Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion

09.07.2013 2005, Belgien Keine Kommentare

Gedenkmünze Belgisch-Luxemburgische WirtschaftsunionAuf dieser 2-Euro-Gedenkmünze sind zwei gekrönte Häupter zu sehen: Großherzog Henri von Luxemburg und Albert II., König der Belgier. Gewidmet ist die Münze der belgisch-luxemburgischen Wirtschaftunion.

Schon lange vor Entstehen der Europäischen Wirtschaftsunion war Luxemburg Teil eines solchen ökonomischen Bundes, und zwar mit Belgien. Die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion entstand 1921 zunächst mit einer vorgesehenen Dauer von 50 Jahren. Sie wurde jedoch immer wieder durch Folgeverträge verlängert, zuletzt 2002.  Im Rahmen dieses Bündnisses bestand auch eine Währungsunion. Belgischer und Luxemburgischer Franc waren in einem festen Wechselkurs (nach dem 2. Weltkrieg 1:1) miteinander verbunden und galten offiziell in beiden Ländern als Zahlungsmittel.

1 Belgischer Franc

Interessanterweise ist das Entstehen der Wirtschaftsunion ein Resultat der militaristischen deutschen Außenpolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die im 1. Weltkrieg ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Im 19. Jahrhundert noch hatten sich die Luxemburger eher an Deutschland orientiert. Ihre Währung war die Mark, sie waren Mitglied des Deutschen Zollvereins und somit eng mit dem großen östlichen Nachbarn verbunden. Als 1914 deutsche Truppen in das neutrale Großherzogtum einmarschierten wurde den Luxemburgern die Lust am Deutschen jedoch gründlichst ausgetrieben. Die im Versailler Vertrag festgeschriebene Auflösung des Zollvereins tat ihr Übriges.

1 Luxemburgischer FrancDas kleine Luxemburg musste sich so nach dem 1. Weltkrieg nach einem neuen Partner umsehen. Zur Debatte stand in diesem Zusammenhang eine wirtschaftliche Verbindung mit Belgien oder Frankreich. In einem Referendum sollten die Luxemburger 1919 selbst für eine der beiden Optionen entscheiden. Eine große Mehrheit stimmte dabei für eine Wirtschaftsunion mit Frankreich, nur etwa 22% entschieden sich für Belgien, dem ein nicht nur ökonomisches Interesse am benachbarten Luxemburg nachgesagt wurde.

Grenzstein an der belgisch-luxemburgischen GrenzeZum Entsetzen der Luxemburger lehnte Frankreich jedoch eine Wirtschaftsunion ab und verwies an Belgien. Die 1921 in Kraft getretene Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion war somit ursprünglich nur eine Notlösung, wovon heute jedoch nichts mehr zu spüren ist.

Das Motiv

Die Münze zeigt im Profil, nach links blickend, die Köpfe des luxemburgischen Großherzogs Henri (links im Hintergrund) und des belgischen Königs Albert II. (rechts im Vordergrund). Auf den Rand der 2-Euro-Gedenkmünze sind neben den obligatorischen 12 Sternen auch die gekrönten Monogramme der Monarchen („H“ links und „A II.“ rechts) geprägt. Die Initialen „LL“ verweisen auf den Gestalter der Münze, Luc Luycx. Ursprünglich sollte die Sondermünze als belgisch-luxemburgische Gemeinschaftsausgabe erscheinen. Dies war jedoch nicht mehr möglich, da im Februar desselben Jahres bereits eine luxemburgische 2-Euro-Gedenkmünze erschienen und das jährliche Kontingent so erschöpft war. Die Münze mit den beiden Monarchen erschien so am 20. Mai 2005 nur in Belgien – mit einer Auflage von 6.023.000 Stück.

Bildnachweis: Belgischer Franc von Leo Reynolds / flickr.com, Luxemburgischer Franc von Pietro / Wikimedia Commons, Grenzstein von Les Meloures / Wikimedia Commons


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