Großherzöge Henri und Adolph von Luxemburg

07.07.2013 2004, Großherzogliche Dynastie, Luxemburg Keine Kommentare

Euromünze Großherzöge Henri und Adolph von LuxemburgDer Euro-Sondermünzen-Jahrgang 2005 beginnt mit einer luxemburgischen Ausgabe – wiederum aus der Serie „Großherzogliche Dynastie“. Und wieder ist darauf Großherzog Henri abgebildet, dieses Mal gemeinsam mit seinem Urahn Adolph I. Gleich drei Jubiläen sind Anlass dieser Prägung: der 50. Geburtstag des amtierenden Monarchen, der 5. Jahrestag seiner Thronbesteigung und der 100. Todestag von Großfürst Adolf. Die Sondermünze erschien am 15. Februar 2005 in einer Auflage von 2.774.000.

Henri, der derzeitige Großherzog, bestieg am 7. Oktober 2000 den luxemburgischen Thron. Zuvor hatte er bereits 2 Jahre lang die Amtsgeschäfte für seinen Vater Großherzog Jean geführt, der schließlich zu Gunsten seines Sohnes abdankte. Auch Jean kam übrigens auf diese Weise ins Amt, als seine Mutter, die Großherzogin Charlotte von Luxemburg, ihm 1964 den Thron überließ.

Ein einschneidendes Ereignis in Henris bisheriger Amtszeit bildet die Staatskrise vom Dezember 2008 (also drei Jahre nach Ausgabe der Sondermünze). Henri weigerte sich damals ein vom Parlament beschlossenes Gesetz zur Regelung der Sterbehilfe zu unterzeichnen. Es war das erste Mal seit 1912, dass der Großherzog einem Gesetz seine formelle Billigung verwehrte. Das Parlament beschloss daraufhin kurzerhand eine Verfassungsänderung. Der entsprechende Passus, der eine Bestätigung der Gesetze durch den Monarchen vorsieht, wurde gestrichen. Seither obliegt es dem Großherzog lediglich, die Gesetze zu verkünden.

Henris Vorfahr Adolf ist der Begründer der Dynastie des Hauses Nassau-Weilburg. Er wurde am 24. Juli 1817 auf Schloss Biebrich, heute Wiesbaden, geboren. Ab 1839 war er Herzog von Nassau. Fünf Jahre später heiratete er die russische Großfürstin und Zarennichte Elisabeth Michailowna Romanowa. Nur ein Jahr später kamen seine Frau und seine Tochter bei deren Geburt ums Leben. Adolf errichtete Elisabeth zu Ehren eine russisch-orthodoxe Kirche auf dem Wiesbadener Neroberg.

Adolph und Adelheid von Luxemburg

In zweiter Ehe war Adolf ab 1851 mit Adelheid Marie von Anhalt-Dessau verheiratet. Fünf Kinder bekam Adelheid von Adolf, darunter auch der spätere Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg (*1852, †1912). Den Thron des Großherzogtums erlangte Adolf jedoch erst später. Zunächst ereilte ihn ein weit unerfreulicheres Schicksal. Im Deutschen Krieg hatte Adolf sich auf die Seite der Gegner Preußens geschlagen. Nach der Niederlage wurde nunmehr das Herzogtum Nassau von den siegreichen Preußen annektiert – der nassauische Thron war somit verloren. Um sein Amt gekommen reiste Adolf viel und hielt sich überwiegend – jenseits der nassauischen Grenzen – in Wien und Frankfurt auf.

1890 schließlich fiel Adolf durch den Tod des niederländischen Königs Wilhelm III., der in Personalunion auch Großherzog von Luxemburg war, der luxemburgische Thron zu. Abweichende Erbfolgeregelungen beendeten die niederländisch-luxemburgische Personalunion. Als Protestant wurde Adolph Herrscher über das katholische Luxemburg und erster Großherzog aus dem Hause Nassau-Weilburg. Aus der Tagespolitik im liberalen Luxemburg hielt sich der als reaktionär geltende Adolph weitgehend heraus. Er starb 1905 mit 88 Jahren als damals ältester regierender Monarch Europas. Adolph liegt ebenso wie sein Sohn Wilhelm IV. im heute hessischen Weilburg begraben. Die dortige Fürstengruft in der Schlosskirche gilt als luxemburgisches Territorium und wird gelegentlich von Hoheiten aus dem kleinen Großherzogtum besucht.

Das Motiv

Die 2-Euro-Sondermünze zeigt die beiden Großherzöge im Profil, den Blick nach rechts gerichtet. Das Konterfei Adolfs befindet sich etwas verkleinert im Hintergrund, das seines Nachfahren im Vordergrund. Gemäß den Anlässen der Ausgabe ist darunter der Name („HENRI“) mit dem Geburtsjahr (*1955) bzw. der Name („ADOLPHE“) mit dem Todesjahr („†1905“) zu lesen. Im Halbrund über den Köpfen ist auf Französisch zu lesen „GRAND-DUCS DE LUXEMBOURG“ („Großherzöge von Luxemburg“).

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