und Timmendorfer Strand an der Ostsee.

Das Motiv

Historische Postkarte mit dem HolstentorDie Münze zeigt das wohl bekannteste Bauwerk des Landes – das Lübecker Holstentor. Es gilt als Wahrzeichen der einst unabhängigen Hansestadt, die erst 1937 ins Land Schleswig-Holstein eingegliedert wurde. Das Tor ist eines von nur zwei erhaltenen Stadttoren in Lübeck. Als Teil der ehemaligen Stadtbefestigung begrenzt es die heutige Altstadt nach Westen. Seinen Namen hat es vom benachbarten Herzogtum Holstein. Erbaut wurde es von 1464 bis 1478 und seitdem mehrfach restauriert, zum Teil auch abgebrochen und wieder aufgebaut. Der sumpfige Boden führte schon beim Bau dazu, dass die Türme nicht ganz parallel zueinander errichtet werden konnten. Das Bauwerk war nur ein Teil einer Reihe von zeitweise vier Holstentoren, die Besucher der stadt hintereinander zu passieren hatten. Zur Zeit der Industrialisierung wurden diese als störend empfunden und größtenteils abgerissen. Das heute als Holstentor bekannte Gebäude entging nur knapp diesem Schicksal.

Die Gedenkmünze zeigt die der Altstadt abgewandte Westseite des Tores. Darunter ist der Name des Bundeslandes „SCHLESWIG-HOLSTEIN“ zu lesen. Rechts neben der Abbildung befinden sich die Initialen des Gestalters Heinz Hoyer, „HH“, links daneben der die Prägestätte anzeigende Buchstabe. Die Münze erschien am 3. Februar 2006 mit einer Auflage von 30 Millionen Stück.

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